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Heiner Luhmann (CDU) hat bereits seine Bereitschaft signalisiert, erneut als Samtgemeindebürgermeister für Bardowick zu kandidieren. Als erste unterstützen nun SPD, Grüne und „Wir für Bardowick“ (WfB) die Ambitionen des amtierenden Verwaltungschefs. Foto: be

Ungeahnte Unterstützung für Heiner Luhmann

Bardowick. Sie haben sich gestritten wie die Kesselflicker. Zeitweise mutete der Umgang der SPD-geführten Mehrheitsgruppe mit dem CDU-Samtgemeindebürgermeister wie ein Beschäftigungsprogramm für die Kommunalaufsicht an. Schnee von gestern: Am Dienstag überraschte Manfred Mundt (SPD) mit einer Pressemitteilung. Darin heißt es: „Frei nach dem Motto ‚never change a winning team‘ haben sich die Gruppenmitglieder dazu entschieden, die Kandidatur des Samtgemeindebürgermeisters Heiner Luhmann für eine weitere Amtsperiode zu unterstützen.“ Damit kommen SPD, Grüne und „Wir für Bardowick“ sogar der Nominierungsversammlung des CDU-Samtgemeindeverbandes für ihren eigenen Kandidaten zuvor.

Die politische Konstellation war in der Anfangszeit seit Heiner Luhmanns (CDU) Wahl denkbar ungünstig. Luhmann (CDU) gewann 2011 sehr knapp gegen den SPD-Kontrahenten Burkhard Bisanz das Rennen um den Chefsessel im Bardowicker Samtgemeinderathaus. Gleichzeitig hatten die Wähler dafür gesorgt, dass der neue CDU-Verwaltungschef im parallel gewählten Samtgemeinderat keine eigene Hausmacht hatte. Stattdessen sah er sich einer Mehrheitsgruppe aus SPD/Grüne/WfB und damals auch noch den Linken gegenüber. An dem Kräfteverhältnis änderte sich auch bei der Kommunalwahl 2016 nicht viel. Luhmanns achtjährige Amtszeit läuft Ende 2019 aus. Die Wahl des Verwaltungschefs soll voraussichtlich am 26. Mai parallel zur Europawahl stattfinden.

„Die Streitigkeiten haben uns nicht getrennt, sondern zusammengeführt“

Kürzlich hatte Luhmann gegenüber der LZ erklärt, er könne sich vorstellen, wieder anzutreten. Am Montag traf sich nun die Gruppe SPD/Grüne/WfB im Sozialraum des Rathauses und wischte alle bisherigen Bedenken beiseite. Auch SPD-Mann Mundt erinnerte zunächst an die anfänglichen Reibereien. „Schnell wuchsen jedoch gegenseitige Anerkennung und Vertrauen zwischen Gruppe und Verwaltungsspitze. Immer mehr konnten Projekte der Gruppe umgesetzt werden“, heißt es nun in der gemeinsamen Pressemitteilung. Auf LZ-Nachfrage ergänzte SPD-Ratsvorsitzender Achim Gründel: „Die Streitigkeiten haben uns nicht getrennt, sondern zusammengeführt, weil jeder seine Position deutlich machen konnte.“ In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Gerade die aktuellen Projekte wie die Umsetzung von Schulbauten, das Konzept für die Feuerwehrgerätehäuser und das Samtgemeindeentwicklungskonzept erfordern eine solide und vertrauensvolle Weiterführung.“

Nominierung durch CDU in Bardowick steht noch aus

Dass das Votum der Ratsfraktion wohl auch vom SPD-Ortsverband mitgetragen wird, gilt als sehr wahrscheinlich. Denn auch Bardowicks SPD-Chef Udo Veleba hatte an der Fraktionsabstimmung teilgenommen, und die verlief ohne Gegenstimme zugunsten des aktuellen CDU-Samtgemeindebürgermeisters.

Erfreut reagiert Markus Grube, Vorsitzender des CDU-Samtgemeindeverbandes, auf die neue Entwicklung: „Herr Luhmann leistet solide Arbeit! Und das zeugt nun von höchstem Respekt, wenn die Mehrheitsgruppe keinen eigenen Kandidaten aufstellen will.“

Luhmann selbst reagiert auf LZ-Nachfrage etwas zurückhaltend: „Ich bin ziemlich überrascht und nehme das dankbar entgehen. Das zeigt vielleicht auch, dass in den vergangenen Jahren das Vertrauen gewachsen ist.“ Aber offiziell steht seine Kandidatur für die CDU noch gar nicht fest. Die Bardowicker Christdemokraten treffen sich erst am kommenden Montag, um über die Nominierung abzustimmen. Grube sagt: „Unser Vorstand hat den Mitgliedern vorgeschlagen, Herrn Luhmann wieder zu nominieren. Aber ich will der Versammlung nichts vorwegnehmen.“ Das haben schon SPD/Grüne/WfB erledigt.

Von Dennis Thomas