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Ein geplanter Anbau am Brockwinkler Weg erfordert die Abwägung mit Blick auf den Natur- und den Denkmalschutz. Symbolbild: A/t&w

Kita soll wachsen

Lüneburg. Der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen in Lüneburg ist groß, auch weil Eltern Anspruch haben auf einen Platz für ihre Kinder nach dem ersten Geburtstag . Die Wohnungsbaugenossenschaft Lüneburg hat nun im Auftrag der Psychiatrischen Klinik einen Bauantrag für eine Erweiterung der Kita Brockwinkler Wald gestellt. Der beschäftigte den Bauausschuss im nicht-öffentlichen Teil. Der Knackpunkt: Für die von der Verwaltung präferierte Variante müssen große Bäume gefällt werden.

Die Kita Brockwinkler Wald befindet sich auf dem Gelände des denkmalgeschützten Landschaftsparks und ist umgeben von wertvollem Baumbestand. Für den Erweiterungsbau ist eine Fläche von rund 600 Quadratmetern vonnöten, um zwei weitere Gruppen mit 35 Kindern unterbringen zu können. Das beauftragte Architektenbüro hatte drei Varianten entwickelt: je eine nach Norden, Süden und Osten. Auf Anfrage erklärte Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel: „Die Verwaltung hat sich in Abstimmung mit den Verantwortlichen der Kita und den Mitgliedern des Bauausschusses für einen Anbau in Richtung Norden entschieden. Der Ausschuss hat mehrheitlich dafür gestimmt. Für die Umsetzung müssen drei, gegebenenfalls vier große Bäume – Eichen und Linden – gefällt werden.“

Stadtbaurätin Heike Gundermann verweist darauf, dass der Entscheidung ein ausführlicher Abwägungsprozess der Varianten vorausgegangen sei. „Dabei befanden wir uns in einem Konflikt zwischen der Schaffung neuer Kita-Plätze einerseits und dem Natur- und Denkmalschutz andererseits. Gemeinsam haben wir versucht, die beste Lösung zu finden. Das heißt, eine Erweiterung, die für den Kitabetrieb funktional ist und gleichzeitig die Belange von Denkmalschutz und Umweltschutz bestmöglich berücksichtigt.“

Für gefällte Bäume wird es Ausgleichsmaßnahmen geben

Für den Ausbau nach Norden hätten betriebsorganisatorische Gründe wie die Anordnung der Schlaf- und Gruppenräume sowie die Verbindung zum Anbau gesprochen.

Laut der Pressesprecherin der Stadt wird die Klinik als Bauherr einen Antrag zur Fällung der Bäume stellen. „Die Grünplanung wird unter Einbezug der Denkmalpflege den Antrag bearbeiten. Generell gilt, dass mit der Genehmigung eines Bauvorhabens ein Rechtsanspruch auf Fällung besteht. Die Stadt legt dann fest, welche Ausgleichsmaßnahmen als Auflage erfüllt werden müssen.“

Von Antje Schäfer

Rasanter Anstieg

Mehr Plätze für mehr Kinder

Die Zahl der Kinder bis 6 Jahre ist in Lüneburg seit Beginn der 2000er-Jahre kontinuierlich gestiegen. 2011 gab es 3849 Ein- bis Sechsjährige, aktuell ist diese Zahl auf 4205 gestiegen. Für das Kitajahr 2021/2022 werden 4429 Kindern prognostiziert. Die Stadt geht davon aus, dass bis dahin mindestens 630 Plätze gegenüber dem Stand von Mitte 2017 benötigt werden.

61 Einrichtungen bieten Betreuung für Krippen- und Kitakinder sowie Grundschüler. Hinzu kommt die Tagespflege. 11 Kitas und 2 Horte sind in Trägerschaft der Stadt, die ­übrigen 48 Einrichtungen betreiben freie Träger.

Die Versorgungsquote für 1- bis 3-jährige Kinder liegt mit 1 004 Plätzen für 1457 Kinder der entsprechenden Altersgruppe bei 69 Prozent (inklusive Tagespflege, ohne: 47 Prozent). Die Versorgungsquote für 3- bis 6-Jährige erreicht 83 Prozent.