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Die Gemeinde Adendorf arbeitet am Schulentwicklungskonzept 2030. Dabei könnte der Standort Dorfstraße auf der Strecke bleiben. Foto: be

Ein Campus für Grundschüler

Adendorf. Zwei Grundschulstandorte gibt es in der Gemeinde Adendorf – am Weinbergsweg sowie die Außenstelle an der Dorfstraße. Ob aber auch künftig die Grundschüler weiter an zwei Standorten unterrichtet werden sollen, darüber wird derzeit eifrig diskutiert. Denn die Gemeinde ist zurzeit dabei, das „Schulentwicklungskonzept 2030“ zu erstellen. Eine Lenkungsgruppe – bestehend aus Politik, Verwaltung, Schulleitung, Lehrer- und Elternvertreter – wurde bereits im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. Jetzt wurden dem Rat erste Ergebnisse präsentiert. Noch in einer internen Veranstaltung freilich – nicht-öffentlich. Aber dabei kristallisierte sich heraus: Künftig wird es wohl nur noch einen Schulstandort geben.

Es ist die Außenstelle in der Dorfstraße, deren Aus damit mittelfristig besiegelt zu sein scheint. Schulleitung und Lehrer jedenfalls wären über eine solche Entscheidung wohl nicht allzu traurig – gilt die Organisation einer Grundschule mit zwei Standorten ohnehin als kompliziert und schwierig. Doch während die Pädagogen die Konzentration auf den Standort Weinbergsweg begrüßen würden, gibt es aus der Politik auch kritische Stimmen. „Der Grundsatz ‚Kurze Beine, kurze Wege‘ würde bei so einer Entscheidung ad absurdum geführt“, bemängelt Markus Graff (Linke) – vor allem jetzt, da sich auch das Baugebiet Papageienweg in Planung befinde.

Gebäude birgt eine Reihe von Problemen

Trotzdem: „Wir müssen jetzt Entscheidungen für die nächsten Schülergenerationen treffen“, mahnt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD) – „wenn wir heute planen, müssen wir so planen, dass das Schulgebäude auch 2030 noch passt“. Am Standort Dorfstraße sieht der Rathauschef dazu kaum Möglichkeiten: „Dazu müsste man die Schule mächtig aufrüsten.“

Ähnlich sieht das auch CDU/FDP-Gruppensprecher Gunther von Mirbach: „Das Gebäude birgt eine Reihe von Problemen.“ Auch der CDU-Politiker kann sich gut vorstellen, dass die Schulleitung nicht böse darüber sein wird, wenn der Standort Dorfstraße mittelfristig aufgegeben wird.

Gleichwohl sei eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gefallen. Die Lehrer wurden in einem Workshop bereits in die Beratungen mit eingebunden, nun sollen im Oktober die Eltern und die Schüler gehört werden und ihre Ideen einbringen. Erst dann werde das Anforderungsprofil an das Schulgebäude aus Sicht der Nutzer feststehen, heißt es in der Vorlage an den Rat – und weiter: „Inwieweit dann eine nähere Untersuchung durch den Architekten erfolgen soll/muss, ist politisch zu beraten.“

Lenkungsgruppe soll frei denken

„Uns ist an einem zukunftsorientierten Schulkonzept gelegen“, sagt Maack, wohl wissend, dass die Schüler und Eltern, deren Meinung jetzt zählt, nicht die sein werden, die das neue Schulgebäude später einmal nutzen werden. „Die Planungen sind aber für künftige Schülergenerationen relevant“, verdeutlicht der Rathauschef. Deshalb schaut Maack zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht auf die Finanzen: „Die Lenkungsgruppe soll frei denken und Vorschläge entwickeln können.“ Ob und wie die Vorschläge dann umsetzbar seien, „das zu prüfen ist dann unsere Aufgabe“, erklärt der Bürgermeister.

Maack spricht von einer „offenen Schule“ mit großen Klassenräumen, von der „Erlebniswelt Schule mit Lerninseln“. Alles Begriffe, die im Workshop mit den Lehrern herausgearbeitet wurden – ein „Campus“ für Grundschüler“ schwebt den Adendorfern im Idealfall vor.

Rund 400 Kinder lernen derzeit an der Grundschule

Um den zu realisieren, müsste in die Schule Am Weinbergsweg mächtig investiert werden. Knapp unter zehn Millionen Euro, nennt Maack eine erste Summe als Hausnummer. Selbst ein Neubau auf dem Areal Am Weinbergsweg ist in diesem Zusammenhang nicht ausgeschlossen. Groß genug jedenfalls sei das Schulgelände aus Maacks Sicht – von Mirbach dagegen hat da seine Zweifel: „Diese Frage würde ich mit einem Fragezeichen versehen“, sagt der CDU-Fraktionschef.

Rund 400 Kinder lernen derzeit an der Grundschule Adendorf mit den Standorten Weinbergsweg und Dorfstraße. Die Geburtenzahlen aus dem Melderegister zeigen auf, dass auch in den nächsten Jahren regelmäßig etwa 100 Mädchen und Jungen pro Schuljahr neu eingeschult werden.

Von Klaus Reschke