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Jutta Böttcher, Doris Jaschke und Rita Linderkamp gehören zu den Ehrenamtlichen, die sich in der Unicef-Gruppe engagieren. Foto: phs

Hilfe für die Kinder dieser Welt

Lüneburg. Za’atari ist das zweitgrößte Flüchtlingslager der Welt mit derzeit schätzungsweise 80.000 Bewohnern. Es liegt sechs Kilometer südlich der syrischen Grenze und bietet seit Juli 2012 Syrern Zuflucht vor dem Krieg in ihrer Heimat. Mehr als 54 Prozent von ihnen sind Kinder. „Unicef sorgt dafür, dass diese Kinder zur Schule gehen können, Orte zum Spielen haben und psychologische Hilfe erhalten“, sagt Doris Jaschke, Leiterin der Unicef-Arbeitsgruppe Lüneburg. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der örtlichen Unicef-AG wird Michaela Eugen-Albrecht, Leiterin von Unicef Hamburg, über ihre Erfahrungen in dem jordanischen Flüchtlingslager berichten, die sie vor Ort gewonnen hat. Die Veranstaltung findet am Sonnabend, 20. Oktober, um 16 Uhr im Wasserturm statt.

Organisation in mehr als 150 Ländern aktiv

Gegründet wurde das Hilfswerk der Vereinten Nationen 1946 angesichts der Not vieler Kinder nach dem Zweiten Weltkrieg, 1953 ging Unicef Deutschland an den Start. In mehr als 150 Ländern der Welt setzt sich die Organisation dafür ein, dass Kinder medizinisch versorgt werden, zur Schule gehen können und vor Gewalt und Ausbeutung geschützt werden. „Das ist heute so notwendig wie bei der Gründung. Denn noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht. Mehr als 250 Millionen Kinder wachsen in Konfliktregionen auf, sind von Naturkatastrophen oder Epidemien bedroht“, machen Doris Jaschke, Rita Linderkamp und Jutta Böttcher von der Lüneburger AG deutlich, die 20 Mitglieder hat. Informieren über die Situation von Kindern in Not, Spenden sammeln und sich für die Rechte und Belange von Kindern einzusetzen haben sie sich zur Aufgabe gemacht.

Um Hilfe in armen Regionen oder Krisengebieten leisten zu können, bedarf es Spenden. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet der Verkauf von Grußkarten, den die Lüneburger AG seit Beginn übernommen hat, unter anderem an Info-Ständen in der Innenstadt oder beim historischen Weihnachtsmarkt. „Finanziert wurden damit zum Beispiel Impfkampagnen gegen Tuberkulose, Malaria oder Polio, aber auch die Aktion ‚Wasser wirkt‘, mit der der Brunnenbau in entlegenen Regionen dieser Welt unterstützt wurde. In Nigeria und Somalia ermöglichten unsere und alle Spenden bundesweit die Behandlung von mangelernährten Kindern. Aktuell fließt Geld zur Hilfe für Kinder im Krieg und auf der Flucht zum Beispiel im Jemen und Südsudan, in Jordanien und Syrien“, macht das Trio deutlich.

Lüneburger Schulen unterstützen die Arbeit

Unterstützt wird die Gruppe beim Spendensammeln auch von Schulen in Stadt und Landkreis, die Sponsorenläufe veranstalten. Das Geld wird dann projektbezogen eingesetzt. „Wir nutzen aber auch die Möglichkeit, in Schulen zu gehen, um über die Not von Kindern in vielen Teilen der Welt sowie über Kinderrechte zu informieren“, erläutert Jutta Böttcher. Angegliedert der AG ist auch die Lüneburger Hochschulgruppe, „die eigene Aktionen umsetzt wie anlässlich des Red-Hand-Day, mit dem an das Schicksal von Kindersoldaten erinnert wird“, sagt Rita Linderkamp.

Ein großes Anliegen ist den Lüneburger Ehrenamtlichen auch die UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 verfasst und 1992 von Deutschland ratifiziert wurde. Sie enthält zehn Grundrechte und legt Standards zum Schutz von Kindern weltweit fest. „Wir setzen uns dafür ein, dass diese Kinderrechte im Grundgesetz fixiert werden“, sagt Doris Jaschke. Dazu haben sie sich bereits vor zwei Jahren mit den Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden (Grüne), Hiltrud Lotze (SPD) und Eckhard Pols (CDU) getroffen. Passiert ist noch nichts, „es bleibt bei der politischen Forderung“.

Von Antje Schäfer

Zur Sache

Monatliche Treffen

Rund 8000 Ehrenamtliche sind bundesweit für Unicef aktiv in 90 Arbeitsgruppen, 45 lokalen Teams, 57 Hochschulgruppen und 59 Junior-Teams. Die Lüneburger AG trifft sich jeden zweiten Montag im Monat um 18 Uhr im Heinrich-Böll-Haus, Katzenstraße 2. Kontakt: (04131) 8558943. Weitere Informationen unter www.lueneburg.unicef.de im Internet.