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Die Grafik zeigt, wann es besonders gefährlich wird: morgens zwischen 5 und 7 Uhr sowie abends ab 17 Uhr. Grafik: Lustmann

Vorsicht vor den Wildtieren

Lüneburg. Es scheint so, als ob das heimische Wild einer geregelten Arbeit nachgeht und den Menschen dabei imitiert: Morgens macht es sich zeitig auf den Weg, l ässt sich im Laufe des Tages nur vereinzelt blicken, um sich dann gegen Abend wieder in Bewegung zu setzen. Die meisten Wildunfälle ereignen sich morgens zwischen 5 und 7 Uhr sowie am Abend ab 17 Uhr, wobei der Zeitraum zwischen 21 und 23 Uhr besondere Aufmerksamkeit von Autofahrern verlangt.

„Die morgendliche und abendliche Dämmerungszeit verschiebt sich jetzt mehr und mehr in den Berufsverkehr. Dies sorgt dann für vermehrte Wildunfälle. Die Gefahr eines Unfalls ist jedoch zu jeder Uhrzeit vorhanden“, erklärt Martin Schwanitz, Verkehrssicherheitsberater bei der Lüneburger Polizei.“ Er verweist auf Zahlen, wonach im Landkreis Lüneburg jeder fünfte Unfall ein Wildunfall ist. Im Jahr 2017 gab es im Landkreis 757 gemeldete Wildunfälle von insgesamt 4012 registrierten Unfällen.

Die meisten Unfälle gibt es mit Rehwild

Im Landkreis Uelzen betrug der Anteil der Wildunfälle gemessen an allen registrierten Unfällen 33 Prozent, im Landkreis Lüchow-Dannenberg sogar 45 Prozent – dort war also jeder zweite registrierte Unfall eine Konfrontation mit einem Reh oder einem anderen Wildtier.

Die mit Abstand meisten Unfälle gibt es mit Rehwild, es folgen Wildschwein, Fuchs, Dachs und Hase. „Auch wenn es viele Autofahrer nicht hören wollen: Geringere Geschwindigkeiten helfen, Kollisionen zu vermeiden“, macht Schwanitz deutlich. „Auch bei einer unvermeidbaren Kollision hilft eine geringere Geschwindigkeit, Folgeschäden und Verletzungswahrscheinlichkeiten zu reduzieren.“

Er kritisiert auch die mangelde Konzentration vieler Autofahrer. „Aufmerksam fahren und den Straßenrand zusätzlich im Blick behalten kann ich nur, wenn ich im Fahrzeug nicht abgelenkt bin.“ Schwanitz macht darauf aufmerksam, dass es sich lohnt, auf die Schilder „Vorsicht Wildwechsel“ zu achten – denn sie werden immer dann aufgestellt, wenn es zu mehreren Wildunfällen gekommen ist oder eine hohe Wilddichte vorherrscht. Er hat noch einen Tipp: „Neben dem kontrollierten Bremsen sollte man abblenden und hupen. Dies kann ein Erstarren des Tieres vermeiden.“

Übrigens: Statistiken zeigen, dass trotz leichter Spitzen in den Monaten Mai, Oktober und November das Unfallrisiko mit Wild das ganze Jahr über hoch ist.

Von Thorsten Lustmann

Im Fall der Fälle

Richtig handeln

  • Was man nach einem Wildunfall machen sollte :
  • Warnblinker an
  • Warnweste überziehen
  • Warndreieck etwa 100 Meter vor der Unfallstelle aufstellen
  • Polizei anrufen