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Berufsbildende Schulen
Schüler der drei Berufsbildenden Schulen haben sich gestern mit dieser Aktion gegen Rechtsextremismus ausgesprochen. (Foto: t&w)

Es werden immer mehr

Lüneburg. Sie wollten ein Zeichen setzen und sich solidarisch zeigen, und das ist ihnen auch gelungen. Gut 600 Schüler der drei Berufsbildenden Schulen am Schwalbenberg waren gestern Vormittag zu einer Aktion zusammengekommen, die sich unter dem Motto „#Wir sind mehr“ gegen Rechtsextremismus einsetzt. Anlass war eine ähnliche Aktion, die an der Wilhelm-Raabe-Schule für Diskussionen gesorgt hatte.

Eingeladen hatten die Schülervertretungen der drei Schulen. Ein Punkt, der Schülersprecher Johannes Schröder besonders wichtig war: „Die Aktion wurde von uns allein geplant, die Schule hat uns nicht dazu gedrängt.“ Hintergrund: Vor wenigen Tagen hatte es bei Facebook heftige Kritik und bisweilen hässliche Kommentare gegen die Raabe-Schule gegeben, der fälschlicherweise unterstellt worden war, dass die Schulleitung ihre Schüler zu der Aktion gedrängt habe.

Raabe-Schülerinnen an der BBS

„Auch unsere Aktion war freiwillig, deshalb waren auch manche Kommentare, die da abgegeben wurden, nicht nachvollziehbar“, sagte Lotte Materne, eine von drei Raabe-Schülerinnen, die gestern auf Einladung ebenfalls zur BBS gekommen waren. „Wir finden es toll, dass die Schüler sich mit uns solidarisieren. Es sollten noch viel mehr Schulen mitmachen“, ergänzte Mitschülerin Flora Kiefert. Auch an anderen Schulen hat es bereits derartige Aktionen gegeben.

Solidarisch zeigten sich auch einige Lehrer der BBS. Einer, der gestern ebenfalls mitgemacht hat, war Andreas Funke. „Ich finde solche Aktionen genauso wichtig wie Unterricht“, sagte der Fachkundelehrer. Dessen Kollege Harald Bahrmann ergänzte: „Es gehört zu unserem Grundverständnis, durch Überzeugung Schüler zu einer Verhaltensänderung zu bewegen und nicht durch Zwang.“

Johannes Schröder war mit der Aktion zufrieden: „Super, dass so viele gekommen sind!“

Von Ulf Stüwe

12 Kommentare

  1. Die Stasi- und Blockwart-Portale der AfD, die Misstrauen säen, Kinder zur Denunziation auffordern und zu pauschalen anonymen, aber öffentlich gestellten Verdächtigungen anstiften, kritisierte Justizministerin Barley scharf: „Wer so etwas als Partei einsetzt, um missliebige Lehrer zu enttarnen und an den Pranger zu stellen, gibt viel über sein eigenes Demokratieverständnis preis.“ (https://www.landeszeitung.de/blog/nachrichten/politik/1959372-barley-wirft-der-afd-organisierte-denunziation-vor)

    Nun berichtet die FAZ, dass die Piratenpartei Baden-Württemberg zum Gegenschlag ausholt: Auf einer Website mit dem Namen „mein-abgeordneter-hetzt.de“ können User das Postfach der AfD mit fragwürdigen Aussagen ihrer Abgeordneten füllen. Per Mausklick kombiniert ein Zufallsgenerator fiktive Schulen und Orte (z.B. Toleranzschule in Vielfaltsstaedten oder GHRS Gegen Rechts Oberborsten in Heuchlerberg) mit echten Zitaten der Abgeordneten. Der User hat dann die Möglichkeit, die Nachricht an die AfD weiterzuleiten („Widerliche Hetze! Das will ich der AfD melden“) oder sich durch die restlichen Zitate zu klicken. („Diesen Hetzer kannte ich schon. Neu würfeln!“)

    In ihrer Erklärung schreibt die Piratenpartei, sie stelle sich „entschieden gegen eine Kultur der Denunziation.“ Das Tool solle die Möglichkeit bieten „die Melde-Portale der AfD mit Fakten, Zitaten und humorvollen Inhalten zu füllen und so ein Zeichen gegen Denunziation zu setzen.“ Nach Angaben der Piratenpartei Baden-Württemberg beteiligten sich Zehntausende an der Aktion #MeinAbgeordneterHetzt. Sie meldeten 100.000 Zugriffe in den ersten Stunden. „Unser Ziel war es, mit einer Aktion sowohl die menschenverachtenden Ideen der AfD aufzuzeigen als auch dem Denunziationsportal einige relevante Meldungen zukommen zu lassen. Der enorme Zuspruch auf unserer Seite und in den sozialen Medien zeigt, dass die Aktion absolut gelungen ist“ sagt der Vorsitzende des Landesverbandes Michael Knödler.

  2. Norbert Kasteinecke

    Was hat unser damaliger Justizminister eigentlich dazu gesagt ?

    >Handlungshilfe für den Umgang mit Rechtspopulisten in Betrieb und Verwaltung<

    Wie du erreichst, dass dein rechter Kollege gefeuert wird, ein nützlicher Ratgeber der Gewerkschaft Verdi.

    • Im naiven Glauben, einem höheren Gut zu dienen, lassen sich solche Leute kritiklos dazu benutzen, ihre Freunde, Nachbarn, ja sogar Familienmitglieder ob deren Gesinnung auszuspionieren.Land der Lumpen – oder: Die neue Hochkonjunktur für Denunzianten in Deutschland.Kirchenhistoriker Dr. Michael Hesemann.

    • Die Stasi- und Blockwart-Portale der AfD, die Misstrauen säen, Kinder zur Denunziation auffordern und zu pauschalen anonymen, aber öffentlich gestellten Verdächtigungen anstiften, sind NICHT dadurch zu entschuldigen dass Frank Bsirske mit seiner „Handlungshilfe“ (für Erwachsene) vor eineinhalb Jahren ins Klo gegriffen hat.

      Ein Denunziant ist nicht dadurch gerechtfertigt, dass es woanders auch Denunzianten gab oder gibt!

      Denunziantentum ist an sich widerwärtig. Und wenn Kinder und Heranwachsende, wie oben beschrieben, durch die AfD zum Denuniantentum angestiftet werden ist das doppelt und dreifach widerwärtig!

      Wen wundert es eigentlich, dass gerade Sie es wieder sind, der herbeieilt und Verständnis für den abstoßenden manipulativen Missbrauch von Kindern durch Rechtsextreme zu propagandistischen Zwecken zu verteidigen sucht, Herr Kasteinecke?

  3. Was kommt von der Denunziations-AfD denn als nächstes, Herr Kasteinecke? Werden Björn Höcke und Stephan Bothe im nächsten Schritt für „Meldeportale“ eifern, in denen die lieben Kleinen wieder ihre Eltern bespitzeln und denunzieren dürfen, wenn die versuchen sollten, sie gegen Rechtsextremisten zu immunisieren?

    Leute, merkt ihr nichts? Was muß hier eigentlich noch alles geschehen, bevor auch der Letzte begreift, wohin die Reise gehen soll.

    • Otto
      bleiben sie entspannt, es soll ja wunder geben, schmunzeln.
      Beatrix von Storch will liberale Muslime für die AfD gewinnen. Anhängern des rechten Flügels in der Partei ist das ein Dorn im Auge. Ein früheres AfD-Mitglied hält die Strategie hingegen für erfolgversprechend – und für gefährlich.
      Norbert ist bestimmt not amused. hm hm.

  4. @LZ
    Großartig! Wie in der Politik hier: Es kann nur eine Groko geben: Otto und Bruns.

    Meinungsvielfalt? Andere Sichtwiesen, andere Betrachtungswinkel Brauchen wir hier nicht.

    Wir haben unsere allwissenden, allumfassenden Erleuchteten und einzig Wissenden Bruns und Otto(nach Vorbild Honecker und Ulbricht).
    Grüße an die DDR 2.0 redaktion der LZ! :O)

    • Also noch einmal: Wir haben nichts gegen Meinungsvielfalt. Aber wir werden auch weiterhin alle Beiträge rigoros löschen, die offensichtlich unter ständig wechselnden Namen und falschen Mail-Adressen geschickt werden – unabhängig vom Inhalt der Kommentare.

      bol/LZonline

  5. Die Anstiftungspartei für Denunzianten (AfD) bestimmt, was „neutral“ ist?

    Dazu gehört alles, was ihr in den Kram passt. Wer dagegen angeht, wird gemeldet und an den Pranger gestellt.

  6. Norbert Kasteinecke

    Ich wollte nur noch nachtragen, dass ich ein sehr entspanntes, ca. 2 stündiges Gespräch mit meinem mir zugewählten Gesprächspartner im Rahmen „Deutschland spricht“ hatte.

    Den entsprechenden Artikel zu dieser Aktion habe ich hier vermisst.