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Florian Baumgarten, Mitarbeiter der städtischen Tochtergesellschaft AGL, kann im Salzlager an der Bockelmannstraße aus dem Vollen schöpfen. Rund 900 Tonnen Salz liegen für den Winterdienst bereit. (Foto: be)

Die Lager sind voll

Lüneburg. Die Streusalzlager sind gut gefüllt, die Einsatzpläne für die Mitarbeiter stehen. Bei der städtischen Tochtergesellschaft AGL an der Bockelmannstraße liegen derzeit 900 Tonnen Streusalz und 250 Tonnen Sand im Lager. Der Landkreis hat mehrere Lager, die sind noch vom vergangenen Winter gut gefüllt: rund 600 Tonnen Salz in Embsen, 180 Tonnen in Breetze, dazu werden Silos in Amt Neuhaus ständig nachgefüllt.

Die AGL ist für 175 Kilometer Straße, 40 Kilometer Gehwege, 43 Kilometer Radwege, 32 Kilometer kombinierte Rad- und Gehwege sowie Plätze und Bushaltestellen zuständig. Die Gesamtfläche umfasst 1,7 Millionen Quadratmeter.

Erkundungsfahrten mit einem Spezialfahrzeug

AGL-Chef Lars Strehse verweist darauf, dass sein Team es geschafft habe, dass der „Austrag an Streusalz im Mittel der vergangenen Jahre lediglich circa 11 Gramm pro Quadratmeter je Räumgang beträgt. Damit ist erfahrungsgemäß das Risiko der Schädigung von Straßenbäumen als minimal einzustufen“. Lediglich vereinzelt sei es in den vergangenen Jahren zu Schäden an einigen wenigen Bäumen gekommen, bei denen Salz als Ursache des Schadens nicht ausgeschlossen werden konnte.

In den kommenden Monaten werden seine Mitarbeiter die eigene Wetterstation wieder ganz genau im Blick haben. Die Messdaten an der Bockelmannstraße können aber auch von anderen unter www.agl-lueneburg.de eingesehen werden. Strehse macht deutlich: „Ist die Gefahr der Glättebildung absehbar, ist der Einsatzleiter der AGL mit einem speziell ausgerüsteten Fahrzeug auf Erkundungsfahrt, um die Griffigkeit der Straße zu überprüfen. Dazu ist das Fahrzeug mit einer speziellen Messeinheit ausgestattet, die auch die Oberflächentemperatur misst.“

Muss gestreut werden, dann muss die AGL gemäß den gesetzlichen Vorgaben innerhalb von drei Stunden die wichtigsten Fahrbahnen und Wege, vor allem vor Beginn des Berufsverkehrs, geräumt haben. Abgearbeitet werden dann zunächst die wichtigsten Hauptrouten, bevor die Nebenstraßen geräumt werden. „Dazu sind regelmäßig circa 100 Mitarbeiter in der Winterdienstbereitschaft der AGL organisiert“, sagt Strehse. Im Winterhalbjahr setzt die AGL auch auf Saisonarbeitskräfte. Bei extremen Wetterlagen holt sich das Team zudem weitere externe Unterstützung durch Fachfirmen. Doch auch damit lässt sich nicht immer erreichen, dass die Straßen stets schnell wieder befahrbar sind. Denn bei Blitzeis zum Beispiel stehen oft auch die AGL-Fahrzeuge selbst im Stau.

Beim Landkreis umfasst die Winterdienstbereitschaft laut Pressesprecherin Urte Modlich insgesamt 32 Mitarbeiter: 12 in Embsen, 12 in Breetze, 4 in Neuhaus. „Dazu koordinieren zwei Leiter die Einsätze. Außerdem haben wir zwei weitere Kollegen in Bereitschaft für die Werkstatt.“ Insgesamt seien 380 Kilometer Fahrbahn und rund 130 Kilometer Geh- und Radwege zu räumen.

Nicht mit purem Salz streuen

Auch private Grundstückseigentümer sind verpflichtet, die an ihr Grundstück angrenzenden oder zugehörigen öffentlichen Gehwege und Plätze von Schnee und Eis zu befreien. Gehwege mit einer geringeren Breite als 1,30 Meter müssen ganz, die übrigen Wege mindestens auf einer Breite von 1,30 Meter geräumt werden, und zwar montags bis sonnabends bis 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen bis 8 Uhr, gegebenenfalls auch nach Bedarf im Laufe des Tages bis 21 Uhr. Der Schnee müsse dabei grundsätzlich an die eigene Grundstücksgrenze geräumt werden.

Bei Glätte darf Streusalz lediglich in Kombination mit Sand als Gemisch verwendet werden. Dabei darf 15 Teilen Sand lediglich 1 Teil Streusalz beigemengt werden. Die AGL stellt Bürgern ein entsprechendes Gemisch zur Verfügung, die Standorte der „Bürgerboxen“ gibt es hier zum Download,weitere Informationen zum Winterdienst sind auf www.hansestadtlueneburg.de mit dem entsprechenden Suchwort zu finden.

 

Von Alexander Hempelmann und Rainer Schubert