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So könnte der Neubau des Feuerwehrhauses in Erbstorf aussehen. Ob die Pläne in die Realität umgesetzt werden, muss der Rat entscheiden. Zeichnung: Klobe

Neubau oder doch nur ein Umbau?

Adendorf. Das Feuerwehrhaus in Erbstorf ist in die Jahre gekommen: Die Tordurchfahrten sind zu klein für die modernen Löschfahrzeuge, Umkleiden und Duschen gibt es keine für die Feuerwehrmänner und -frauen, und der Raum der Jugendfeuerwehr muss mangels Alternativen als Abstellkammer genutzt werden – um nur einige Unzulänglichkeiten aus der langen Mängelliste aufzuzählen. Dass etwas geschehen muss, ist der Adendorfer Politik bewusst. Die Frage, die beantwortet werden muss, lautet also: Umbau oder Neubau?

Beide Optionen wurden im Auftrag der Verwaltung von einem Lüneburger Planungsbüro geprüft. Nun beschäftigte sich der Feuerschutz-Ausschuss der Gemeinde mit den vorgestellten Entwürfen.

Bei einem Umbau müsste sehr viel erneuert werden

In der Vergangenheit sei zwar immer wieder in das 47 Jahre alte Gebäude investiert worden. So wurden unter anderem die Therme und das Dach erneuert, „dennoch reicht die Wärmedämmung in vielen Bereichen nicht aus, auch der Brandschutz im Gebäude müsste auf den neuesten Stand gebracht werden“, mahnt Architekt Sven Klobe. Und weil das Regenwasser nicht richtig ablaufen konnte, stand das Gebäude auch schon einige Zentimeter im Regenwasser. Was der Bausubstanz ebenfalls wenig zuträglich ist. Klobes Fazit: „Bei einem Umbau müsste sehr viel erneuert werden“. Weil das Feuerwehrhaus in Erbstorf auch als Dorfzentrum genutzt werden soll – beispielsweise als Wahllokal – legt die Feuerwehr zudem Wert darauf, dass das Gebäude künfig auch barrierefrei ist. „Der TuS Erbstorf hat bereits Interesse angemeldet, das Feuerwehrhaus ebenfalls nutzen zu wollen“, gab Gemeindebrandmeister Mirko Dannenfeld zu bedenken.

Seit Mai 2016 denkt man in der Gemeinde Adendorf über eine Modernisierung des Gebäudes nach, doch scheint sich nun eine Mehrheit für einen Neubau abzuzeichnen. Auch wenn die Gemeinde dafür tiefer in die Tasche greifen muss: „Die Kosten für eine Modernisierung der alten Bausubstanz würden sich auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen, ein Neubau käme rund 500.000 Euro teurer“, rechnet Bürgermeister Thomas Maack (SPD) vor.

Bereits 2,25 Millionen Euro investiert

So oder so: In beiden Fällen werden die Investitionskosten auf zwei Jahre verteilt: 800.000 Euro sind bereits in diesem Haushaltsjahr fest eingeplant.

Sollte sich der Rat letztlich für die Neubauvariante entscheiden, müsste aber zuerst das alte Haus abgerissen werden, um Platz zu schaffen für den Neubau. Wie aber will die Feuerwehr in dieser Zeit die Einsatzbereitschaft sicherstellen? Dazu Dannenfeld: „Für die Übergangszeit könnten einige Materialien im Feuerwehrhaus Adendorf oder im Bauhof untergebracht werden.“ Und Umziehen könnten sich die Einsatzkräfte in der Zeit der Bauphase in einem eigens aufgestellten Container.

2,25 Millionen Euro hat die Gemeinde Adendorf in den vergangenen sieben Jahren in die Modernisierung der Feuerwehr in Adendorf und Erbstorf investiert, „davon alleine rund 900.000 Euro in Fahrzeuge und Technik“, betont Maack. Sollte der Rat grünes Licht für einen Neubau des Feuerwehrhauses geben, erhöht sich diese Investitionssumme noch einmal um weitere zwei Millionen Euro.

Von Klaus Reschke