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Grundschule Adendorf
Die Grundschule in Adendorf soll baulich fit für die Zukunft werden. Geprüft wird deshalb neben einem Um- auch ein Neubau. (Foto: t&w)

Die Schule der Zukunft

Adendorf. Schulentwicklungsplanung ist immer auch ein Blick in die Glaskugel: Wie verändern sich in der Zukunft die pädagogischen Anforderungen? Wie entwickeln sich die Schülerzahlen in den nächsten Jahren? Antworten auf diese Fragen stehen im „Schulentwicklungskonzept 2030“, das die Gemeinde Adendorf in Auftrag gegeben hat. Und erste Resultate liegen bereits vor: Wie die LZ berichtete, soll es mittelfristig in Adendorf nur noch einen Grundschulstandort geben, der Standort Dorfstraße aufgegeben werden.

Zehn Millionen Euro für Neubau

Jetzt geht es also darum, den Standort am Weinbergsweg zukunftssicher zu machen – und dafür wird auch ein Schulneubau nicht ausgeschlossen. Am Montag gab der Verwaltungsausschuss grünes Licht für den entsprechenden Prüfauftrag. Was kostet ein Um- und Ausbau der Schule? Wie teuer käme ein Neubau? „Das muss jetzt genau untersucht werden“, sagt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD). Dafür sollen 100 000 Euro für Untersuchungs- und Planungskosten im Haushalt 2019 bereitgestellt werden.

Rund zehn Million Euro würde ein Neubau kosten, schätzt der Rathauschef. Viel billiger käme wohl auch nicht der Umbau der vorhandenen Bausub-stanz nach den Wünschen und Anregungen der Lehrer, Eltern und Schüler.

„In Zukunft soll ein Arbeiten möglich sein, bei dem jüngere Schüler von den älteren lernen.“ – Holger Schölzel , Fachbereichsleiter

Das Demographiegutachten des Landkreises zeigt auf, dass die Schülerzahlen für Adendorf auf Jahre hinaus stabil bleiben. „Das bedeutet, dass wir für die nächsten Jahrzehnte an der Grundschule mit vier bis fünf Klassen pro Jahrgang rechnen müssen“, gibt Maack zu bedenken. Die Frage, die sich nun stelle, laute daher: Wie soll Unterricht künftig stattfinden? Welche Struktur soll die Grundschule künftig haben? „Barrierefreiheit, Brandschutz, Digitalisierung“ – auch das seien Schlagworte, die bei einem Um- beziehungsweise Neubau der Schule zu beachten seien.

Jahrgangsübergreifendes Arbeiten

„In Zukunft soll ein jahrgangsübergreifendes Arbeiten möglich sein“, erklärt Fachbereichsleiter Holger Schölzel – ,,jüngere Schüler sollen von den älteren lernen.“ Baulich am besten erreiche man das mit einem sogenannten „Marktplatz“ als zentrale Mitte. „Das heißt, die Klassen eins bis vier bilden dann jeweils ein ‚Cluster‘“, erläutert Schölzel. Bei einer fünfzügigen Grundschule wären somit insgesamt 20 „Cluster“ zu bilden. Hinzu kommt, dass der Raumbedarf für den Ganztagsschulbetrieb angepasst werden muss.

„Das ist schon ein sehr gut durchdachtes Konzept“, findet Bürgermeister Thomas Maack, der lobend hervorhebt, dass auch die Eltern der jetzigen Schülergeneration diese Konzeption mittragen – obwohl ihre Kinder davon wohl nicht mehr profitieren werden. „Ziel ist es, 2019 eine solide Planungsgrundlage zu schaffen“, erklärt Maack den Zeitplan. 2021/22 könnte dann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Frühestens fertig wäre die Schule der Zukunft dann 2023/24.

Antrag der Linke

Namensfindung

Die Grundschule am Weinbergsweg soll nach dem Willen des Ratsherren Markus Graff (Linke) in „Wolfgang Mirosch Grundschule“ umbenannt werden. Einen entsprechenden Antrag hat Graff für die nächste Ratssitzung formuliert. Durch die Benennung der Grundschule werde der Versuch, die Erinnerung an Wolfgang Mirosch zu tilgen, ins Gegenteil verkehrt, hofft Graff.

Wie berichtet , hatten Unbekannte in Adendorf Gedenktafeln entwendet, die an die Ermordung des Sinto-Jungen 1943 durch die Nazis erinnerten. Die Tat löste große Empörung in Adendorf aus.

Von Klaus Reschke