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Die Sprayer Jonathan Sachau (l.) und Christian Thomas passen die Ladestation für Elektrofahrräder in Bardowick mit einem Graffiti der Umgebung an. Foto: t&w

E-Tankstellen für Fahrräder

Bardowick. Die Samtgemeinde Bardowick rüstet weiter auf und baut die Infrastruktur für Radfahrer aus. An sieben Stellen in sechs Mitgliedsgemeinden stellt sie z urzeit Ladestationen für E-Bikes auf. „Wir setzen den nächsten Baustein in unserem Bemühen, eine fahrradfreundliche Kommune zu werden“, sagt Petra Gebert von der Samtgemeindeverwaltung.

Nach dem Aufbau von 153 Radbügeln im Sommer sind die Ladestationen nun das nächste Projekt für Radfahrer, das durch die Europäische Union in der Leader-Region Achtern-Elbe-Diek finanziell gefördert wird. Als Mitglied der Region erhält die Kommune einen Zuschuss von mehr als 28.000 Euro aus Brüssel. Die Gesamtkosten betragen fast 52.000 Euro.

Ansprechende Aufenthaltsqualität

Der Bardowicker Eigenanteil liegt bei rund 23.000 Euro für die Stromtankstellen beim Nikolaihof und Dom in Bardowick, am Barumer See, am Handorfer Hof, am „Mein Laden“ in der Ortsmitte von Radbruch, im Zentrum von Vögelsen und am Schöpfwerkskanal in Wittorf. „Wir haben bei der Auswahl der Standorte darauf geachtet, dass diese eine ansprechende Aufenthaltsqualität haben und Radfahrer dort gut verweilen können, während sie ihre Fahrräder aufladen, beispielsweise indem sie den Bardowicker Dom besichtigen oder am Barumer See spazieren gehen“, erklärt Petra Gebert.

Radler können ihre Vehikel kostenlos mit Strom aufladen. Technisch sind die Stationen so ausgestattet, dass zwei Räder gleichzeitig geladen werden können. Zudem haben die Sprayer Jonathan Sachau und Christian Thomas aus Hamburg die Ladestellen optisch aufgewertet und sie in bunte Hingucker verwandelt. Die beiden haben aus den Ladestationen kleine Kunstwerke gemacht, diese mit Motiven verziert, die Bezug zu deren jeweiligem Standort haben.

Angebot soll Radtouren in der Region aufwerten

Ziel ist es in der Achtern-Elbe-Diek Region unter anderem, in den Kommunen die umweltfreundliche Mobilität zu steigern, das Fahrrad als attraktive Alternative zum Auto zu etablieren. Darüber hinaus soll die Erreichbarkeit öffentlicher Einrichtungen mit dem Rad verbessert werden. „Genau darauf zielen wir mit den neuen Ladestationen für Fahrräder ab“, meint Petra Gebert. Auf der einen Seite will die Samtgemeinde mehr Menschen zum Umstieg vom Auto aufs Rad motivieren, andererseits sollen die Orte noch attraktiver für Radwanderer werden. „Wir werten mit diesem Projekt unsere Touren durch die Samtgemeinde auf“, sagt sie. Eine neue Radwanderkarte soll ergänzend aufgelegt werden. Zudem sollen künftig Schilder zu Verbindungswegen in den angrenzenden Kommunen hinweisen, etwa auf Radrouten in Winsen/Luhe.

„Unser Bemühen ist mit dem Aufbau der Ladestationen, noch fahrradfreundlicher zu werden, längst nicht beendet“, kündigt Petra Gebert an. „Wir haben weitere Ideen und wollen diese auch in die Tat umsetzen“, ergänzt sie. Zum Beispiel gibt es erste Planungen für Fahrrad-Reparatursäulen. „An diesen steht Radfahrern Werkzeug für kleine Reparaturen zur Verfügung. Unsere Gedanken gehen dahin, diese an den Ladestationen aufzustellen und so ein Rundum-sorglos-Paket für Radler an den einzelnen Standorten anzubieten.“

Von Stefan Bohlmann

2 Kommentare

  1. Richtig gute, innovative und nachhaltige Ideen in der SG Bardowick. „Kleine“ Schritte aber in eine gute Richtung und relativ unbürokratisch. Ohne Nachhaltigkeitsbeauftragten, ohne ein aufwendiges Projekt und ohne zusätzliche Stellen die wieder Personalkosten bedeuten würden. Manchmal genügen einfach gute Ideen die dann auch mutig und zeitnah umgesetzt werden. Ich glaube Bardowick ist da allgemein auf einem guten Weg.

  2. 52000 €uro für 24? wettergeschützte Steckdosen?
    (Mehr als eine ganz ordinäre LIchtstrom-Steckdose braucht es nicht, um einen Pedelec / Ebike-Akku zu laden)
    Wenn das wirklich so sein sollte (Die Berichterstattung der LZ ist leider des öfteren beklagenswert unzutreffend oder irreführend) ist das nicht innovativ, sondern …eher fragwürdig. .
    Die realistischen Kosten für eine wettergeschützte meinetwegen extra abgesicherte Steckdose und meinetwegen auch noch mit einem Wetter-und diesbstahgeschützten Kasten dürfte bei Auflage einer Kleinserie bei 100 bis 150€€ liegen.
    Zusammen also ca 2500 bis ca3700€.
    Solche Schlitz-Fahrradständer werden sowiso von niemandem genutzt.
    Der Stromverbrauch zum Laden von Pedelec-Akkus ist derart lächerlich gering, dass sich schlicht keinerlei Zähler dafür rechnet.
    Dose auf Spenden / Vertrauensbasis oder irgendwelche digitalen Zahlmethoden ohne jede Überprüfung dürfte dafür wesentlich sinnvoller sein.
    Die Sache ist übrigens überhaupt nicht neu, so was bieten diverse Bau- Supermärkte seit Jahren an.