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„Wir möchten die Jugendlichen beteiligen, mitbestimmen lassen, was in ihrem Lebensumfeld geschieht“, sagt Maik Peyko. Foto: phs

Nun ist die Jugend gefragt

Bleckede. Seit Jahren gibt es den Wunsch, nun wird er endlich Wirklichkeit: Die Bleckeder Jugend bekommt ihr eigenes Freizeitgelände. Die Stadt hat Am Bleckwerk neben der Feuerwehr ein Grundstück gekauft und will jetzt von den Jugendlichen wissen: Was genau wünschen sie sich dort? Um das herauszufinden, veranstaltet die Jugendpflege Bleckede-Neetze am Freitag, 12. Oktober, eine Zukunftswerkstatt. Das Motto der Aktion lautet: „Deine Stimme zählt“.

Der Jugendpfleger organisiert das Projekt

Organisiert hat das Projekt Zukunftswerkstatt maßgeblich Jugendpfleger Maik Peyko. Sein Ziel: „Wir möchten die Jugendlichen beteiligen, mitbestimmen lassen, was in ihrem Lebensumfeld geschieht.“ Denkbar ist dabei zunächst einmal fast alles: Bolzplatz, Skateranlage, „was auch immer“, sagt er, „Hauptsache, es wird dann auch genutzt und die Jugendlichen fühlen sich verantwortlich für ihren Platz.“

Das ist auch der Wunsch der Stadt Bleckede. „Und wir sind froh, dass wir dieses Thema jetzt endlich konkret angehen können“, sagt Bürgermeister Jens Böther. Schon seit seinem Amtsantritt 2006 hat die SPD die Forderung nach einem Platz für die Jugend immer wieder auf die Tagesordnung gebracht, außerdem durchgesetzt, dass in den letzten Haushalt 20.000 Euro dafür in eingestellt werden. Auch der Rat war sich weitgehend einig, „es gab viele gute Ideen“, erklärt Bürgermeister Böther, „nur, wo man sie umsetzen soll, war bisher unklar.“

Eine Skateranlage gab es eine zeitlang in Alt Garge

Im Gewerbegebiet ist die Stadt nun fündig geworden und hat das Grundstück erworben. „Im Tausch gegen ein anderes Grundstück und einen mittleren fünfstelligen Betrag“, verrät der Bürgermeister. Liegen die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt vor, soll es möglichst zeitnah an die weitere Beratung und Umsetzung gehen.

Im Gespräch war in den letzten Jahren ganz konkret der Bau einer Skateranlage. „Die gab es eine zeitlang in Alt Garge“, sagt Böther, „musste aber wegen Mängeln abgebaut werden. Das war noch vor meiner Zeit.“ Irgendwann habe man sich in der politischen Diskussion dann von dem konkreten Projekt Skateranlage distanziert und entschieden, die Jugendlichen selbst nach ihren Wünschen zu fragen.

Förderung von der Initiative Mittendrin

Was dabei herauskommt, wird nun gespannt erwartet. Um den Prozess so neutral wie möglich zu halten, hat Jugendpfleger Maik Peyko für die Moderation des Tages einen externen Moderator beauftragt. „Das ist möglich, weil das Projekt mit 1900 Euro von der Initiative Mittendrin Niedersachsen vom Deutschen Kinderschutzbund gefördert wird“, sagt er. Auch ein kleines Video haben Peyko und die Jugendlichen gedreht, mit dem sie in den sozialen Netzwerken für die Zukunftswerkstatt werben. Peyko hofft auf eine möglichst große Beteiligung und wirbt: „Alle Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 21 Jahre aus dem Raum Bleckede sind herzlich willkommen.“ Ab 11 Uhr im Jugendzentrum Bleckede. „Es gibt auch Pizza und Getränke gratis.“

Von Anna Sprockhoff

Mehr Mitbestimmung

Kinder- und Jugendrat

Die Beteiligung der Jugendlichen soll in Bleckede kein Einzelfall bleiben. Vor einigen Wochen hat Jugendpfleger Maik Peyko einen Kinder- und Jugendrat gegründet. „Für das Team ist die Zukunftswerkstatt quasi das Auftaktprojekt“, sagt er, „aber die Jugendlichen wollen auch in Zukunft in der Stadt mitmischen.“ Zehn Mitglieder hat der Kinder- und Jugendrat aktuell: die Jüngste ist 8 Jahre alt, der älteste ist 21.