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Landrat Nachfolger
Landrat Manfred Nahrstedt geht Ende Oktober 2019 in den Ruhestand. Ende Mai wird ein Nachfolger gewählt. (Foto: t&w)

Zweiter SPD-Kandidat

Lüneburg. Er ist 28 Jahre alt, Soldat auf Zeit, erst seit gut einem Jahr Lüneburger – und er will Landrat werden: Eric Böttcher tritt bei der SPD neben Ostheides Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer um die Nachfolge von Amtsinhaber Manfred Nahrstedt an.

Landrat Nachfolger
Der 28 Jahre alte Eric Böttcher möchte im Mai 2019 als SPD-Kandidat zur Landratswahl antreten. (Foto: privat)

Böttcher folgt damit dem SPD-internen Aufruf, dass sich Interessenten bis 15. Dezember melden können. „Als Landrat bringe ich frischen Wind in unseren Landkreis“, verspricht er. In einem kurzen Vorstellungspapier nennt er als Themenschwerpunkte Breitbandausbau und Erweiterung des Straßennetzes, um neue Unternehmen anzusiedeln. Die Elektromobilität und der Ausbau von Sozialwohnungen müssten forciert werden. Böttcher möchte die Kreispolitik „generationenübergreifend“ gestalten.

Weitgehend unbekannter Kandidat

In der örtlichen SPD ist der Neu-Lüneburger weitgehend unbekannt. Geboren in Wismar, ist Böttcher über die Bundeswehr in die Region gekommen. In Munster versieht er seinen Dienst als Personaloffizier Streitkräfte. Er engagiert sich in der Arbeitsgemeinschaft SPDqueer, die sich für Akzeptanz und Gleichstellung einsetzt und die Stellung von Lesben und Schwulen in der Partei ausbauen will. Seit Oktober ist Böttcher einer von 13 stellvertretenden Vorsitzenden im Vorstand von SPDqueer.

In der ersten Januarhälfte wird es zwei Vorstellungsrunden für die SPD-Bewerber geben. Die Nominierung soll am 19. Januar erfolgen. Unterbezirksvorsitzende Andrea Schröder-Ehlers wertet Böttchers Kandidatur als „gutes Zeichen für die innerparteiliche Demokratie“. Bei den anderen Parteien hat die Kandidatensuche erst begonnen. Wahltermin ist der Tag der Europawahl, 26. Mai.

Landrat Nachfolger
Norbert Meyer (51), Bürgermeister der Samtgemeinde Ostheide, würde sich das höchste Amt im Kreis durchaus zutrauen. (Foto: privat)

SPD nutzt ihren Vorsprung

Die Sozialdemokraten konnten damit ihren informellen Vorsprung nutzen, denn der Landrat hatte den engsten Führungszirkel über seinen vorzeitigen Rückzug frühzeitig informiert. CDU-Kreisvorsitzender Felix Petersen gesteht hingegen, wie sehr die Christdemokraten von Nahrstedts Erklärung am 5. November überrascht worden sind: „Wir müssen völlig neu denken.“

„Wir wollen die Sondierungen noch in diesem Jahr abschließen.“ – Felix Petersen, CDU-Kreisvorsitzender

Petersen und CDU-Kreistagsfraktionschef Günter Dubber hatten zwar nach der Sommerpause erste Gespräche mit potenziellen Interessenten geführt, aber mit Blick auf eine Landratswahl im Herbst 2021. „Jetzt sprechen wir mit allen noch einmal neu“, erklärt er. Und: Dies würden keine Selbstgespräche sein. Petersen und Dubber stehen also nicht zur Verfügung.

Grüne sondieren

„Wir wollen die Sondierungen noch in diesem Jahr abschließen“, kündigt Petersen an, um die Personalie „Anfang 2019 präsentieren zu können“. Auch mit anderen Parteien sollen Gespräche geführt werden.

Sondiert wird auch bei den Grünen. Und das gleich landesweit. „Einige vielversprechende Optionen gibt es bereits“, lässt Kreissprecher Claus Poggensee durchblicken. Den weiteren Fahrplan will der Kreisvorstand an diesem Freitag ausarbeiten und der Mitgliederversammlung am 5. Dezember vorstellen.

AfD lässt sich nicht in die Karten schauen

Erste Weichen hat auch die AfD gestellt. „Wir werden einen Landratskandidaten stellen und diesen Anfang des Jahres in einer Versammlung aufstellen“, erklärt Kreisvorsitzender Stephan Bothe. Bei der Frage, wer hierfür infrage komme, will auch er sich noch nicht in die Karten gucken lassen: „Das haben wir noch nicht endgültig entschieden.“

Geschaut und gesprochen wird auch in den Reihen von FDP und Linken, heißt es von beiden Seiten.

Womöglich zeichnet sich ein Bewerberrekord ab. 2014 traten nur zwei Kandidaten gegen Amtsinhaber Manfred Nahrstedt an, acht Jahre zuvor musste er sich noch gegen vier Mitbewerber durchsetzen. Jetzt könnten allein die im Kreistag vertretenen Kräfte sechs Kandidaten für seine Nachfolge aufstellen.

Von Marc Rath

One comment

  1. Die gute Nachricht ist erstmal, dass der völlig überforderte derzeitige Landrat Nahrstedt demnächst abtritt. Daraus ergibt sich die Chance, dass ein Kandidat mit Übersicht ins Amt kommt, der sich nicht nur vor die Interessen einzelner einspannen lässt sondern das große Ganze in den Blick nimmt und als ordnende Hand den Bedürfnissen der Region insgesamt dient und dazu auch die langfristigen Folgen für seine Entscheidungen nicht aus dem Auge verliert. Ich nenne in diesem Zusammenhang mal die Stichworte bisher gefloppte Elbbrücke, bei der die die betroffenen Bürger völlig aus dem Auge verloren wurden und das Arena Debakel wo in Hinterzimmer Manier ein verschworener Haufen mit Steuermillionen begünstigt werden soll und Konzept ausschließlich auf zwei befreundete Geschäftsleute zugeschnitten wird. Man kann nur Hoffen, dass der neue dieses nicht als Nahrstedtsches Erbe ins Nest gelegt bekommt und der Kreistag nicht nur den Klüngel wahrnimmt sondern noch rechtzeitig die Konsequenzen zieht.