Dienstag , 17. September 2019
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Darauf können Martina und Heiko Franken anstoßen: Nach eineinhalb Jahren Umbauzeit ist aus der alten Schmiede ein charmantes Feriendomizil geworden. (Foto: cm)

Ein Schmuckstück dank Förderung

Bleckede. Als Martina und Heiko Franken die alte Schmiede in Bleckede kauften, hätte niemand geahnt, dass aus dem baufälligen Gebäude ein wahres Schmuckstück werden würde. Das Eckhaus an der Lauenburger Straße war heruntergekommen, der Garten verwildert. In eineinhalb Jahren hat das Ehepaar das historische Gemäuer saniert und zu einem Gästehaus mit vier Ferienwohnungen umgebaut.

Möglich war das nur mit finanzieller Hilfe aus dem Städtebauförderungsprogramm. „Wir haben den Höchstsatz bekommen“, sagt Heiko Franken. „Anders wäre das Ganze hier nicht machbar gewesen.“ Die Fassade des Hauses ist denkmalgeschützt und strahlt jetzt wieder in rot-braunem Fachwerk. „Die alten Balken waren noch in Ordnung und auch die Lehmwände haben wir vielfach erhalten können“, berichtet Franken. „Alles andere ist neu.“

Schiefe Deckenbalken mit Charme

Die Wohnungen sind in einer Mischung aus historischem Flair und hochmodernem Wohnkomfort eingerichtet. Im Flur der barrierefreien Erdgeschosswohnung begrüßt den Gast ein Mosaikboden, der typisch für alte Bauernhäuser, allerdings nicht historisch ist. Das solide alte Schloss an der sanierten Haustür dagegen ist tatsächlich noch original.

Im Dachgeschoss dagegen sieht man dem Gebäude seine über 220 Jahre an: Der Fußboden erzählt mit leichtem Anstieg von von vielen Jahrzehnten, in denen das Holz gearbeitet hat, und die Deckenbalken ziehen sich leicht schief durch die Etage. Doch das macht einen Großteil des Charmes aus.

„Der Staub hat sich gelegt, und wir freuen uns, dass es jetzt losgeht“, sagte Heiko Franken bei einer kleinen Einweihungsfeier im Hof, wo jetzt Sitzmöbel dazu einladen, die letzten Sonnenstunden zu genießen. Am Wochenende haben Freunde eine der Wohnungen getestet, die ersten echten Gäste kommen dann am 30. Oktober.

Knapp eine halbe Millionen Euro hat die aufwendige Sanierung gekostet, rund 150 000 Euro kommen aus der Städtebauförderung. Ein Programm, das inzwischen viele Bleckeder für die Sanierung ihrer denkmalgeschützten Häuser nutzen. „Mit rund 35 Anfragen haben wir eine sehr große Nachfrage für private Maßnahmen“, bestätigt Bürgermeister Jens Böther, der ebenfalls zur Einweihung gekommen war. Inzwischen haben Martina und Heiko Franken auch ein Haus für sich selbst in Bleckede gefunden, das sie ebenfalls mit Mitteln der Städtebauförderung sanieren.

Von Claudia Misiek

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