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Mit einem speziellen Brückenunterflur-Besichtigungsfahrzeug können Ingenieure und Techniker bei der Bauwerksprüfung von unten alles begutachten. Foto: tja
Mit einem speziellen Brückenunterflur-Besichtigungsfahrzeug können Ingenieure und Techniker bei der Bauwerksprüfung von unten alles begutachten. Foto: tja

Wie lange macht die Brücke noch?

Lauenburg. Hält sie noch? Und wenn ja, wie lange? Diese Fragen brennen den Pendlern auf den Nägeln, wenn sie aktuell die Elbbrücke zwischen Lauenburg und Hohnstorf überqueren. Dort laufen derzeit Prüfungen des Bauwerks. Denn es ist eine von nur zwei Elbbrücken in Schleswig-Holstein – und eine mit ganz schlechter Perspektive. Im September waren während der Prüfung massive Schäden festgestellt worden, so dass die Prüfer des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV) aus Itzehoe im Auftrag ihrer Lübecker Kollegen nun ganz genau hingucken.

Die DIN-Norm 1076 regelt ganz genau, wie oft und in welchem Umfang eine Brücke untersucht werden muss. Egal, wo sie in Deutschland steht. „Wir müssen alle sechs Jahre eine Hauptprüfung und nach drei Jahren immer eine Zwischenprüfung durchführen“, berichtet Peter von Drathen vom LBV. Derzeit läuft eine umfangreiche Hauptprüfung. Damit hatten die Techniker und Ingenieure aus Itzehoe bereits im September begonnen. „Damals mussten wir die Arbeiten abbrechen, weil zunächst gravierende Schäden behoben werden mussten und wir, um Rücksicht auf Fußgänger und Radfahrer zu nehmen, unsere Prüfung nicht fortführen konnten“, erklärt von Drathen. Jetzt ist er mit seinem Team und dem „Brückenunterflur-Besichtigungsfahrzeug“, das der LBV angemietet hat, wieder vor Ort.

Messergebnisse müssen noch ausgewertet werden

Der vierachsige Lastwagen mit einem teleskopierbaren Ausleger steht während der Prüfung auf der Brücke. Der Teleskoparm mit einem Arbeitskorb an der Spitze kann unter der Brücke geschwenkt und dort 16 Meter weit ausgefahren werden. „So kommen wir einmal unter die ganze Brücke“, sagt von Drathen. Die Elbbrücke (Baujahr 1951) besteht aus einer genieteten Stahlkonstruktion, die Fahrbahn liegt auf einer vor Ort betonierten Stahlbetonplatte. Im Deichvorland und über der Elbe überbrückt die Konstruktion eine Länge von 517 Metern, trägt dabei die Bundesstraße 209, einen Geh- und Radweg sowie das Bahngleis der Strecke zwischen Lübeck und Lüneburg. Eigentümerin der Brücke ist die Deutsche Bahn – und die sieht bisher keine Veranlassung, einen Neubau zu planen. Trotz der bisher schon bekannten Schäden und des Drucks aus Lauenburg. „Nichts wäre für die Region schlimmer, als wenn diese wichtige Elbquerung wegen baulicher Schäden plötzlich wegfallen würde“, warnt Lauenburgs Bürgermeister An­dreas Thiede.

Die Messergebnisse der Spezialisten des LBV müssen nach der Prüfung noch ausgewertet werden. „Dann ist man sicher schlauer, was eine Entscheidung angeht“, meint von Dra­then.

Von Timo Jann

2 Kommentare

  1. statt stuttgart 21 und ähnlicher blödsinn der bahn, sollte sie lieber ihre maroden strecken sanieren. ist wie im staßenbau. lieber straßen erhalten, statt ständig neue zu bauen. alle reden sie vom winter, wir nicht. der spruch sollte bekannt sein. wie dämlich er ist auch.

  2. alle reden sie vom wetter, dieser spruch war auch nicht besser. ob die klimaanlagen und die schienen in diesem winter funktionieren werden? wie ist es mit der leistung von akkus im winter? plötzlich braucht man zwei, einen für die hin und einen für die rückfahrt. wer soll das bezahlen, wer hat so viel geld usw.?