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Cafeteria Uni
Das Foto ist ein halbes Jahr alt: Im Erdgeschoss des Zentralgebäudes gibt es aber nach wie vor keine Cafeteria. Das soll sich im nächsten Jahr ändern. (Foto: t&w)

Studenten müssen zusammenrücken

Lüneburg. Eineinhalb Jahre ist es her, dass die Universität ihr Zentralgebäude mit mehr als 1000 Gästen feierlich eingeweiht hat. Ein Versprechen von damals wurde bis heute nicht eingelöst: Es gibt noch immer keine Gas­tronomie im modernen Bauwerk, keine Möglichkeit, sich zwischendurch mal mit einem Kaffee aufzuwärmen oder mit einem belegten Brötchen zu stärken.

Die LZ hatte im März, also ein Jahr nach der Eröffnung, eine Erkundungstour durch den Libeskind-Bau unternommen. Der großzügige Raum im Erdgeschoss, der auf einem Schild als „Cafeteria“ ausgewiesen wird, diente als Lagerfläche für Stühle, Tische und aufgerollte Kabel. Uni-Pressesprecher Henning Zühlsdorff hatte damals mitgeteilt, dass die Leuphana Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft Gespräche mit möglichen Betreibern führe. Der Beginn eines Cafeteria-Betriebs im Laufe des Wintersemesters angestrebt werde. Bis heute ist nichts geschehen, die Fläche, die mehr als 200 Sitzplätze bieten soll, ist nach wie vor ungenutzt.

Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss

Das soll sich in Kürze ändern: Zühlsdorff teilt auf Nachfrage mit, dass die Vertragsverhandlungen mit einem externen Betreiber kurz vor dem Abschluss stünden. „Sobald der Vertrag geschlossen ist, sollen die Arbeiten zur Herrichtung der nötigen Infrastruktur beginnen. Wir streben einen Betriebsbeginn in der ersten Jahreshälfte 2019 an.“

Diese Nachricht kommt auf dem Campus nicht überall gut an. So heißt es, dass bei den Planungen der Cafeteria-Räume nicht ausreichend Lagerflächen mitbedacht wurden. Der Leidtragende dürfte der Dachverband der Studierendeninitiativen, kurz DSi, sein, der voraussichtlich nun etliche Quadratmeter abgeben muss. Erst Anfang des Jahres hatte die Uni dem studentischen Verband Räumlichkeiten übergeben, ein 100 Quadratmeter großer „Co-Working-Space“, den Initiativen zum Arbeiten nutzen können, wurde eingerichtet. Zwei der drei Räume sollen nun dem neuen Betreiber zufallen. Ergo: Bald gibt es zwar auch im Libeskind-Bau Getränke und Speisen, für die rund 50 Initiativen, die auf dem Campus aktiv sind, könnte es aber eng werden.

Studentisches Projekt

Café auf dem Campus

Auch eine andere Fläche auf dem Uni-Gelände ist verwaist: Ende Juni ist die Nutzungsvereinbarung für das „Café Neun“ im Gebäude 9 ausgelaufen, der Verein Campus um Geschäftsführer Klaus Hoppe musste die Fläche räumen. Das Präsidium hatte sich mit der Idee, ein studentisch geführtes Café zu eröffnen, an den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) gewandt. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet, ein Konzept ausgearbeitet und der Unileitung präsentiert. Inzwischen ist wieder ein halbes Jahr vergangen, Neuigkeiten gibt es keine.

Von der Uni heißt es, dass die Verwaltung „in engem Austausch“ mit den Studenten sei, „um ein tragfähiges Konzept zu entwickeln“. Derzeit sei noch nicht absehbar, wann es im Gebäude 9 wieder ein gastronomisches Angebot geben könnte. Julius Finks, AStA-Sprecher und Mitglied der Arbeitsgruppe, sagt, dass es wichtig sei, möglichst bald tätig zu werden. Das Café 9 sei ein zentraler Ort auf dem Campus gewesen, außerdem müsse der Durchgang wieder geöffnet werden. „Zurzeit muss man außen herumgehen.“

Von Anna Paarmann