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Geht es nach dem Willen der Politker, wird der Fahrplan umgekrempelt. Foto: t&w

Wunschkonzert zum Busverkehr

Lüneburg. Die Busverkehre sollen ab Ende 2019 in Stadt und Landkreis Lüneburg neu geordnet werden. Buslinien im Stadtbereich sollen teilweise gestärkt werden. In der Fläche sollen die Hauptachsen erhalten bleiben, die sternförmig auf die Stadt Lüneburg zulaufen. Die meisten kleinen Verbindungen zwischen den Dörfern sollen durch Rufbusse ersetzt werden.

Grundlage ist der neue Nahverkehrsplan 2018-2023. In den vergangenen Wochen setzten sich die betroffenen Kommunen mit den Plänen des Landkreises kritisch auseinander. Herausgekommen sind insgesamt 291 Einzelanregungen an den Landkreis. Davon sollen nun rund zwei Drittel der Wünsche ganz oder teilweise übernommen werden, so lautet die Empfehlung des Wirtschaftsausschusses des Kreistags, der sich am Montagnachmittag damit befasst hat.

Schulbusverbindungen blieben von den Änderungen unberührt

Insgesamt waren im Beteiligungsverfahren 64 Stellungnahmen eingegangen, die Mehrzahl von Gemeinden (27 Stück) sowie von Bürgern (27), das berichtete bei der Sitzung des Fachausschusses Thorsten Heitmüller von der Verkehrsgesellschaft Nordostniedersachsen (VNO), die zusammen mit dem Landkreis den neuen Nahverkehrsplan erarbeitet. Das neue Konzept krempelt den ÖPNV-Verkehr per Bus komplett um, mit dem Ziel, das Angebot attraktiver zu gestalten, mit längeren Betriebszeiten und kürzeren Takten (siehe Infokasten). VNO und Kreis schätzen bei Umsetzung des neuen Nahverkehrsplans mit Mehrkosten in Höhe von rund 3,9 Millionen Euro pro Jahr.

Mehrkosten in Höhe von 760.000 Euro entstünden allein für Angebotsverbesserungen im Lüneburger Stadtverkehr, die Umstellung des Taktes, die verbesserte Anbindung der Uni sowie die geplante Einbindung von Deutsch und Wendisch Evern. Weitere 520.000 Euro zusätzlich schlügen für die regionalen Hauptlinien zu Buche. Und obwohl mit dem neuen, zusätzlichen Rufbus-Angebot in der Fläche manche schwachgenutzte Verbindungen wegfielen, sei dort mit Mehrkosten von rund 640.000 Euro zu rechnen, sagte Heitmüller auf LZ-Nachfrage. Denn mit dem neuen Zwei-Stundentakt an allen Wochenrtage würde vor allem der ÖPNV im östlichen Kreisgebiet deutlich erweitert, heißt es. Die Schulbusverbindungen blieben indes von den Änderungen unberührt.

Regionale Hauptlinien sollen nicht mehr Am Sande halten

Einige der geplanten Neuerungen gehen auf Wünsche der Kommunen aus dem Beteiligungsverfahren zurück. So soll auf Anregung der Stadt Lüneburg nicht die Uni-Linie 5001 öfter fahren, sondern wie bisher beibehalten werden. Stattdessen soll der Takt auf den südlichen Abschnitten der Linien 5011 (Bahnhof-Häcklingen) und 5012 (Bahnhof-Bockelsberg) in den Hauptverkehrszeiten auf 15 Minuten verkürzt werden.

Hingegen machte die Gemeinde Reppenstedt keinen Stich mit ihrer Forderung, auch die Linie 5013 (Lüneburg-Reppenstedt) auf einen 15-Minutentakt zu verkürzen. Der Kreis hält das aktuelle Angebot für „angemessen“. Hingegen wird der Status quo der Linien zwischen Ebensberg und Erbstorf/Adendorf sogar verschlechtert, die Linie 5015 soll nur noch bis Ebensberg verkehren. Und der Kreis folgt den Kritikern nicht, die Hauptlinien weiterhin Am Sande halten zu lassen. Stattdessen soll vermehrt der ZOB am Bahnhof Lüneburg angefahren werden.

Das letzte Wort hat der Kreistag

Eine bessere Anbindung des Bardowicker Bahnhofs wurde unter anderem auch von der Gemeinde Vögelsen angeregt. Doch anstelle eines Schnellbusses, der auch Reppenstedt anbinden soll, favorisieren VNO und Kreis auch dort einen Rufbus über Oedeme, die Gellerser Dörfer und Reppenstedt sowie Mechtersen, Vögelsen und schließlich bis zum Bahnhof in Bardowick. Auch könnte das Bardowicker Gewerbegebiet Wittorfer Heide beispielsweise über einen Rufbus besser angebunden werden.

Der Ausschuss empfahl einstimmig, bei einer Enthaltung, den geänderten Entwurf des Nahverkehrsplans umzusetzen. Das letzte Wort hat der Kreistag.

Von Dennis Thomas

Zur Sache

Längerer Betrieb, kürzere Takte

Die im Nahverkehrsplan vorgesehenen Betriebszeiten für den Stadtbusverkehr in Lüneburg sind geplant montags bis freitags von 5 bis 22 Uhr, sonnabends von 6 bis 21 Uhr und sonntags 9 bis 20 Uhr. Das Takt­raster soll 15 bzw. 30 Minuten betragen, zu nachfrageschwachen Zeiten 60 Minuten. Eingebunden werden sollen Deutsch und Wendisch Evern. Mit folgenden Betriebszeiten: werktags 5 bis 21 Uhr, sonnabends 7 bis 21 und sonntags von 9 bis 19 Uhr. Taktraster: 30 Minuten, zu nachfrageschwachen Zeiten 60 Minuten, Sonntagvormittag zweistündlich.

Die Regionalbusverkehre auf den Hauptachsen (Linie 5100, 5110, 5200, 5300, 5600, 5700 und 5900) sollen werktags von 5 bis 21 Uhr im Ein-Stundentakt fahren, sonnabends von 6 bis 20 Uhr mindestens zweistündlich sowie sonntags von 9 bis 20 Uhr zweistündlich. Für die Rufbusse ist ein Zwei-Stundentakt geplant, werktags von 5 bis 21 Uhr, sonnabends von 7 bis 19 Uhr und sonntags 9 bis 19 Uhr.

2 Kommentare

  1. Hingegen machte die Gemeinde Reppenstedt keinen Stich mit ihrer Forderung, auch die Linie 5013 (Lüneburg-Reppenstedt) auf einen 15-Minutentakt zu verkürzen. Der Kreis hält das aktuelle Angebot für „angemessen“.
    so so. reppenstedt sollte sich mehr bemühen , firmen nach reppenstedt zu locken, die fahrten nach lüneburg überflüssig machen. einen kleinen baumarkt zum beispiel. wer hat schon lust , freiwillig in lüneburg einzukaufen? ein uhrmacher wäre auch nicht schlecht. die menschen werden immer älter. kurze wege vor ort sind angesagt.

    • Leider gibt es auch eine Reihe von Verschlechterungen. So werden 8 Regionalbuslinien nicht mehr die Lüneburger Innenstadt anfahren. Busse aus Bleckede, Dahlenburg, Scharnebeck etc enden dann am ZOB. Wird die Innenstadt tatsächlich dadurch gestärkt, dass man Buslinien herausnimmt? Zudem hat der ZOB auch keine besondere Aufenthaltsqualität. Weiterhin: Die 5012 nach Hagen wird nur noch alle halbe Stunde fahren. Die Busse nach Wendisch-Evern und Deutsch-Evern nennen sich dann Stadtbuslinien, werden jedoch auch an der City vorbeigeführt…