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Viele Akteure sind überzeugt: Die ersten Konzerte und Gewinnsätze hätten längst in der Arena Lüneburger Land gespielt sein können. Doch erst am Montag wird der Kreistag entscheiden, ob das Projekt überhaupt realisiert wird. Foto: phs

Arena-Beschluss naht

Lüneburg. Die Lüneburger Kreisverwaltung hat mit spitzem Stift gerechnet – und unter dem Strich stehen 14,4 Millionen Euro. So viel wird der Bau der geplanten „Arena Lüneburger Land“ nach derzeitigem Stand kosten – ohne Steuern. Grundlage sind die Ergebnisse der Ausschreibungen von rund 70 Prozent des Auftragsvolumens der Veranstaltungshalle mit Standort an der Lüner Rennbahn. Das teilte die Sprecherin des Landkreis, Katrin Holzmann, auf LZ-Anfrage mit.

Bereits bei seiner Sitzung am kommenden Montag, 5. November, soll der Kreistag nach dem Willen der Verwaltung nun endgültig grünes Licht für die Realisierung des Millionenprojektes geben. Mehr als zwei Jahre nach dem Grundsatzbeschluss zum Bau – und fast sechs Jahre nach der Initialzündung.

Offene Fragen zur Sitzung geklärt

Das Ausschreibungsergebnis liegt zwar deutlich über den ursprünglich veranschlagten 10,2 Millionen Euro, doch nur 200.000 Euro höher als die Vorberechnungen der Planer für die Ausschreibungen. Damit wird die von vielen Kreistagsfraktionen intern genannte Schmerzgrenze von 15 Millionen Euro nicht überschritten.

Offen ist hingegen noch die Frage des Vorsteuerabzuges. Sollte dieser nicht gewährt werden, stiegen die Arena-Kosten auf rund 17 Millionen Euro. Die Kreisverwaltung hatte bereits in der vorvergangenen Woche eine verbindlich Auskunft beim Finanzamt Lüneburg beantragt und ist zuversichtlich, dass die Antwort zur Sitzung am Montag vorliegt. „Damit würden zur Sitzung die entscheidungserheblichen Tatsachen für eine Beschlussfassung vorliegen“, heißt es in der entsprechenden Sitzungsvorlage.

Denn die Verwaltung drückt aufs Tempo: „Aufgrund der geplanten Zeitabläufe sollte die Bauentscheidung auf jeden Fall am 5. November fallen.“ Ein Besprechungstermin mit dem Unternehmen für Erd- und Rohbau ist bereits unmittelbar nach der Sitzung vereinbart, Baubeginn soll bei günstiger Witterungslage noch in diesem Jahr sein.

Von Malte Lühr

17 Kommentare

  1. DIESE „Arena Lügengurker Schand“ wird, sofern die Kreistagsmitglieder kommenden Montag für den Irrsinn tatsächlich „grünes Licht“ geben, nach Fertigstellung nicht weniger als 25 Millionen Euro gekostet haben.

    Darauf gehe ich jede Wette ein.

    Oben drauf werden weitere zwei bis sieben Millionen Euro kommen, um die Parkraum-, Zufahrts- und Transportproblematik an der Lüner Rennbahn zu „lösen“.

    Ein schönes Weihnachtsgeschenk für die Privatunternehmer Bahlburg und Hoppe, die Baukörper und Infrastruktur ohne jedes geschäftliche Risiko solange nutzen können, bis auch der letzte Lüneburger Politiker gemerkt haben wird, dass er nach dem Libeskind-Bau einem zweiten Kostenfass ohne Boden zugestimmt hat. Nur dass diesmal Stadt- und Kreisbewohner die volle Summe alleine werden wuppen müssen (was sich nicht nur an steigenden Hebesätzen, maroden Radwegen und zebröselnden Schulfassaden bemerkbar machen wird).

    Eine Bedarfsanalyse für den Millionenbau gibt es bis heute nicht. Daher weiß auch niemand, welche herrlichen Freuden er spenden oder welche gewaltigen Wunden er reißen wird.

    Im Grunde weiß bis heute niemand genau zu sagen, welchen (gemeinwohldienlichen) Zweck der Klotz eigentlich erfüllen soll — und was Stadt und Kreis bei seiner „Verwirklichung“ (inklusive Finanzierung und Dauersubventionierung) eigentlich verloren haben. (Ein Schimmbad ist ein Schwimmbad, ein Museum ist ein Museum, ein Theater ist ein Theater, eine Schule ist eine Schule, eine Sportanlage ist eine Sportanlage — aber was ist eine praktisch parkraumlose „Mehrzweckhalle“, die isoliert und ohne Entwicklungsmöglichkeiten zwischen Gewerbebetrieben eingeklemmt ist und an maximal zwanzig Abenden im Jahr von überall auf der Welt zusammengekauften Ballartisten genutzt wird, die in einer künstlich beatmeten Operettenliga ohne nennenswerten Rückhalt in der hiesigen Bevölkerung bei spektakulären Kommerzevents vermarktet werden sollen?)

    Aber trotzdem Ziel und Zweck der „Arena“ für den, der ehrlich ist, unbekannt sind – oder besser wohl: gerade deshalb – „drückt die Verwaltung (= Herr Nahrstedt) aufs Tempo“!

    Es herrscht eben „fast sechs Jahre nach der Initialzündung“ gerade „eine günstige Witterungslage“!

    Wenn das keine „entscheidungserhebliche Tatsache für eine beschleunigte Beschlussfassung“ ist, dann weiß ich auch nicht.

  2. Mal schauen was Montag beschlossen wird…
    Ich drücke die Daumen, dass die Arena gebaut wird, auch wenn das Verfahren hätte besser gesteuert werden können.
    Für die nächsten Heimspiele der SVG sind keine Sitzplatzkarten mehr zu haben. Vielleicht kann man ja in einem Jahr sagen, dass das erste Heimspiel in der neuen Halle auch voll ist….

    • Vielleicht, vielleicht wird „man“ aber auch etwas ganz anderes sagen … Da dann 25 Millionen Euro oder mehr für eine Halle ausgegeben worden sein werden, von der niemand sagen kann, wozu sie eigentlich genau gut sein soll, halte ich die zweite Variante für wahrscheinlicher.

      • Woher nehmen Sie denn die Zahl? Derzeit ist diese nicht absehbar und auch nicht belegbar.
        Die 14,4 Mio sind in Teilen, wohl 70 %, nachweisbar also ca. 10,1 Mio. und die restlichen sind 30 % berechnet also rund 4,3 Mio.. Bei den 4,3 Mio. ist also noch eine Unsicherheit drin. Bei einer richtigen Berechnung sollten hier noch 10% Unsicherheit sein. Allerdings aufgrund der derzeitigen Lage der Bauwirtschaft eher höher. Ich nehme mal 30% an. Somit könnten Rest 5,6 Mio. sein. Zusätzlich sind sicher noch ein paar Schnittstellenfehler bei den Ausschreibungen dabei und auch noch ein paar Teile vergessen worden (wie meist üblich – z.B. Brandschutzanforderungen, Brandfallsteuerung, Anforderungen die durch Feuerwehr oder Polizei noch notwendig werden). Ich gehe daher von Kosten zwischen 15 und 17 Mio. aus.
        Und wofür soll sie genutzt werden? Hm?
        Sportveranstaltungen (Volleyball, Handball, Basketball, Hallenfussball, etc.) Feiern, Messen, Konzerte, Comedy, Tanzveranstaltungen, Reiten, Unternehmensveranstaltungen. Jeweils in der entsprechenden größeren Kategorie. Sie wird neue Möglichkeiten in den zuvor genannten Bereichen eröffnen.
        Also Daumen drücken, und schauen was die Kreistagsabgeordneten beschließen.

        • Torben
          wunschdenken ist auch eine art pleite zu gehen. kennen sie eine arena, die nicht vom steuerzahler bezuschusst werden muss? und wer zahlt wohl die zeche am ende? die die arena nutzen, oder die sie nicht nutzen und sich den eintritt nicht leisten können?

          • @Klaus
            War es schon jemals anders? Der Bürger und Steuerzahler zahlt alles. Vom Arbeitspatzabbau bis illegale Migration ,über Brücken,die nie benutzt worden sind, Milliarden für Menschen, die nicht mal berechtigt sind, hier zu sein und für Menschen, die hier Frauen in der Gruppe vergewaltigen, töten , oder für (Un)menschen , die Beamten 25kg schwere Betonplatten auf den Kopf werfen, oder sie im Dienstwagen anzünden.Für Betrüger, die organisiert den Staat mit Sozialleistungen um Millionen prellen.

          • Antwort: Weder noch, oder auch alle. Die Gewerbetreibenden, die Industrie, die Arbeiter, die Abgestellten, die Selbstständigen, eben alle Steuerzahler und dann noch die, die die Halle besuche und nutzen. So wie es bei Straßen, Brücken, Parks, Wälder üblich ist.
            Wenn Sie wollen, dass sämtliche Nutzung komplett nur von denjenigen getragen wird, die die es auch Nutzen, dann gute Nacht Deutschland. Dann gehen die Lichter in vielen Gegenden aus. Vielleicht schon in Ihrer Straße.
            Wieder zurück zum eigentlichen Thema:
            Wenn am Montag, wie es scheint, der Kreistag zustimmt, ist es auch von demokratisch legitimiert. Wenn sie es ablehnen, dann alles auf Anfang.
            Denn eine Sport- und Eventhalle wird immer wieder von den unterschielichsten Seiten gefordert werden, da sie fehlt. In welcher Form auch immer.

  3. Hans-Georg Werner

    Der weltberühmte LSK-Trainer Rainer Zobel wird heute 70 Jahre alt. Er ist der jugendlichste und der bescheidenste unter Niedersachsens prominenten Sportprofis. Ich gratuliere ihm herzlich! Zobels einziger Geburtstagswunsch ist ein kompaktes modernes Fußballstadion in Lüneburg. Siehe das große LZ-Interview zu seinem Jubeltag: https://www.landeszeitung.de/sport/aktuelles/235582-video-rainer-zobel-wird-70

    Hoffen wir, dass die Kreistagsmitglieder am kommenden Montag, den 5. November 2018 die letzte Gelegenheit wahrnehmen und noch umsteuern! Nicht „Hoppe & Bahlburg First!“ sollte ihr Wahlspruch lauten, sondern: „Lasst uns für das gleiche Geld, das die geplante SVG-Spezialanfertigung kosten wird, etwas fürs Gemeinwohl tun, etwas, das tatsächlich zum Aufgabenkreis einer Kommune gehört, und eine zukunftsfähige Anlage mit Halle UND Stadion auf einem Gelände bauen, das die Weiterentwicklung zu einem echten Sportpark über Jahrzehnte erlaubt!

  4. Verena A.
    „Ihr sollt wissen, daß kein Mensch illegal ist.

  5. Gut gesagt

    Von V. war es nur whataboutism und Propaganda.

    • Norbert Kasteinecke

      Torben, Sie haben vergessen :
      Unerträgliche Hohlbegriffe ( #Weaselwords ): #SozialeGerechtigkeit #Weltoffenheit #Menschlichkeit #Gleichheit

      Schauen Sie sich mal den Schuldenstand von Stadt und Kreis an, danach noch mal nachrechnen und dann entscheiden, ob wir noch ein Politikerdenkmal brauchen.
      Denkmal kommt übrigens von denk mal.

      • Hohlbegriffe? Aha!!! Manche dieser von Ihnen benannten Begriffe stehen in unserer Verfassung. Alles nur hohl. Ok. Nur Ihre Meinung! Nicht meine und auch von vielen anderen nicht.

        Ich halte die Halle für kein Denkmal. Ich halte diese für gut nutzbar. Aber ich wiederhole mich.
        Morgen wissen wir mehr

        • Norbert Kasteinecke

          Ja, Hohlbegriffe – weil ausgehöhlt von Politikern, die sich ihrer Taten nicht bewusst sind.
          Missbraucht und ins Gegenteil verkehrt.

          • „Hohlbegriffe“? … „Politiker“?

            Im Pauschalisierungsbingo sind natürlich nur Sie unter den Eingeweihten, nicht wahr, Herr Kasteinecke? Denn Sie gehören zu den Auserwählten, die den Heiland getroffen haben oder täglich zweimal mit dem lieben Gott telefonieren. Ist es nicht so?

            Konkret können Sie offenbar nicht.

            Fallen Ihnen valide Argumente pro oder contra Arena ein? Darum geht es hier.

            Nennen Sie die bitte!

            Oder haben Sie’s bloß drauf, immer nur empörungslegitimiert in vorurteilgesättigten Stänker- und Verallgemeinerungssoßen rühren?

  6. Torben
    Wenn Sie wollen, dass sämtliche Nutzung komplett nur von denjenigen getragen wird, die die es auch Nutzen, dann gute Nacht Deutschland.
    wie kommen sie auf sowas? bei uns gibt es zum beispiel geber und nehmerländer. ohne diese regelung würde deutschland aufhören zu existieren. dank napoleon gibt es deutschland , wie wir es heute kennen. ich gebe mein geld auch nur sinnvoll aus. leider bestimmen politiker nicht nur über ihr eigenes geld. bei dem eigenen geld , sind sie übrigens auch vorsichtiger. schon mal was von cross border leasing gehört? lüneburg hatte glück, so wie mir bekannt ist, wurde zumindest dieser unfug nicht mitgemacht. dafür wurde aber anderer begangen.

  7. Ich kenne Sie nicht, daher liegt es mir fern Ihr persönliches Einkaufsverhalten zu bewerten. Jedoch zweifele ich stark an, dass ich das gleiche Geld anders ausgegeben hätte.
    Ich schaffe mir auch mal Sachen an die andere als Ungewöhnlich ansehen. Ich denke daher, dass das Wort “vorsichtig“ hier falsch benutzt worden ist.
    Zu Napoleon: will ich nicht draufeingehen, unnütz, aus meiner Sicht.
    Ellenbogengesellschaft in Reinform lehne ich ab und halte diese für nicht Nachhaltig. Da würde es daraufhinauslaufen, wenn jedewede Nutzung nur von denjenigen bezahlt wird, der es nutzt (Straße, Schwimmbad, Schule, Park, etc.) Ghettos würden entstehen…