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Den Blick in den Park genießen Martin Aude und Axel Krambeer (stehend,) Dr. Rainer Schomann und Dr. Joachim Schnitter (sitzend) sowie die Auftraggeber Kai Lafrenz und Ulrich Völkmann. Foto: kre

Zurück zu alter Schönheit

Barendorf. Leben und Wohnen in einer Villa mit Park: Diesen Traum haben sich Ulrich Völkmann und sein Partner Kai Lafrenz erfüllt. Es war „Liebe auf den ersten Blick“, als die beiden 2017 das ehemalige Gästehaus der Familie Bockelmann mit dem parkähnlichen Grundstück in Barendorf kauften. Mit Sorgfalt und viel Liebe zum Detail haben sie in den vergangenen Monaten den originalen Zustand des 1921 errichteten Gästehauses wieder herstellen lassen. Die erste große Aufgabe ist also geschafft. Jetzt folgt die nicht weniger anspruchsvolle Herausforderung: Die historische getreue Rekonstruktion des gut zwei Hektar großen Gutsparks. Am Dienstag stellte Gartendenkmalpfleger Dr. Ing. Joachim Schnitter den entsprechenden Pflege- und Entwicklungsplan vor.

Historisches Zentrum des Ortes

Der Park bildet zusammen mit dem benachbarten Herrenhaus und dem ehemaligen Gutshof, auf dem noch eines der ältesten Gebäude Barendorfs erhalten ist, das historische Zentrum des Ortes. „Aus denkmalpflegerischer Sicht muss es das Ziel sein, diese einmalige Anlage als wohl wichtigstes bauliches Zeugnis der Barendorfer Geschichte dauerhaft zu erhalten“, fasst Schnitter zusammen.

Fast 100 Jahre ist es jetzt her, dass die Familie Bockelmann den Gutsgarten nach Plänen der überregional bekannten Hamburger Gartenarchitekten Schnackenberg und Siebold hatte anlegen lassen. „Die Anlage im Reformgartenstil ist ungewöhnlich gut erhalten und von kunsthistorisch herausragender Bedeutung für ganz Norddeutschland“, zeigt sich der promovierte Gartendenkmalpfleger beeindruckt. Da ist es geradezu ein Glücksfall, dass Ulrich Völkmann als Hausherr und Inhaber eines Planungsbüros für Baukultur und Denkmalpflege selbst vom Fach ist und das Grundstück unter Denkmalschutz stellen ließ. Völkmann verdient sein Geld mit der Sanierung überwiegend denkmalgeschützter Gebäude in Niedersachsen. Der Diplom-Ingenieur hat zudem ein Aufbaustudium an der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz absolviert.

„Hervorragend vorbereitet“

Entsprechend professionell gehen er und Kai Lafrenz die Umgestaltung und Rekonstruierung des Parkgeländes an: Vom Vorgehen zeigten sich auch Brita Colberg von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Lüneburg und Dr. Rainer Schomann vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege beeindruckt. „Hervorragend vorbereitet“, lobten die beiden die Arbeit von Dr. Ing Joachim Schnitter und seinen Auftraggebern. Auch VGH-Regionaldirektor Martin Aude und sein Kollege Axel Krambeer zeigen sich beim Rundgang durch den Park beeindruckt: Die VGH-Stiftung unterstützte die Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans mit 6000 Euro.

Bis der Park wieder so aussieht wie zu seinen Hochzeiten, muss freilich noch eine Menge passieren: Die zweifellos größte Aufgabe wird die Rekonstruierung des Teichs mit Sanierung des Badehauses werden. Dazu muss anderem der Teich entschlammt und die Teichmauer saniert werden. Entstehen soll auch wieder das Rosenrondell, Wege sollen angelegt und die Terrasse am Gästehaus nach altem Vorbild neu aufgebaut werden. Auch an die Rekonstruktion des Tennisplatzes nahe des Gästehauses ist gedacht – um nur einige Vorhaben aufzulisten. Viel Arbeit also – oder wie es Völkmann ausdrückt: „Eine echte Lebensaufgabe.“

Von Klaus Reschke

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