Donnerstag , 19. September 2019
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Bauckhof
Blick auf die Baustelle der neuen Bauckhofgebäude am Heisterberg. (Foto: bau)

Die neue Heimat der Herzstücke

Amelinghausen. Der erste Spatenstich erfolgte im März, jetzt wurde der Grundstein für den neuen gemeinsamen Stall- und Käserei-Komplex des Bauckhofes Amelinghausen gelegt. Der entsteht am Ortsrand an der Straße Am Heisterberg. Dort wird das seit 1959 nach Methoden des biologisch-dynamischen Landbaus arbeitende Öko-Unternehmen zukünftig seinen modernen Betriebsstandort haben.

Die Kosten belaufen sich auf rund 1,3 Millionen Euro. Zuschüsse fließen aus dem Agrarinvestitionsförderungsprogramm des Landes. Im Herbst 2019 soll der Neubau abgeschlossen sein. In einem zweiten Schritt soll in den kommenden Jahren auch der noch an der Triangel 6 beheimatete Hofladen ein neues Domizil Am Heisterberg erhalten.

„Keiner konnte sich vorstellen, den Bauckhof ohne Rinder zu bewirtschaften.“ – Ralf Weber, Pächter

„Wir freuen uns auf unser neues Zuhause“, sagte Agraringenieurin Nora Mannhardt. Sie und ihr Mann Tobias Riedl gehören gemeinsam mit Ralf Weber und Michaela Weber sowie Jörg Hüsemann und Claudia Schuppert zur Pächtergemeinschaft des Bauckhofes. Vor der versammelten Hofmannschaft, Handwerkern und Architekt Ingo Burfeind beschrieben Nora Mannhardt und Ralf Weber den langen Weg in den vergangenen Jahren – vom Erwerb des rund 15 Hektar großen Grundstückes inklusive Weidewiesen, die in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie (2015) über die Stellung des Bauantrages (2016) und die Baugenehmigung (2017) bis hin zu den ersten Arbeiten (2018).

Alte Milchkanne mit Bergkristall einzementiert

„Vor allem stand für uns aber die Grundsatzentscheidung, mit unserer seit Jahrzehnten betriebenen Rinder-Haltung das Herzstück unseres Betriebes nicht aufgeben zu wollen, sondern den Bestand von 40 Tieren auf zunächst mehr als 70 zu erweitern“, sagte Weber. „Von uns konnte sich keiner vorstellen, den Bauckhof ohne Rinder zu bewirtschaften.“ Die hörnertragenden Milchkühe sind der zentrale Bestandteil des Hofes. Die Tiere bilden die Düngungs- und Fruchtbarkeitsgrundlage mit Mist, Mist-Kompost und Gülle für den ganzen Betrieb. Außerdem geben sie mit ihrer Milch den Rohstoff, der komplett für die Bauckhof-Käseprodukte verwendet wird.

Weber und Mannhardt lobten den bisherigen Verlauf der Baumaßnahme und die Zusammenarbeit mit der für die Bauplanung und -überwachung zuständigen Norddeutschen Bauernsiedlung GmbH. „Die Fachleute helfen uns sehr, alles läuft bestens.“

Zum Abschluss der Zeremonie wurde eine unter anderem mit Bergkristallen, Getreidesorten und vielen guten Wünschen versehene alte Milchkanne einzementiert. „Der Bergkristall steht für Mut, Transparenz und gute Entscheidungen, alles Eigenschaften, die zu unserem Bauprojekt sehr gut passen.“

Hintergrund

Infos zum Neubau

Das neue Stallgebäude ist 60 Meter lang, 25 Meter breit und verfügt über eine automatisierte Entmistung. Das Gebäude ist als Tiefstreustall mit großzügigen Laufgängen und außenliegendem Laufhof konzipiert. Die Lauffläche wird rund 300 Quadratmeter betragen, dreimal so viel wie bisher. Fress- und Liegebereiche sind größer und besser getrennt. Die Kühe haben so mehr Ruhe beim Fressen.

Für die Tiere spielen Befinden und hochwertiges Futter eine große Rolle. „Fühlen sie sich rundum wohl, geben sie mehr Milch in besserer Qualität, was sich dann wiederum positiv auf unsere Käse-Produkte auswirkt“, sagte Nora Mannhardt, die seit 2009 die Käserei leitet. Bislang wurden jährlich etwa 180 000 Liter verarbeitet. „Künftig werden es rund 400 000 Liter sein“, sagte die 41-Jährige.

Die Käserei und der Melkbereich der Kühe sind in einem Gebäude untergebracht. Ein erhöhter, verglaster Besuchergang ermöglicht Bauckhof-Kunden dort künftig direkte Einblicke die Arbeit des Betriebes. „So schaffen wir noch mehr Transparenz für unsere Kunden, die hautnah den Weg von der Verarbeitung der Milch bis zum fertigen Käse erleben können“, sagte Nora Mannhardt.

Vom Marcel Baukloh