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Elbbrücke
Ende September hatten drei Einwohner der Gemeinde Amt Neuhaus ein Transparent in der Mitte der Elbe ausgerollt: Ihre Forderung war deutlich. (Foto: be)

Brückenmarathon startet neu

Embsen. Die Marschrichtung war eindeutig, die Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt gleich zu Beginn der Sitzung des Betriebs- und Straßenbauausschusses gestern in Embsen vorgab. „Wir wollen schnell planen, nicht verzögern.“ Gleichwohl rechnet der Chef der Kreisverwaltung nicht damit, dass das Planfeststellungsverfahren für die Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau vor dem Frühsommer 2020 eingeleitet werden kann. Zu viele Aufgaben seien zuvor noch zu erledigen, der kreiseigene Betrieb für Straßenbau und -unterhaltung (SBU) zudem auf externe Hilfe bei der Planung angewiesen.

Dafür, dass der SBU Unterstützung erhält, sorgten wenig später die Mitglieder des Ausschusses. Der Losung Nahrstedts folgend, beschlossen sie nach nur kurzer Beratung bei lediglich zwei Enthaltungen den Wirtschaftsplan 2019 des kreiseigenen Betriebes. Darin verankert sind auch 700 000 Euro für die Wiederaufnahme der Brückenplanung. Diese hatte der Lüneburger Kreistag erst Ende September mit breiter Mehrheit beschlossen, nachdem die Arbeiten mit Abschluss des Raumordnungsverfahrens 2016 auf Eis gelegen worden waren.

Ausschreibung wird vorbereitet

Gleichzeitig gaben die Ausschussmitglieder grünes Licht dafür, dass der SBU um Leiter Jens-Michael Seegers bereits in der kommenden Woche damit beginnen kann, die europaweite Ausschreibung zur Suche eines Planungsbüros für den Brückenbau vorzubereiten. Eigentlich hätte der Betrieb die Zustimmung des Kreistages zum Wirtschaftsplan Mitte Dezember abwarten müssen.

Doch Politik und Verwaltung drücken bei der Brückenplanung aufs Tempo. Dass bedeutet auch, dass sich die Verwaltungsspitze um Nahrstedt ab Januar verschärft Gedanken darüber machen wird, wer aus dem Kreishaus bei der Brückenplanung künftig den Hut aufhaben wird. Federführend in der Planung und mit allen Details vertraut ist bislang der Erste Kreisrat Jürgen Krumböhmer. Doch der ist zugleich Chef der Planungen der Veranstaltungshalle „Arena Lüneburger Land“ mit einem Investitionsvolumen von mindestens 16 Millionen Euro. „Die Frage ist, ob es Sinn macht, dass sich ein anderer in die Brückenmaterie einarbeitet, oder ob es ausreicht, dem Ersten Kreisrat ein Planungsbüro und einen rechtlichen Berater an die Seite zu stellen“, sagte Nahrstedt nach der Sitzung im Gespräch mit der LZ.

„Wir wollen schnell planen, nicht verzögern.“ – Manfred Nahrstedt , Landrat

Mit an Bord sind beim Neustart der Brückenplanung bis zu einem gewissen Punkt sogar die Grünen. Während sich Ralf Gros bei der Abstimmung enthielt, stimmte Fraktionschefin Petra Kruse-Runge dem Wirtschaftsplan zu. Gleichzeitig sagte sie aber auch: „Die Gründung der Arbeitsgruppe Elbbrücke haben wir mitgetragen, damit Kosten und Finanzierung neu geprüft werden. Für uns ist es derzeit aber nicht realistisch, dass der vorgesehene Kostenrahmen eingehalten werden kann.“

Gespräche im dem Landkreis Lüchow-Dannenberg

Bislang hält auch Nahrstedt an der von ihm selbst gezogenen Obergrenze von zehn Millionen Euro Kreisanteil für den Brückenbau fest. Allerdings räumte der Landrat ein: „Angesichts der guten Haushaltslage ist es denkbar, dass der Kreistag, wenn es in einigen Jahren um die Finanzierung geht, eine andere Entscheidung trifft.“

Doch zunächst stehen in der kommenden Woche Gespräche mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg in Nahrstedts Kalender. Inhaltlich geht es bei dem Treffen am Dienstag, 27. November, um die Abstimmung der Planung für die Brücke mit der für die Deichanlagen zum Schutze Neu Darchaus. Letzter Stand war, dass die Zuwegung der Brücke in Teilen auf der Deichkrone verlaufen könnte. Daran hat sich vermutlich nichts geändert, denn auch die Samtgemeinde Elbtalaue als Träger des Deichbaus tritt momentan auf der Stelle. Nun hofft Nahrstedt, „dass sich durch die weitere Abstimmung der Pläne womöglich Kosten sparen lassen“.

Von Malte Lühr

3 Kommentare

  1. Brückenmarathon startet neu und die Geldverschwendung startet gleichzeitig mit?

  2. Dieses Geld und diese Energie müssen in die Planung und den Bau der maroden Brücke in Lauenburg gehen!