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Janne Litzenberger und Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin. (Foto: Diana Tuppack)

Plötzlich im Fokus

Lüneburg/Berlin. Dass die Zeit so spannend werden würde, war nicht unbedingt zu erwarten. Gemeinhin zählt der Posten des oder der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien nicht zu denen, deren Inhaber bundesweit für Schlagzeilen sorgen. Doch der Rummel um die bislang mäßig bekannte Band „Feine Sahne Fischfilet“ hat dafür gesorgt, dass Kulturstaatsministerin Monika Grütters plötzlich überall in den Medien präsent war. Ganz nah dran war in diesen Tagen eine Lüneburgerin: Janne Litzenberger hat bei der Politikerin in Berlin hospitiert.

Wirbel um Band beschert jede Menge Anfragen

„Feine Sahne Fischfilet“ sollte im Dessauer Bauhaus auftreten, aus Angst vor rechtsextremen Aufmärschen haben die Verantwortlichen des Konzerthauses den Auftritt der linken Band aber abgesagt. Das rief viele Kritiker auf den Plan, als prominenteste Monika Grütters. Die Texte der Musiker mögen Geschmackssache sein, doch sie erinnerte an die Freiheit der Kunst und sagte: „Es darf niemals der Eindruck entstehen, dass der Druck der rechtsextremistischen Szene ausreicht, ein Konzert zu verhindern.“ Die Reaktionen darauf wiederum waren nicht immer zitierfähig. Janne Litzenberger erlebte das hautnah mit, denn sie betreute unter anderem auch die Social-Media-Auftritte der Ministerin, verfasste Beiträge und schoss Fotos fürs Internet, kümmerte sich außerdem um die Post. „Es gab eine Menge Resonanz und viele Anfragen zu diesem Thema“, sagt die 23-Jährige.

Von acht Uhr bis Mitternacht

Zustandegekommen war der Kontakt bereits vor zwei Jahren. Damals sei sie auf Monika Grütters aufmerksam geworden und habe ihr einen Brief geschrieben, erzählt die junge Frau, die am Gymnasium Oedeme gelernt hat, ihr Abi später an der BBS II in Lüneburg ablegte und heute in Basel in der Schweiz Kunstgeschichte und Medienwissenschaften studiert. Die Politikerin beantwortete den Brief, das vierwöchige Praktikum war nun das Resultat. „Ich habe sie zu offiziellen Terminen in Berlin begleitet, an AG-Sitzungen teilgenommen und Plenarsitzungen vor Ort verfolgt“, erzählt die Studentin, die noch ein Beispiel nennt: „Ich habe das Kulturgespräch im Martin-Gropius-Bau mit Frau Grütters begleitet. Die Ausstellung ist die aktuell laufende ,Bewegte Archäologie‘ und zeigt unter anderem die Himmelsscheibe, die vorher in Basel ausgestellt wurde.“ Alles in allem eine spannende, aber auch sehr arbeitsintensive Zeit. Der Tag begann um 8 Uhr und endete oft erst nach Mitternacht. „Das war manchmal schon anstrengend.“

Begegnungen mit Nahles und Merkel

Dass sie auch eine Menge der bekannten Bundespolitikerinnen und -politiker aus der Nähe erlebte, ob nun Andrea Nahles oder Angela Merkel, hat sie natürlich nicht als alltäglich wahrgenommen. Doch wichtiger als Personenkult seien ihr die Inhalte der politischen Arbeit. „Es war spannend, ganz nah dabei zu sein, wenn brisante Themen in Ausschüssen diskutiert werden.“ Genug Stoff auch für ihren nächsten Heimatbesuch in Lüneburg. Janne Litzenberger verrät: „An Weihnachten feiere ich zu Hause mit meiner Familie.“

Von Alexander Hempelmann