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So soll er eines Tages aussehen: der „Wohnpark an der Ilmenau“ im Zentrum Bienenbüttels. Investor Frank Scheper hofft, nun nach einiger Verzögerung im Frühjahr 2019 endlich das Fundament gießen zu können. (Grafik: Scheper)

Mit Zähneknirschen zum neuen Zuhause

Bienenbüttel. Vertrocknete Gräser und ein Container, umsäumt von Ilmenau und Bauzaun. Ein trostloses Loch klafft im Herzen von Bienenbüttel. Früher residierten hier Urlaubsgäste im Hotel „Drei Linden“, nach dessen Abriss sollte an derselben Stelle ein millionenschwerer Wohnpark entstehen – doch der lässt auf sich warten. Fragt man Bauinvestor Frank Scheper, hätte er am liebsten schon vor rund einem Jahr das Fundament gegossen. „Nach dem Kauf dachte ich, wir seien schon relativ weit, aber das war wohl ein Trugschluss!“

Das Problem laut Scheper: Die Gemeinde habe im Zuge des städtebaulichen Vertrages, in dem Eckpunkte zur Gestaltung des Wohnparks festgelegt werden, wiederholt Änderungswünsche geäußert. Zuletzt sei etwa der Hinweis gekommen, doch bitte die Stellplätze nach ADAC-Norm zu verbreitern. Scheper, der sein Geld in der Vergangenheit unter anderem mit dem Bau von Krankenhäusern verdient hat, kennt diesen Anspruch eigentlich nur von öffentlichen Einrichtungen, Einkaufszentren zum Beispiel. „Aber ich habe zähneknirschend gesagt: ,Ich füge mich – auf dass wir weiterkommen.‘“ Bürgermeister Merlin Franke hingegen erklärt, seitens der Verwaltung seien lediglich nach der ersten Beratung in den Gremien Änderungswünsche des Rates eingebracht worden. Mehrere Anpassungen habe es aber im Nachgang vom Investor zu textlichen Passagen gegeben.

Kosten haben sich erhöht

Nun hätten sich durch die Verzögerung die Kosten für die geplanten 23 Wohneinheiten mitsamt Tiefgarage vermutlich um einen sechsstelligen Betrag auf sechs bis sieben Millionen Euro erhöht, schätzt Scheper. Der Bauunternehmer aus Baden-Württemberg ist darüber alles andere als glücklich, will aber kein zusätzliches Öl ins Feuer gießen: „Schlussendlich hat der Bürgermeister wohl nur seine Gemeinde geschützt.“ Der erklärt gegenüber der LZ: „Nur mit einem städtebaulichen Vertrag ist in diesem Fall abgesichert, dass das, was die politischen Gremien an Gestaltung festgelegt haben, auch umgesetzt wird.“ Es sei Aufgabe der Verwaltung, sicherzustellen, dass diese Bedingungen auch tatsächlich erfüllt würden, so Franke. Lediglich die Vergrößerung der Parkflächen sei als politische Nachforderung eingegangen – nachdem die Parkhauspläne vorlagen. Damit habe man ein „Parkchaos“ in der Lindenstraße verhindern wollen.

Wie dem auch sei: Beide Seiten sind zuversichtlich, dass in den kommenden Monaten eine Baugenehmigung für das Projekt in der Lindenstraße ausgesprochen wird. Wenn alles glatt läuft, will Scheper im Frühjahr 2019 Bauarbeiter auf das Gelände schicken, nach zirka anderthalb Jahren die ersten Schlüssel an die neuen Besitzer der 60 bis 140 Quadratmeter großen Wohnungen überreichen. Bürgermeister Franke begrüßt das – schließlich werde Wohnraum, gerade in seniorengerechter Ausführung, in Bienenbüttel dringend benötigt.

Von Anna Petersen