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Hebammen fordern auch Betreiber von Restaurants auf, sich zur Zertifizierung als „Stillfreundlicher Ort“ zu bewerben. Foto: A/tmn

Babys an die Brust – auch im Café!?

Lüneburg. Wenn Mütter ihrem Baby im Café oder im Restaurant die Brust geben, findet das nicht immer den ungeteilten Beifall aller anderen Gäste. Manch einer füh lt sich dadurch gestört, mag zwischen Suppe und Hauptgang nicht unbedingt auf blanke Busen starren. Doch dass sich andere daran stoßen, wenn öffentlich gestillt wird, kritisieren wiederum die Hebammen in Stadt und Landkreis Lüneburg. Sie möchten eine Lanze für das Stillen in der Öffentlichkeit brechen mit der Aktion „Zum Stillen willkommen“.

Und darum geht es: Die Hebammen als Initiatorinnen der Aktion fordern die Betreiber von Cafés und Restaurants, Geschäftsinhaber und Verantwortliche in anderen geeigneten Einrichtungen auf, sich zur Zertifizierung als „Stillfreundlicher Ort“ zu bewerben.

Der Hintergrund: He­bammen hören nicht selten von Müttern, dass sie nur noch zu Hause stillen oder gar frühzeitig abstillen, nachdem sie zum Beispiel in Restaurants Platzverweise erhalten haben, sich Leute am Nachbartisch durch das Stillen gestört fühlten oder das Stillen nur auf einer Toilette möglich war. Das sei eine Diskriminierung, weil Mütter dadurch von einem Teil des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen würden.

Besondere räumliche Vorgaben gibt es nicht

Die Initiative habe auch außerhalb Lüneburgs Unterstützer. Unter anderem die Antidiskriminierungsstelle der Bundesrepublik spricht sich klar für Maßnahmen zu Gunsten von Müttern aus, um ihnen das Stillen in der Öffentlichkeit zu ermöglichen.

Teilnehmen an der Initiative können alle in Lüneburg und Umgebung, die in ihren Räumen eine (still-)freundliche Atmosphäre bieten können. Besondere räumliche Vorgaben gibt es nicht. Für die Zertifizierung sei es ausreichend, wenn folgende Anforderungen erfüllt werden:

  •  Sitzmöglichkeit zum Stillen
  •  Toiletten
  •  die Unterstützung beziehungsweise der Schutz bei unhöflichem Verhalten Dritter
  •  kostenloses Getränk, zum Beispiel Leitungswasser, für die Stillende
  •  Möglichkeit zum Wickeln

Erfolgreich teilnehmende Unternehmen und Einrichtungen erhalten eine Urkunde als stillfreundliche Einrichtung, für die Außenwerbung eine offizielle Plakette und einen Eintrag als stillfreundliche Einrichtung auf einer Karte im Internet, auf der alle stillfreundlichen Orte in Lüneburg und Umgebung aufgeführt sind. lz

Bewerbungen sind bis zum 19. Oktober unter stillfreundlich.lueneburg@gmail.com möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.

10 Kommentare

  1. das normalste von der welt bedarf fürsprecher? wie dekadent kann die gesellschaft ungestraft noch werden?

  2. Es sollten beide Seiten Rücksicht nehmen.
    Ein Tuch über Kind und Brust dann fühlt sich das Kind Wohl und die Gäste werden nicht gestört.
    Mir tun kleine Würmchen immer leid wenn sie die Flasche bekommen.
    Und manche Gäste fühlen sich durch alles gestört.
    Stillen gehöhrt einfach leben dazu.Was besseres gibt es für ein Kind nicht

  3. Es ist sicherlich was natürliches, und es ist auch wichtig, dass Mütter ihre Babys stillen. Wir Menschen waren auch früher alle mal nackt, die Menschheit entwickelt sich aber weiter, daraus ergeben sich gewisse Verheltensformen, Regeln und Konventionen.

    Mittlerweile ist das wieder etwas zurückgegangen aber es gab vor zwei drei Jahren eine aufkommende Bewegung wo die Mütter meinten sie müssten in der Öffentlichkeit ihre Babys stillen, egal ob auf dem Marktplatz, im Park oder in Restaurants.

    Ich finde das persönlich unangemessen, vorallem dann wenn man die Brüste dann nicht bedeckt. Das ist disozial und egoistisch und hat auch einen Provokationsfaktor.

    Man sollte das unterlassen und sich geeignete Räumlichkeiten suchen oder mindestens sich dann mit einem großen Tuch oder sowas bedecken, wenn das schon öffentlich sein muss.

    Es gibt ein paar Dinge die ich nicht verstehe, wenn sich Männer in Deutschland öffentlich entblößen dann erfüllt das mindestens den Bestand einer Ordnungswidridkeit je nach Form auch Straftat. Wenn Frauen das machen fallen sie damit gar nicht unter diese Gesetze, wenn wir schon zurecht Gleichberechtigung fordern und Sexismus bekämpfen, dann aber bitte auch in allen Richtungen.

    • Juliane
      schön doch, wenn man(n) sich hinter einen frauennamen verstecken kann, oder? Wer urinierende männer mit frauen vergleicht ,die ihre babys füttern, ist in meinen augen nicht ganz dicht. frauen die als alte schrulle durchgehen wollen, verhalten sich meiner meinung nach, wie sie. sie haben wahrscheinlich keine kinder, oder?

  4. „Das Normalste der Welt?“ Ich dachte immer, das wäre etwas anderes. Aber vielleicht kommt man ja auch noch zu „kopulationsfreundlichen“ Cafés mit einer entsprechenden Plakette an der Tür und der Zertifizierung „Zum Begatten willkommen“. Weil’s ja so natürlich ist.

  5. wer wird gezwungen hinzuschauen? wie alt und konservativ ist derjenige, der sich daran stört, wenn ein baby gefüttert wird?

    • Was soll das mit Alter und konservativer Einstellung zu tun haben Herr Bruns? Ein Zusammenhang den ich nicht nachvollziehen kann. Eigentlich fast eine Unterstellung. Als ganz „normaler“ Rentner (also alt?) würde es mich überhaupt nicht stören wenn eine Mutter in einem Cafe oder Restaurant ihr Kind stillt. Ich bin schließlich auch mal so aufgezogen worden. Für mich ist das ein Bild das Vertrautheit und Geborgenheit ausdrückt und deshalb ästhetisch und schön ist.

      • Oscar, wir sind doch hier einer meinung. fragen sie doch mal die, die hier anders ,,denken“. sie werden sich wundern, wie da jung, alt wird.