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Worlée
An der Straße Auewiesen unterhalb des Produktionsturms hat das Chemiewerk Worlée weitere Flächen gekauft. (Foto: tja)

Worlée stoppt Expansionspläne

Lauenburg. Die boomende Baubranche bremst die Expansion des Lauenburger Chemiewerks Worlée aus: Unternehmer Reinhold von Eben-Worlée hat den geplanten Bau eines Logistikzentrums an der Worléestraße – anstelle des früheren Raiffeisen-Standortes – vorerst zu den Akten gelegt. „Damit werden wir warten, bis sich die Lage im Bausektor etwas beruhigt hat. Die Baukosten sind aktuell einfach zu hoch“, berichtete er am Rande des Tags der offenen Tür in dem Chemiewerk, das zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählt und der größte Steuerzahler ist.

Kosmetikabteilung in alte Halle

Statt des Logistikzentrums soll nun erstmal eine alte Firmenhalle gegenüber, die Worlée mit anderen kleinen Grundstücken entlang der Straße Auewiesen aufgekauft hatte, zur neuen Abteilung für Kosmetik umgebaut werden. Von Eben-Worlée rechnet mit Investitionen von etwa einer Million Euro, in den nächsten zehn Jahren könnten dann 30 bis 40 neue Arbeitsplätze in Lauenburg entstehen. Unter anderem soll dort auch ein neuartiger Nagellack auf Wasserbasis hergestellt werden. Auch neue Büros und Labor sind in einem Erweiterungsschritt für die wachsende Abteilung geplant. Der Labortrakt an der Söllerstraße soll außerdem im kommenden Jahr für eine Million Euro energetisch saniert werden. Gerade wurde in dem Chemiewerk ein vier Millionen Euro teurer Kessel geliefert, in dem Kunstharze gekocht werden sollen.

Grundstoffe für die Lackindustrie

Am Standort Lauenburg produziert Worlée bisher hauptsächlich Grundstoffe für die Lackindustrie. „Wir würden hier gerne auch die Logistik als neuen Zweig der Firma etablieren und dafür unsere Flächen nutzen, weil kurze Wege für bessere Abläufe sorgen könnten, aber aktuell rechnet sich die geplante Investition einfach nicht“, so von Eben-Worlée. 10 000 Fässer lagert das Unternehmen selbst, 10 000 Fass-Lagerplätze sind an Spediteure vergeben – mit den entsprechenden Kosten. Für das Logistikzentrum soll unter anderem das alte Raiffeisen-Silo mit seinen Nebengebäuden abgerissen werden. „Wir warten jetzt einfach mal ab“, sieht der Unternehmer die Lage noch relativ entspannt.

Donald Trump bereitet Sorgen

Sorgen macht er sich derweil um die Entwicklungen in Amerika und Drohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. „Zölle wären für uns eine Zäsur des Geschäfts“, erklärt von Eben-Worlée. Bisher sei man nicht betroffen, aber die Entwicklung ließe sich aktuell nicht vorhersehen. Die Einsätze von Gefahrgut-Experten der Feuerwehr in den vergangenen Monaten sieht von Eben-Worlée derweil entspannt. „Das war eigentlich nur ein Sturm im Wasserglas, da war ja nicht wirklich etwas los“, meint er. Die Feuerwehr sah hingegen deutliche Gefahren und setzte vorsorglich ihre Gefahrgut-Spezialisten ein.

Von Timo Jann