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Drei solcher sogenannten semistationären Tempomessanlagen will vom kommenden Jahr an auch der Landkreis Lüneburg mieten oder leasen. Im Landkreis Uelzen, so wie hier im Oktober bei Himbergen, sind die Geräte bereits im Einsatz. Foto: phs

Der Landkreis rüstet auf

Lüneburg. Im Landkreis Uelzen haben sie sich bewährt, nun sollen sie auch im Raum Lüneburg zum Einsatz kommen: sogenannte semistationäre Tempomessgeräte. Bei den Geräten handelt es sich um auf Anhängern montierte Blitzer, die an wechselnden Standorten Verkehrsverstöße erfassen sollen. Drei dieser Anlagen will der Landkreis Lüneburg vom kommenden Jahr an leasen oder mieten. Die Kosten betragen je Gerät rund 5000 Euro im Monat.
Drei mobile Anlagen und eine stationäre kommen hinzu

Zusätzlich ist die Anschaffung einer weiteren stationären Anlage für rund 110.000 Euro geplant. „Wo sie aufgestellt werden soll, wird unter Beteiligung der Verkehrsunfallkommission noch ermittelt“, sagt Isabel Wesselink aus der Pressestelle der Kreisverwaltung. Gleichzeitig betont sie: „Die Anlagen sollen die Verkehrsüberwachung im Landkreis Lüneburg ergänzen und die Verkehrssicherheit insbesondere an Unfallschwerpunkten erhöhen.“ Bevor die Pläne in die Tat umgesetzt werden können, muss der Kreistag bei seiner Sitzung am 17. Dezember noch den Haushalt 2019 beschließen. Dort sind die erforderlichen Ausgaben verankert.

Das Geld fließt in den Kreishaushalt

Bislang macht der Landkreis mit insgesamt sechs stationären Messanlagen an drei Standorten Jagd auf Temposünder: auf der Lüneburger Ostumgehung, auf der Bundesstraße 209 bei Etzen und an der B209 bei Brietlingen-Moorburg jeweils in beide Fahrtrichtungen. Dazu kommen noch zwei mobile Messsysteme, ein Radarwagen und eine Lasergeschwindigkeitsmessanlage. Insgesamt hat der Kreis bei seinen Kontrollen im vergangenen Jahr rund 21.000 Verstöße erfasst, in diesem Jahr sind es bislang 17.600. Fast 570.000 Euro haben die stationären Kontrolleinrichtungen 2017 in die Kreiskasse gespült, hinzu kommen rund 270.000 Euro durch die mobilen Anlagen.

Vielen Autofahrern dürften die Pläne von Politik und Verwaltung die Zornesröte ins Gesicht treiben. Doch zeigt ein Blick in die Nachbarkreise, dass Lüneburg mit der Zahl seiner Blitzer deutlich unter der der in den Regionen Harburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen eingesetzen Geräte liegt. So haben die zwölf stationären Messanlagen und fünf mobilen Messfahrzeuge im Landkreis Harburg der öffentlichen Hand im vergangenen Jahr Einnahmen von 4,6 Millionen Euro beschert, 2016 waren es sogar rund 5,2 Millionen Euro. „Der Rückgang der gefahrenen Geschwindigkeit an den jeweiligen Standorten ist nachgewiesen“, sagt Kreissprecher Andres Wulfes und ergänzt: „Das Geld fließt in den Kreishaushalt. Damit werden Maßnahmen zur Verkehrsprävention finanziert, wie etwa die Aktion Schutzengel.“

Mehr Verstöße könnten mehr Personal erfordern

Bei den Einnahmen können die Kreise Lüchow-Dannenberg und Uelzen mit 1,2 bis 1,6 Millionen Euro wegen der geringeren Einwohnerzahl und der fehlenden Nähe zu Hamburg zwar nicht mithalten, wohl aber die Zahl der eingesetzten Geräte toppen: 25 stationäre und einen mobilen Blitzer gibt es im Wendland und den umliegenden Landstrichen, rund um Uelzen sind es 22 Messsäulen und drei mobile Anlagen. Bis auf eine stationäre Messstelle in Lüchow-Dannenberg wollen die Nachbarkreise ihre Kontrollen im kommenden Jahr nicht ausweiten.

Unterdessen ist man beim Landkreis Lüneburg darauf vorbereitet, wegen steigender Fallzahlen weiteres Personal einzustellen. „Doch sollen die Gesamtkosten mindestens durch die Bußgelder gegenfinanziert werden“, sagt Kreissprecherin Wesselink.

Von Malte Lühr