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Briefmarken Reppenstedt
Seit 1966 sammelt Hans-Georg Poch leidenschaftlich gerne Briefmarken. Der 70-Jährige ist einer der Organisatoren des Großtauschtages der Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt am Sonntag. (Foto: t&w)

Viel mehr als gezacktes Altpapier

Reppenstedt. Wenn in der Reppenstedter Gellersenhalle Briefmarken getauscht werden, dann ist das jedes Mal für Georg Poch ein Tag, auf den er sich besonders freut. Weniger, weil er auf einen spektakulären Fund für seine Sammlung hofft, sondern vielmehr, weil er den jungen Nachwuchssammlern zeigen kann, was es in Sachen Briefmarken alles zu entdecken gibt.

„Die meiste Zeit bin ich mit den Kindern unterwegs“, sagt Poch. Das wird auch am Sonntag beim Großtauschtag der Jungen Briefmarkenfreunde Reppenstedt der Fall sein. Der 70-jährige Pensionär würde sich selbst zwar nicht mehr zu den „jungen“ Markenfans zählen. Aber: Er leitet an der Grundschule Lüne die Briefmarken-AG.

Nachwuchs in der AG der Grundschule Lüne

„Zwölf Jungen und Mädchen sind mit großem Eifer dabei“, freut sich der Reppenstedter, „mit einigen von ihnen werde ich mich gezielt umschauen.“ Sie haben schon gelernt, wie man Marken perfekt ablöst und ein Album anlegt. „Dann suchen sie sich ein Thema, das sie interessiert, etwa Pferde oder Katzen oder Sportarten, da gibt es endlose Möglichkeiten.“

An Material für die Erstausstattung der jungen Nachwuchssammler mangelt es dem Verein nicht, oft erhalte er Spenden, sagt Poch: „Ich habe gerade noch 14 Alben und vier Schuhkartons hier stehen, die müssen alle durchgesehen werden.“

Beim Tauschtag werden nicht nur Marken getauscht, sondern es wird auch immer intensiv gefachsimpelt. „Es kommen Leute aus dem ganzen norddeutschen Raum, sogar aus dem benachbarten Dänemark. Die meisten kennen sich, da tauscht man sich natürlich aus.“ Für Poch selbst sind Briefmarken schon seit mehr als 50 Jahren ein unverzichtbares Hobby. „Ich war als Bundeswehrsoldat bei der Marine. Also interessiert mich alles Maritime.“ Warum ihn Briefmarken so faszinieren? „Meine Frau sagt immer: Das ist doch nur gezacktes Altpapier. Aber jede Marke erzählt eine Geschichte, sie ist so etwas wie die Botschaft eines Landes.“ uk