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Einbrecher Lüneburg
Mit einfachen Mitteln können sich Bürger besser gegen Einbrecher schützen. (Foto: phs)

Schutz vor Einbrechern

Lüneburg. „Bei mir ist nichts zu holen.“ Diesen Satz hören Eleonore Tatge und Katrin Richter von der Beratungsstelle der Polizei häufig. Die beiden Beamtinnen lächeln dann nur. „Täter sind bereit, für 50 Euro irgendwo einzusteigen“, sagt Hauptkommissarin Tatge. Ihr Ziel sei nicht immer eine Villa, sondern oftmals eine unauffällige Wohngegend. Für Sonnabend, 20. Oktober, laden die Fachfrauen zu einem Informationstag im Behördenzentrum Auf der Hude ein. In der Zeit von 10 bis 13 Uhr stellen sie das Vorgehen der Täter, aber auch möglichen Schutz vor.

Es sind einfache Ratschläge, die helfen können: Wer Haus und Wohnung verlässt, sollte Fenster nicht auf Kipp stehen lassen – das kann auf Ganoven wie eine Einladung wirken. Wenn Täter zuschlagen, haben Opfer oftmals nicht nur mit dem materiellen Schaden zu kämpfen, auch die Seele leidet, wenn Schränke und Schubladen durchwühlt sind, Wäsche und Erinnerungsstücke auf dem Boden liegen, alles Private und Intime wie beschmutzt wirkt.

Die Polizistinnen geben zum Beispiel Tipps zu sicheren Fenstern und Türen. Nicht alles, was der Handel anbiete, ergebe Sinn oder funktioniere gut. Manchmal gehe es um ganz praktische Dinge: Wenn eine Terrassentür oben mit einem Bügel ausgestattet werden soll, ergibt das keinen Sinn, wenn der Mieter keine 1,70 Meter groß sei und mit ausgestrecktem Arm nicht an den Türrahmen greifen könne. Auch sollte man im Blick haben, Kellerfenster und die Fenster im ersten Stock in ein Konzept einzubeziehen. Katrin Richter sagt: „Täter stellen schon mal eine Leiter ans Haus.“

Zahl der Taten in der Region ist deutlich zurückgegangen

Auch wenn viele Menschen sich Sorgen machen, Opfer eines Einbruchs zu werden, sinkt statistisch betrachtet das Risiko. Die Fallzahlen sind rückläufig. Zählte die Polizeiinspektion 2015 in ihren drei Landkreisen Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg 603 versuchte und vollendete Taten, waren es 2017 lediglich 421. Und 1993 waren es dreimal so viele: 1265 Taten.

Die Polizei hat in den vergangenen Jahren reagiert, das erklärt den Rückgang. Weil die Beamten verstärkt auf Aufklärung setzen, haben immer mehr Bürger ihre Häuser mit entsprechender Sicherheitstechnik ausgestattet. Das wirke, sagt Eleonore Tatge: „Täter haben nicht viel Zeit, kommen sie an zwei, drei Stellen nicht ins Haus, geben sie auf. So bleibt es bei einem Drittel der Taten beim Versuch.“

Noch etwas trägt Früchte: Gemeinsam mit der Bereitschaftspolizei setzen die Ermittler auf Kontrollen, ziehen Fahrer und Autos aus dem Verkehr, lassen sich Papiere und Kofferrauminhalt zeigen. Auch wenn sie nichts finden, wird festgehalten, wer angehalten wurde. Bei späteren Ermittlungen können Fahnder so Verbindungen zu Auffälligkeiten herstellen. Weil die Polizei seit Jahren auch über Kreis- und Ländergrenzen hinweg zusammenarbeitet, gehen ihr öfter Banden ins Netz – die können dann nicht mehr zuschlagen.

Von Carlo Eggeling