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Nach Jahrzehnten wurde die hölzerne Kassettendecke entfernt, das alte Tonnengewölbe des Festsaals ist wieder sichtbar. Foto: dth

Saal wird entrümpelt

Barum. Die ersten Bauarbeiten an Barums Millionen Euro schwerem Förderprojekt haben begonnen. Derzeit laufen Vorbereitungen zur Sanierung des Festsaalgebäudes in eben dem ehemaligen Gasthaus Flindt. Über den Stand des Projektes berichtete jetzt Bürgermeister Joachim Schwerdtfeger (FDP) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Der sollte eigentlich auch über den Fortgang des geplanten Wohnbaugebiets „Bergwiesenweg II“ entscheiden. Der Punkt wurde aber kurzfristig von der Tagesordnung genommen. Am Abend zuvor hatte ein Anwohner bei der Sitzung des Bauausschusses Zweifel gesät, ob die angedachten Änderungswünsche richtig sind.

Abriss der alten Kegelbahn könnte bald folgen

Den Bauantrag für Sanierung und Umgestaltung des alten Festsaals hatte noch der vorherige Bürgermeister Torsten Rödenbeck auf den Weg gebracht. Die Genehmigung werde bald erwartet, heißt es. Seit Kurzem laufen die vorbereitenden Arbeiten. Bürgermeister Schwerdtfeger sagte bei der Ratssitzung: „Die hölzerne Zwischendecke wurde entfernt, jetzt ist wieder das schöne Tonnengewölbe zu sehen.“ In der Zwischenzeit sei laut Schwerdtfeger auch die Ausschreibung für den Abriss der benachbarten Kegelbahn, Baujahr 1980, gelaufen, „wir können den Auftrag zeitnah vergeben“.

Außerdem berichtete Schwerdt­feger, dass er mit der Förderbehörde, dem Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg, erfolgreich über eine Verlängerung der Förderfristen verhandelt habe, „jetzt haben wir zusätzliche Zeit gewonnen“. Wie berichtet, soll die Gemeinde gleich für drei parallele Projekte aus dem Förderprogramm Dorferneuerung große Zuschüsse erhalten. Zugesagt war rund eine halbe Million Euro für die Sanierung des Festsaals, weitere maximal 844.000 Euro für die Umnutzung des Gasthauses Flindt sowie rund 260.000 für Erneuerung und Umgestaltung der angrenzenden Dorfstraße.

Baugebietspläne sollen wiederbelebt werden

Überraschend nahm der Gemeinderat Barum das Thema „Bergwiesenweg II“ von der Tagesordnung. „Es gibt noch eingehenden Informations- und Beratungsbedarf“, sagte Bürgermeister Schwerdtfeger. Einen Abend zuvor im Bauausschuss hatte das noch anders geklungen. Es geht um den im Jahr 2004 aufgestellten Bebauungsplan Nr. 6 „Rethwinkel“, der zuletzt 2007 geändert worden war. Ein Teil des vorgesehenen Wohngebiets südlich des Bündwegs wurde bisher nicht umgesetzt, der sogenannte „Bergwiesenweg II“. Laut Bauausschussvorsitzendem Sven Behr (CDU) wollten die Eigentümer das Baugebiet nun zum Leben erwecken. Allerdings mit einem deutlichen Änderungswunsch: Die „F+H Grundstücksgesellschaft“ von Maik Hillbert und CDU-Ratsmitglied Hilmar Fehling wünscht sich, dass auch die geplante Ausgleichsfläche für Wohnbaugrundstücke genutzt werden kann. Dabei geht es um mehr als 5000 Quadratmeter am südlichen Ende des Plangebiets.

Bei der Bauausschusssitzung hatte Einwohner Gebhardt Weiss hartnäckig nachgefragt, ob der Rat die Ausgleichsfläche einfach so herausnehmen könne. Während Behr betonte, dass das Thema bereits ausführlich in den Fraktionen besprochen worden war, beharrte Schwerdtfeger darauf, dass noch Beratungsbedarf bestehe.

Zwar empfahl der Bauausschuss dem Rat mit zwei Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, die gewünschten Änderungen vorzubereiten. Aber auch hinter den Kulissen scheint doch noch Gesprächsbedarf zu herrschen, sonst wäre das Thema beim Rat nicht von der Tagesordnung genommen worden.

Von Dennis Thomas