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Der Erweiterungsbau des Klinikums umfasst rund 16.000 Quadratmeter Fläche. Die Zahlen 1 bis 6 zeigen die unten näher beleuchteten, einzelnen Bereiche. Foto: t&w

Operation Zukunft

Lüneburg. Knapp drei Jahre war das Lüneburger Klinikum Großbaustelle. In dieser Zeit entstand der Erweiterungsbau an der Bögelstraße, mit dem sich das Klinikum für eine zukunftsfähige Versorgung der Patienten aufstellt. Eine besondere Herausforderung war dabei, dass das Projekt im laufenden Betrieb umgesetzt werden musste. Am Freitag gab es nun Grund zum Feiern: Im Beisein von Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann und Oberbürgermeister Ulrich Mädge ist der Erweiterungsbau eröffnet worden, der Anfang Dezember in Betrieb geht. Alle interessierten Bürger haben am Sonntag, 11. November, die Möglichkeit, beim Tag der offenen Tür Einblicke zu nehmen (siehe Kasten).

Klinikum auf neuesten Stand gebracht

Rund 60 Millionen Euro investiert die Klinikum Lüneburg gGmbH in das Projekt, um das Krankenhaus auf den neuesten Stand zu bringen. Auch mit Blick auf die in den vergangenen Jahren stetig steigenden Patientenzahlen. Mehr als 30.000 Patienten werden pro Jahr inzwischen stationär versorgt, rund 45 000 ambulant. Das Land hat rund 38,5 Millionen Euro Förderung in Aussicht gestellt, bisher wurden 35,4 Millionen Euro zugeteilt. Somit muss das Klinikum voraussichtlich rund 21 Millionen Euro selbst stemmen.

Bei einem Rundgang erläuterte Klinikum-Chef Dr. Michael Moormann im Vorfeld der Eröffnung den Erweiterungsbau, der rund 16.000 Quadratmeter Fläche umfasst und sich in U-Form an den sogenannten Blauen Planeten anschließt.

Interdisziplinäre Notaufnahme

Der neue Haupteingang findet sich dort, wo ehedem die Krankentransporte ankamen. In der komplett verglasten Halle gibt es zwei Empfangs- und Informationsbereiche – für Patienten mit und ohne Termin. Die neue Liegendkranken- und Rettungswagenauffahrt, ebenfalls auf dieser Ebene 1, liegt an der Bögelstraße. Von dort aus geht es direkt in die neue interdisziplinäre Notaufnahme. Die Zusammenlegung der Bereiche Chirurgie sowie Innere Medizin und Neurologie ermöglicht bei fächerübergreifenden Problemen einen schnelleren Austausch von Medizinern unterschiedlicher Disziplinen. Angesiedelt sind hier auch zwei Schockräume, einer davon ist mit einem Computertomographen ausgestattet – der vierte im gesamten Klinikum–, was schnelle Diagnose bei Schwerstverletzten und -kranken möglich macht. Außerdem gibt es dort Aufnahme-Betten für Patienten, die nachts aufgenommen und am nächsten Morgen auf eine Station verlegt werden. Dadurch sollen Störungen auf den Stationen in der Nacht vermieden werden.

Im Stockwerk darüber (Ebene 2) ist die interdisziplinäre Intensivstation angesiedelt. Bisher gab es eine medizinische und eine operative Intensivstation an zwei verschiedenen Standorten im Klinikum. Außerdem ist auf diesem Stockwerk die neue Intermediate Care, IMC-Station, untergebracht. Dabei handelt es sich um eine „Übergangsstation“ zur Versorgung von Patienten, die noch besonders überwacht, aber nicht mehr beatmet werden müssen.

Moderne Ausstattung der Stationen

In die dritte Ebene zieht eine neue Station der Klinik für Kardiologie und Internistische Intensivmedizin sowie der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Gastroenterologie mit insgesamt 56 Betten ein. Untergebracht sind Patienten hier ausschließlich in Zwei-Bett-Zimmern. Das Besondere: Um etwa Herzrhythmusstörungen bei Patienten der Kardiologie überwachen zu können, erhalten sie tragbare Aufzeichnungsrecorder, die mit einem Schwesternstützpunkt online verbunden sind.

In Ebene 0 wird außerdem die Radiologie zentralisiert, Einzug hält hier neben Röntgen-Geräten auch ein neuer Magnetresonanztomograph. Er ermöglicht es, Schichtaufnahmen von allen Körperregionen anfertigen zu können – ohne Röntgen- oder radioaktive Strahlen.

Von Antje Schäfer

Tag der offenen Tür

Führungen und buntes Programm

Zu einem Tag der offenen Tür im fast fertigen Erweiterungsbau lädt das Klinikum alle Interessierten am Sonntag, 11. November, von 11 bis 17 Uhr ein. „Nachdem Patienten, Angehörige, Anwohner und nicht zuletzt unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den letzten Jahren geduldig alle durch den Bau entstandenen Einschränkungen und Belastungen ertragen haben, freuen wir uns, ihnen die neuen Räume und Stationen vorstellen zu können“, sagt Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums.

Die Besucher erwartet ein buntes Programm: Ergänzend zu Führungen über die neuen Stationen stellen sich die einzelnen Kliniken und Fachbereiche des Klinikums vor. Begehbare Organmodelle, Infos und Aktionen rund um die Gesundheit, Ausbildung und Karriere, ein Kuchenbuffet und vieles mehr vervollständigen das Angebot.

Alle Einnahmen aus dem Kuchenverkauf und Glücksrad fließen in das Projekt „Spielturm für den Wartebereich im Klinikum Lüneburg“, das der Förderkreis der Gesundheitsholding, Fundskerle, initiiert hat. Das Spieleangebot soll kleinen Patienten den Aufenthalt in der Notfallambulanz erleichtern.

2 Kommentare

  1. Schaefer Guenter

    … nochmal Klartext bitte.
    Bei Atemnot, Schmerzen in der Brust oder Pech gehabt beim Holzhacken: wo genau bringen mich meine Angehörigen oder Nachbarn fahrzeugmäßig jetzt hin?

    • Robin Williamson

      24-Stunden-Notaufnahme im Klinikum Lüneburg:

      Klinikum Lüneburg
      Bögelstraße 1
      21339 Lüneburg
      Tel. 04131 77 0
      Fax 04131 77 2777

      Die Aufnahme befindet sich in der Eingangshalle, rechts hinter der Information.

      Grüße,
      row/LZonline

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