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Bohrinsel
Unterhalb des Stauwehrs bei Geesthacht liegt eine Bohrinsel. Von dort aus wird der Baugrund im Vorfeld der Modernisierung des Wehrs untersucht. (Foto: tja)

Bohrinsel vor Stauwehr

Rönne. Ungewöhnliches Bild an der Elbe bei Rönne: Dort ist zurzeit eine Bohrinsel im Einsatz. Gesucht beziehungsweise gebohrt wird allerdings nicht nach Öl – vielmehr laufen Baugrunduntersuchungen im Vorfeld der geplanten Modernisierung des Stauwehrs unterhalb der Elbbrücke rüber nach Geesthacht. „Wir lassen dort insgesamt 19 bis zu 48 Meter tief in den Boden reichende Bohrlöcher setzen“, sagt Stefan Lühr, Ingenieur beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Lauenburg. Er und seine Kollegen bereiten die Bauarbeiten vor, die später während der Umsetzung das Neubauamt der Schifffahrtsverwaltung des Bundes in Hannover federführend koordinieren soll.

„Die Baugrunduntersuchung ist als Basis für die Instandsetzungsarbeiten wichtig“, sagt Lühr. So soll es neben den Bohrungen auch noch Spitzendrucksondierungen geben. Während die Bohrung Bodenschichten als Bohrkerne für weitere Analysen zutage fördern wird, werden bei der Druckprüfung an 22 Stellen über Sonden konkrete Drücke gemessen.

Flussbereich und Ufer werden auf alte Bomben untersucht

Brisant: Wegen zahlreicher Bombenfunde im Flussbereich und an den Ufern in der Vergangenheit gilt das gesamte Baufeld als Verdachtsfläche für Kampfmittel, so dass entsprechend vorab Untersuchungen laufen müssen. Blindgänger wurden bisher aber nicht gefunden. Zuletzt wurde während des Baus der Fischtreppe am Stauwehr 2010 ein Blindgänger entdeckt und entschärft.

Die Bohrinsel, die zum Einsatz kommt, ist eine Arbeitsplattform, deren vier Füße im Elbgrund verankert werden können. Darauf steht ein auf Ketten fahrbares Bohrgerät, wie es beispielsweise auch zum Einbau von Erdwärmepumpen genutzt wird. Zwei Arbeiter sind an Bord im Einsatz, um die Bohrlöcher einzubauen und die Bohrkerne zu sammeln. Sie werden anschließend im Labor begutachtet und ausgewertet.

Beim WSA laufen derweil die Arbeiten an der Entwurfsplanung für die Stauwehr-Modernisierung. Wie berichtet soll das aus den 1960er-Jahre stammende Bauwerk ab 2020 saniert werden. Das Wehr verfügt über vier 50 Meter breite Felder, von denen jeweils nur eines bearbeitet werden soll.

Pro Feld gehen die Experten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes von drei bis vier Jahren Bauzeit aus. Beeinträchtigungen durch Sturmfluten, Hochwasser oder Eisgang kämen oben drauf. 167 Millionen Euro sollen die Arbeiten voraussichtlich kosten.

Von Timo Jann

One comment

  1. Wird denn der Fahrzeugverkehr auf der Elbbrüccke in diesem Bereich während der Instandsetzungsarbeiten eingeschränkt?