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Für die Initiative Greentable nahmen (v.l.) Marcus Ramster und Matthias Tritsch den Preis entgegen, hier mit Barbara Makowka und Dirk Schröder-Brandi von den Veranstaltern. Foto: ilg

Ein gutes Leben für alle

Lüneburg. Unter dem Motto „Ein gutes Leben für alle ist möglich“ startete Freitagabend zum zweiten Mal die Lüneburger Wandelwoche. Initiatoren sind der Verein T.U.N. (Technik.Umwelt.Natur) und die Akademie Solidarische Ökonomie in Kooperation mit RENN (Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien), jeweils unter der Federführung von Horst Jäger und Norbert Bernholt. Bis zum 28. Oktober werden alle Lüneburger zu einem bunten Programm mit Stadtrundgängen, Ausstellungen, Vorträgen, Workshops, Film, Theater und Party eingeladen.

Eine Preisverleihung bildete den Anfang der Auftaktveranstaltung im vollbesetzten Kunstsaal, unter anderem mit Gästen aus Politik und Verwaltung. Ausgezeichnet vom Rat für nachhaltige Entwicklung (RNE) der Bundesregierung wurde die Lüneburger Initiative Greentable, vertreten durch deren Gründer Matthias Tritsch und Marcus Ramster. Der gemeinnützige Verein setzt sich seit 2015 dafür ein, dass die Wertschätzung von Lebensmitteln, regionaler und saisonaler Küche, Klimaschutz und soziales Engagement zu einem festen Bestandteil in der Gastronomie wird.

Finanz-Hoheit über die wichtigsten Investitionen

Danach beeindruckte der Theater-Jugendclub Lüneburg unter Leitung von Katja Meier mit einer gekonnten Performance zum Theaterstück „Die Opferung des Gorge Mastromas“.

„Wie kann eine partizipative Stadtentwicklung aussehen?“ Zu diesem Thema referierten zwei Gastredner. Den Anfang machte Karl-Martin Hentschel aus Kiel. Der engagierte Politiker (Bündnis 90/Die Grünen) und Autor setzt sich für eine Stärkung der Kommunen ein. Seinen Thesen zufolge vertrauen die Bürger den kommunalen Einrichtungen am meisten, den Politikern hingegen am wenigsten. So fände bürgerliches Engagement hauptsächlich vor Ort statt.

Hentschel ist überzeugt: „Je stärker die kommunale Autonomie und finanzielle Ausstattung der Kommune, desto stärker die Demokratie.“ Es sei wichtig, dass die Kommunen die Hoheit über die Finanzen für die wichtigsten öffentlichen Investitionen hätten – und nicht der Bund. Er sagt: „Wir müssen Bürger mobilisieren, sich für die Kommunen zu engagieren und an der Stadtentwicklung teilzuhaben. Das muss aber von unten her organisiert werden.“

Aktive Vernetzung für mehr Demokratie

Mündige Bürger wünscht sich auch der zweite Gastredner Jascha Rohr vom Institut für Partizipatives Gestalten/Oldenburg. Der Philosoph und Feld-Prozess-Designer sagt: „Kommune ist das, was die Bürger gemeinsam gestalten und beeinflussen können.“ Dazu zeigte er an verschiedenen Beispielen auch die Möglichkeiten für Bürgerbeteiligung und Methoden der Zusammenarbeit zur Weiterentwicklung einer Partizipation auf. Sein Fazit: „Eine funktionierende engagierte Gemeinschaft ist die Basis für Zukunftsfähigkeit und ein gutes Zusammenleben vor Ort.“ So sei eine partizipative Entwicklung gewinnbringend für alle Akteure und bereichere die tägliche Arbeit in Politik und Verwaltung.

Mit der Veranstaltung der diesjährigen Wandelwoche erhoffen sich die Organisatoren durch die aktive Vernetzung von Initiativen und Organisationen nicht nur die Förderung der Partizipation, sondern auch der Demokratie, die zusätzlich durch die Gründung eines Zukunftsrates in Lüneburg gestärkt werden soll. Dieser wird sich gemeinsam mit den Lüneburger Bürgerinnen und Bürgern für gesellschaftliche Belange im Hinblick auf Energie, Ernährung, Verkehr und Quartiersangelegenheiten einsetzen, getreu dem Motto „Gemeinsam erreichen, was einer alleine nicht schaffen kann“.

Von Reni Lange

2 Kommentare

  1. Andreas Janowitz

    Unglaublich wieviel Energie manche an den Tag legen können.

    • Herr Janowitz. Ich würde Ihre Fragen zu meinem Nordkoreabeitrag gern beantworten. In der LZ
      ist das Forum aber geschlossen. Wenn Sie möchten, schreiben Sie mir eine Mail an schuster.rogee@-t-online.de, dann antworte ich gern.
      Gerd Schuster