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Hohnstorfs Bürgermeister André Feit hält den Stein in den Händen, der aus dem Brückenbauwerk in seinem Dorf herausgebrochen ist. Fotos/Montage: Ortwin Kork

Die Brücke bröckelt

Hohnstorf/Elbe. Schon wieder Brückenprobleme – dieses Mal auf der Hohnstorfer Landseite: Dort hat sich jetzt aus einer Brücke, die vor der eigentlichen Elbbrücke steht, ein großer Betonbrocken gelöst und ist direkt neben der Unterführung an den Altglascontainern in der Dorfstraße eingeschlagen. Verletzt wurde zum Glück niemand. Doch Hohnstorfs Bürgermeister André Feit (CDU) ist alarmiert: „Das hätte schlimm enden können. Nicht auszudenken, wenn jemand getroffen worden wäre.“

Die Elbbrücke und die Zubringer-Bauwerke sind in die Jahre gekommen, daran hat Hohns­torfs Gemeindechef keine Zweifel: In den vergangenen Wochen und Monaten musste das Bauwerk immer wieder halbseitig für den Verkehr wegen Reparaturarbeiten am maroden Fuß- und Radweg gesperrt werden (LZ berichtete). Derzeit wird die Brücke durch Experten des Landesbetriebs für Straßenbau und Verkehr (LBV) aus Itzehoe (Schleswig-Holstein) überprüft.

Die Elbquerung (Baujahr 1951) besteht aus einer genieteten Stahlkonstruktion, die Fahrbahn liegt auf einer vor Ort betonierten Stahlbetonplatte. Mit der Konstruktion werden insgesamt 517 Meter Elbe und Deichvorland überbrückt, sie trägt dabei die Bundesstraße 209, einen Geh- und Radweg sowie das Bahngleis der Strecke zwischen Lübeck und Lüneburg.

„Eine Gefahr besteht hier für niemanden“

Dem Schienen-Unternehmen hat Feit den jüngsten Vorfall gemeldet, darauf verwiesen, dass Gefahr im Verzug und sofortiges Handeln erforderlich ist. „Der aktuelle Schaden ist bekannt, bereits in Auftrag gegeben und wird schnellstmöglich behoben“, sagt auf LZ-Anfrage eine Bahnsprecherin, die betont: „Eine Gefahr besteht hier für niemanden.“

In Hohnstorf bleibt man dagegen skeptisch: Zumal der Stein aus der Kante einer Unterführung herausgebrochen ist, die schon mal repariert worden war.

Und wie geht es weiter mit der Elbbrücke? Eigentümerin ist die Bahn – und die sieht bisher keine Veranlassung, einen Neubau zu planen. Trotz der bisher schon bekannten Schäden.

Obwohl die Querung offensichtlich an ihre Alters- und Belastungsgrenze stößt, ist die Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Lübeck jetzt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen worden. Der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols sieht diese Entwicklung kritisch: „Mit der Aufnahme in den vordringlichen Bedarf muss die Realisierung der Bahnstrecke bis 2030 angegangen werden. Gerade angesichts des Megaprojektes ‚Fehmarnbelttunnel‘ wäre so zukünftig mit deutlich mehr Güterverkehr auch in der Region Lüneburg zu rechnen“, mahnt der Christdemokrat und macht deshalb unmissverständlich deutlich: „Ich bin gegen den Streckenausbau.“

Zusätzliche Erschütterungen sind zu erwarten

Um den Schienenverkehr über Hamburg besser abwickeln zu können, soll Güterverkehr nach der Vorstellung des Bundesverkehrsministeriums nicht nur über das reguläre Bahnstreckennetz gelenkt werden, sondern auch über solche Strecken, die bisher der S-Bahn vorbehalten sind. Pols dazu: „Die S 4 von Hamburg nach Bad Oldesloe ist so eine Strecke, die dafür vorgesehen ist. Doch sollte die Kapazität dieser S-Bahn-Strecke wiederum überlastet sein, wird der Güterverkehr künftig über die Strecke zwischen Lübeck und Lüneburg geleitet“.

Neben der reinen Lärmbelastung sind laut Pols zusätzliche Erschütterungen zu erwarten, die mit weiterem Güterverkehr einhergehen. „Davon wäre auch die Elbbrücke bei Lauenburg betroffen, obwohl sie schon heute stark in Anspruch genommen wird“, erklärt Pols. Derzeit sei eine Elektrifizierung und Begradigung der Bahnstrecke Lübeck-Lüneburg geplant. „Zumindest ein zweigleisiger Ausbau der Strecke ist vorerst ausgeschlossen. „Doch auch hier gilt es, weiter wachsam zu bleiben“, so Pols.

Von Klaus Reschke

2 Kommentare

  1. Darum kümmert sich Herr Feit, aber die maroden Straßen und Fusswege in Hohnstorf (z.B. Trifftweg) werden nicht in die Hand genommen. Typisch Hohnstorf 😣

    • Andreas Janowitz

      Was sollen diese dümmlichen Schmähungen? Schonmal Bürgermeister mit extrem begrenzten Budget gewesen? Ich rate mal: nein.
      Wahrscheinlich nichtmal in irgendeinem Verein tätig gewesen?!

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