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Wenn der Rücken weh tut, wird Arbeit zur Qual. Meistens hilft dann Bewegung. Foto: BillionPhotos.com

Zu krank zum Arbeiten

Lüneburg. Rückenschmerzen quälen viele Menschen. Drei Viertel der Beschäftigten in Niedersachsen, die bei der DAK versichert sind, leiden mindestens einmal pro Jahr darunter. „Pro 100 Beschäftigte ergeben sich für 2017 rund 90 Fehltage aufgrund von Rückenschmerzen, in der Region Lüneburger Heide sind es 76,3 Fehltage“, sagt Michael Meyer, stellvertretender Leiter des DAK-Servicecenters Lüneburg, der den Gesundheitsreport seines Hauses vorstellte.

Der Krankenstand von Erwerbstätigen in der Lüneburger Heide ist im Vergleich zu 2016 leicht gestiegen von 3,9 auf 4,1 Prozent, er liegt damit im Bundestrend. Häufigste Ursache für Fehltage sind wie im Vorjahr Muskel-Skelett-Erkrankungen. „Sie machen 20,8 Prozent der Gesamterkrankungen aus“, verdeutlicht Meyer. Auf Platz zwei rangieren erneut psychische Erkrankungen, die mit vier Prozent leicht zugenommen haben, sowie Atemwegserkrankungen (+ 9 Prozent). Ein weiteres Ergebnis des Reports: Bei 4 Prozent aller Krankheitsfälle handelt es sich um Langzeiterkrankungen, die für 43,9 Prozent der Fehltage in der Region Lüneburg verantwortlich sind. In 77 Prozent der Fälle waren Arbeitnehmer 1 bis 14 Tage krankgeschrieben.

In 80 Prozent der Fälle liegt die Ursache in Verspannungen

Den Fokus richtet der Report auf Rückenleiden, die 50 Prozent der Muskel-Skelett-Erkrankungen ausmachen. „Die Fehltage durch Rückenschmerzen haben seit 2014 um vier auf 90 Tage im Land zugenommen. 13 Prozent der Beschäftigten waren länger als zwölf Wochen krankgeschrieben.“ Die deutliche Mehrheit der Betroffenen meldet sich eigenen Angaben zufolge gar nicht krank (84 Prozent). Wenn doch, sind die Gründe dafür unter anderem die Schmerzstärke, der Chronifizierungsgrad, häufiges Arbeiten in angespannter Haltung oder wenn die Arbeit an der Grenze der Belastbarkeit ist.

Einen Arzt aufgesucht haben laut Befragung 34 Prozent der Betroffenen. „Sinnvollste Behandlung ist eine Bewegungstherapie wie Krankengymnastik“, weiß der Lüneburger Arzt Dr. Wolfgang Böker, Landesvorsitzender des Berufsverbands der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Der Rückenschmerz braucht Bewegung, weil die Ursache zu 80 Prozent muskuläre Verspannungen sind.“ Wichtig sei zudem eine kurzfristige Schmerztherapie, damit der Schmerz nicht chronisch werde. Nach einer anfänglich intensiven Behandlung gelte es aber, schnell das normale Alltagsleben aufzunehmen und auch zu arbeiten.

Wärmetherapie oder Entspannungsübungen

Er verweist dazu auf eine Studie aus Schweden, die besage: Patienten mit Rückenschmerzen, die weiter gearbeitet haben, hätten das beste Behandlungsergebnis. „Wenn ich mich normal weiter bewege, hören Verspannungen schneller auf.“

Als Möglichkeiten zur Selbsthilfe von Schmerzgeplagten empfehlen der Report und der Mediziner zum Beispiel Wärmetherapie oder Entspannungsübungen wie Yoga. Das A und O sei aber Bewegung nach dem Motto „dem Schmerz weglaufen“, betont Böker. Um Betroffene zu unterstützen und Rückenproblemen vorzubeugen, bietet die DAK das kostenlose Online-Coaching „Rücken@Fit“ an, das Übungen und Tipps zum Umgang mit Stress vermittelt.

Von Antje Schäfer

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