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Ein Teil der Grenzanlage erinnert am rechten Elbeufer im Kreis Lüneburg an die überwundene Trennung. Seit Jahrzehnten hoffen die Menschen nun auf eine Brücke, die beide Ufer verbindet. Foto: t&w

Neuer Auftrieb für Brückenpläne

Lüneburg. Der Tag der Deutschen Einheit ist im Landkreis Lüneburg auch ein Tag, an dem über eine feste Elbquerung diskutiert wird. Ohne Brücke gilt die Einheit vielen Einwohnern als unvollendet. Ein Forum am Einheitstag hat die Diskussion spätestens seit der Premiere des Brückenfestes am geplanten Standort Darchau am 3. Oktober 2012. Schon damals kamen knapp 5000 Besucher. Deutlich mehr erwarten die Veranstalter in diesem Jahr.

Erst in der vergangenen Woche hat der Lüneburger Kreistag die Hoffnung auf den Bau der Brücke beflügelt. Vor drei Jahren totgesagt, haben die Abgeordneten dem Millionen-Projekt neues Leben eingehaucht, mit breiter Mehrheit entschieden, die Planung wieder aufzunehmen.

Einheit ist auch eine Brückenfrage

Und die Verwaltung drückt aufs Tempo. Bereits nach den Herbstferien ist laut Kreissprecherin Katrin Holzmann ein erstes internes Verwaltungstreffen geplant, um die Aufgabenfelder abzustecken. Schließlich ist der Kreis Planungs- und Genehmigungsbehörde zugleich. Schon jetzt werden Unterlagen gesichtet und gesammelt für die Antragskonferenz, die als wichtiger Meilenstein dafür gilt, was noch fehlt, und an der auch andere Behörden, Verwaltungen und Umweltorganisationen teilnehmen.

Parallel dazu soll möglicherweise schon ein Büro mit der Genehmigungsplanung beauftragt werden, muss der Kreis erstmals nach Wiederaufnahme erhebliche Mittel für die Planung bereitstellen. Damit stellt sich automatisch die Frage der Finanzierung. „Das ist eine Frage, die das Gericht entscheiden muss“, sagt Holzmann. Zwar hat das Land die Übernahme von 700.000 Euro Planungskosten zugesagt, doch nur für den Fall, dass die Brücke auch gebaut wird. Der Kreis hingegen beruft sich auf ältere Zusagen, nach denen das Geld bedingungslos zugesagt wurde. Von einem Streit mit dem Land will man im Kreishaus zwar nichts wissen, gleichwohl werde „das bislang ruhende Gerichtsverfahren gegen das Land wohl wieder aufgenommen werden müssen“, sagt Holzmann. Bis zu einem Urteil könnte es allerdings Jahre dauern.

Gerichtsverfahren vor Wiederbelebung

Doch die Planungsschritte selbst sieht die Kreissprecherin damit nicht verlangsamt. Vielmehr spricht sie von zwei voneinander getrennten Handlungssträngen – dem planerischen und dem juristischen. „Der eine hat keinen Einfluss auf den anderen“, erklärt Holzmann. Somit setzt die Verwaltung nahtlos um, was der Kreistag beschlossen hat – und liefert den Besuchern des Brückenfestes reichlich Diskussionsstoff.

Von Malte Lühr