Donnerstag , 21. November 2019
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Die Krankabine ist sein Reich: Jan Wiebusch hat gestern das große Stahlgerüst auf den Wasserturm manövriert. (Foto: t&w)

Der Mann für die Millimeterarbeit

Lüneburg. Wird Jan Wiebusch von Auswärtigen auf den riesigen Adventskranz auf dem Wasserturm angesprochen, kann er stolz sagen: „Das mache ich.“ Am Montag hievte er den gewaltigen Wichernkranz mit einem Durchmesser von 13 Metern und 1,5 Tonnen Gewicht mit einem Kran der Firma Bruns auf die Zinnen – Millimeterarbeit.

Um 10.41 Uhr bewegt sich der Kranz in die Höhe, Wiebusch dirigiert ihn in seiner Fahrerkabine mit zwei Joysticks rechts und links, verfolgt den Kranz auf einem Display. Dann hält er einige Minuten inne, so haben die Fotografen Zeit, im Aufzug bis zur obersten Etage zu fahren, um die Aktion in Bildern und Filmen festzuhalten. Millimetergenau setzt der Koloss um 10.51 Uhr auf. Der 38-Jährige hat die Herausforderung gemeistert: „Das ist keine alltägliche Arbeit. Es ist auch was Besonderes für die Stadt.“ Der Kran hat einen 83 Meter langen Ausleger: „Er wurde extra mit einer Gitterspitze verlängert, damit der Kranz auf den 56 Meter hohen Turm passt.“

Kindern bringt er auch das Knusperhäuschen

Seit 15 Jahren arbeitet der Mann aus Wendisch Evern für die Unternehmensgruppe Wilhelm Bruns: „Ich bin da irgendwie reingeschlittert.“ Er ist gelernter Zimmermann, wirkte aber schon während seiner Bundeswehrzeit als Kranbediener, wie die korrekte Berufsbezeichnung heißt: „Ich kannte den Disponenten von Bruns privat, der fragte mich, ob ich bei dem Unternehmen anfangen wolle. Ich wollte.“ Seither bedient er Kräne, der größte hat einen Ausleger von 138 Metern, würde beispielsweise für Arbeiten am Johannisturm reichen. Am meisten Spaß machen dem 38-Jährigen zwei Aktionen: „Neben dem Wichernkranz ist es das Aufstellen des Knusperhäuschens auf dem Weihnachtsmarkt. Es ist herrlich, die glänzenden Augen der Kinder zu sehen.“

In seiner Freizeit tauscht er den Kran gegen ein Motorrad, die BMW ist mit ihren 36 Jahren ein echter Oldie. Am liebsten hätte Jan Wiebusch ein Motorrad Baujahr 1980: „Mein Geburtsjahr. Eine solche Maschine aber habe ich noch nicht gefunden.“ Und noch etwas hat er noch nicht gefunden, lächelnd sagt er: „Ich bin Single. Vielleicht meldet sich nach dem LZ-Artikel ja eine Frau.“

Das erste Lichtlein brennt

Die Aktion wird am Sonnabend, 1. Dezember, um 16.30 Uhr mit der Vorstellung des Spendenprojekts „Zeit für Kinder“, Musik des Posaunenchors des Kirchenkreises und der Schulband der Oberschule am Wasserturm eröffnet. Um 17 Uhr wird das erste Licht entzündet.

Danach kann der Ring so zum Leuchten gebracht werden: Schicken Sie eine SMS an 83090 mit dem Wort LICHT oder rufen Sie die Nummer 09003-9424376 an. Preis pro SMS und Anruf aus dem Festnetz: 1,99 Euro inkl. Kosten aus allen Netzen. Der Preis pro Minute für Mobilfunkkunden ist je nach Netzbetreiber höher. Der Adventskranz leuchtet sichtbar auf und Sie spenden mit Ihrer SMS 1,27 Euro und 1,63 Euro bei Teilnahme per Anruf aus dem Festnetz. Die Spende per Anruf aus dem Mobilfunknetz variiert je nach Netzbetreiber und ist abhängig von der Länge des Anrufes. Leuchtzeiten bis zum 6. Januar: täglich 6 bis 9 Uhr und 16 bis 24 Uhr, Freitag und Samstag für alle Nachtschwärmer noch eine Stunde länger bis 1 Uhr.

Von Rainer Schubert