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Sandra Plettner, Petra Brügmann, Kathrin Sarau und Antje Lütkemeier (v.l.) vom Schulförderverein bereiten gemeinsam mit weiteren Mitstreitern den Vorlesetag an der Grundschule in Artlenburg vor. Foto: stb

Buchstaben-Bilder im Kopf

Artlenburg/Bardowick. Antje Lütkemeier bedauert, dass in Familien immer weniger gelesen wird. „Das ist keine gute Entwicklung, es geht viel verloren für Kinder und Erwachsene“, sagt sie. Der bundesweite Vorlesetag am Freitag, 16. November, kommt der Artlenburgerin und ihren zehn Mitstreiterinnen vom Schulförderverein der Grundschule Artlenburg daher gerade recht, um Klein und Groß zu zeigen, dass das Lesen eine tolle Beschäftigung, aber auch eine wichtige kulturelle Kernkompetenz ist.

„Wir wollen die Begeisterung für Bücher wecken, weil das Lesen die Fantasie anregt und Bilder im Kopf entstehen lässt. Außerdem weckt es die Lust am Schreiben und verbessert die Rechtschreibung, öffnet Horizonte und macht neugierig“, zählt Antje Lütkemeier die gewinnbringenden Vorzüge für jeden auf, der liest.

Romantische Lesung für Mädchen

Doch nicht nur an der Grundschule in Artlenburg findet der bundesweite Vorlesetag mit einer öffentlichen Veranstaltung statt. Auch die Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule in Bardowick Interessierte ein, an ihren Angeboten am Vorlesetag teilzunehmen. Darüber hi­naus gibt es weitere Aktionen etwa an Kitas und Schulen, die aber nicht öffentlich sind.

„Bei uns starten wir den Vorlesetag in der ersten großen Pause mit einer romantischen Lesung für Mädchen mit dem ersten Band der Federleicht-Trilogie von Marah Wolf, einer spannenden Liebesgeschichte um einen Elfenjungen und ein Menschenmädchen“, berichtet Kathrin Fahlbusch vom Selbstlernzen­trum der Schule. Danach lesen Schüler auf Platt das Märchen „Von den Fischer und siine Frau“. Ein Bilderbuch-Kino untermalt das plattdeutsche Märchen. „Zum Abschluss gibt es in der zweiten großen Pause eine Lesung für die Jungs mit einer spannenden Stelle aus der Bodyguard-Reihe“, so Kathrin Fahlbusch.

Mit dabei sind auch viele Eltern

Den zehn Frauen vom Schulförderverein in Artlenburg ist es gelungen, viele Vorleser aus dem Dorf zu gewinnen. „Es werden insgesamt 20 Geschichten sein. Die Erzähler kommen beispielsweise vom DRK Kindergarten Bullerbü, vom Waldkindergarten, vom Sportverein STV, vom Musikverein, von der Feuerwehr und von der plattdeutschen Theatergruppe“, sagt Antje Lütkemeier. Zudem lesen Schulleiter Harald Gabbert und Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn vor. „Mit dabei sind auch viele Eltern, Omas, Opas, Kinder und Jugendliche, die Geschichten, Märchen und Erzählungen aus Büchern vortragen.“

Zum Zuhören in die Räume der Grundschule sind nicht nur Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren aus Artlenburg eingeladen, sondern auch aus den Nachbarorten. „Wir möchten aber vor allem auch möglichst viele Eltern erreichen“, so Antje Lütkemeier. Bei der Veranstaltung soll den Erwachsenen nämlich gezeigt werden, wie schön das Vorlesen sein kann, betont sie. „Denn es ist ein wunderbares Geschenk für die Kinder, wenn zu Hause vorgelesen wird.“

Von Stefan Bohlmann

Bücherflohmarkt und Lichtercafé

Bewicker Lesestuv

Gemütlicher Lese-Nachmittag lautet das Motto an der Grundschule ­Artlenburg, Im Dorfe 3. Beginn ist um 16.15 Uhr.

Die Bewicker Lesestuv an der Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule, Große Worth 4, beginnt um 9.05 Uhr. Die Region und ihre Sprache soll noch bekannter gemacht und die Freude an plattdeutschen Stücken geweckt werden. Zudem soll der Klang der Sprache nähergebracht werden.

„Umwelt und Bücher – passt das?“, lautet die Frage ab 10 Uhr in der Aula der Hugo-Friedrich-Hartmann-Oberschule, Große Worth 4.

Aktionen auch in Lüneburg

Lese-Rock-Nacht

Auch in Lüneburg gibt es viele Aktionen zum Vorlesetag. Bürgermeisterin Christel John liest am Vormittag in der Kita Oedeme vor, Bürgermeister Ulrich Löb in der Kita Heidkamp, Bürgermeister Eduard Kolle in der Kita Kreideberg. Der Lüneburger Günter Schadt hat gleich mehrere Aktionen im Casino im Hanseviertel geplant, am Abend gibt es zudem eine Lese-Rock-Nacht, unter anderem mit Gunnar Kaiser, Kena Hüsers, Literaturpreisträgerin des Ehm-Welk-Literaturpreises 2018, Ben Boles und Jan Balyon. Einlasss ab 17.30 Uhr, Karten gibt es unter anderem an der Abendkasse.