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Risse in der Deichkrone bei Barförde haben zuletzt manche Spaziergänger an der Elbe beunruhigt. Der Deichverband ist noch entspannt: „Sieht dramatischer aus, als es ist.“ (Foto: ml)

Risse auf der Deichkrone

Barförde. Aufmerksame Anwohner wurden stutzig und informierten den Artlenburger Deichverband (ADV) umgehend. Auf der Deichkrone an der Elbe, unter anderem zwischen Barförde und Wendewisch sowie in Marschacht, hatten sie bis zu zehn Meter lange und 20 Zentimeter tiefe Risse entdeckt. „Auch wir haben an etlichen Stellen derartige Risse bemerkt“, berichtet Ansgar Dettmer, Geschäftsführer des Deichverbandes. Diese sind nach seinen Worten die Folge der Dürre und Hitze in den vergangenen Monaten. „Durch die lang anhaltende Trockenheit hat sich die Kleischicht zusammengezogen und so vor allem auf der Deichkrone für sogenannte Schwundrisse gesorgt, weil das normalerweise Feuchtigkeit speichernde Gras verdörrt ist“, sagt er.

Trockenheit schädigt die Deiche

Eine unmittelbare Gefahr bedeuten die Beschädigungen an den Deichen nicht. „Wenn allerdings Starkregen fällt und Wasser in die aufgebrochenen Stellen eindringt, kann Sand aus dem Deich gespült und Material abgetragen werden“, erläutert der ADV-Geschäftsführer. Da aber die Stabilität der Schutzdämme zurzeit nicht direkt bedroht ist, „warten wir erst einmal in Ruhe ab und beobachten die weitere Entwicklung bis zu den Herbst-Deichschauen im Oktober. Wir hoffen, dass sich die Kleischicht bis dahin wieder von alleine schließt, bevor es doch noch gefährlich werden könnte“.

Das Problem gab es ihm zufolge schon einmal 2015. Es hat sich jedoch von selbst gelöst. Voraussetzung dafür, dass die Spalten auch dieses Mal wieder von alleine verschwinden, wäre Landregen, der ein paar Tage lang am Stück fällt. „Und die dementsprechende hohe Luftfeuchtigkeit, die das Zusammenziehen der Risse möglich macht.“ Der Regen der vergangenen Tage reicht aber bislang noch nicht aus. Dettmar sagt, dass es zwei bis drei Wochen dauern kann, bis die Kleischicht wieder im ursprünglichen Zustand ist. „Sollte das nicht passieren, müssen wir einschreiten.“

Dann wäre das Team des Art-lenburger Deichverbandes gefragt. Es müsste die Deichkrone in aufwendiger Arbeit flicken. „Die beschädigten Stellen müssten unsere Bauhof-Mitarbeiter mit Klei, Mutterboden oder Ton-Pellets verfüllen“, erklärt Ansgar Dettmer. Das hätte eine mehrere Kilometer lange Deichbaustelle zur Folge. Doch im Augenblick sei die Lage entspannt. „Es sieht dramatischer aus, als es tatsächlich ist.“

Von Stefan Bohlmann