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Johanneum Weihnachtsfeier
Eine Weihnachtsfeier am Johanneum hat vor knapp einem Jahr für Schlagzeilen gesorgt. (Foto: t&w)

Die Lehren aus dem Medienecho

Lüneburg. Vor knapp einem Jahr hatte das Johanneum unfreiwillig für Schlagzeilen weit über Lüneburg hinaus gesorgt. Auslöser war eine Weihnachtsfeier im Unterricht, bei der eine Schülerin keine christlichen Lieder singen wollte. Als der damalige Schulleiter als Reaktion darauf um eine sensible Handhabung des Themas im Pflichtunterricht bat, werteten Kritiker das als generelles Verbot für das Singen von Weihnachtsliedern an der Schule. In diesem Jahr soll sich ein solcher Rummel nicht wiederholen.

An der Theodor-Heuss-Straße ist das Thema von Schülern, Eltern und Lehrern ausgiebig aufgearbeitet worden, für 2018 gibt es nun ein Konzept, das sich an der Praxis früherer Jahre orientiert, aber auch Handlungsempfehlungen gibt. So wird die Gestaltung der Weihnachtsfeiern im Klassenverband vorher von Lehrer und Schülern der Klasse gemeinsam geplant, um Irritationen zu vermeiden, zum Beispiel, dass eben spontan Lieder angestimmt werden, die nicht jeder mitsingen möchte, verdeutlicht die neue Schulleiterin Ulrike Lindemann.

Bei jahrgangsübergreifenden Weihnachtsfeiern an dem Gymnasium werde es für Schüler, die nicht daran teilnehmen möchten, andere Angebote geben. Die Teilnahme am Weihnachtskonzert mit Chor und Band sowie an der Feier der ganzen Schule am vorletzten Schultag vor den Weihnachtsferien sei jeweils freiwillig. ahe

6 Kommentare

  1. Das Singen christlicher Weihnachtslieder sollte in unserem abendländischen Kulturkreis meiner Meinung nach doch eine Selbstverständlichkeit an Schulen zur Weihnachtszeit sein. Wer sich dem verweigert, sollte mit einem „Ungenügend“ auf dem Zeugnis getadelt werden.

    • staat und kirche sollen aber bei uns getrennt sein? was haben also kirchenlieder in staatlichen schulen zu suchen?

    • Gertrud Petersen

      Und den Menschen außerhalb Ihres abendlichen Kulturkreises wollen Sie das verbieten, Harry? Pfui Deibel, das finde ich wahnsinnig schofel von Ihnen! Wie kommen Sie dazu? Und wieso sollten die Schulen Sie und Ihren Singkreis überhaupt hereinbitten? Da kann ja jeder kommen und sagen: „Wenn meine Freunde und ich bei euch keine christlichen Weihnachtslieder vortragen dürfen, werdet ihr alle mit einem ‚Ungenügend‘ auf dem Zeugnis getadelt.“ Wo gibt’s denn sowas? Man liest doch auch viel über schnapstrinkendes, rotwangiges Amelinghausener Gelümmel unter solchen altgermanischen Sangesbrüdern.

  2. Ich beziehe mich jetzt ausschließlich auf den letzten Absatz des Artikels und habe dazu folgende Frage.

    Gelten die „anderen Angebote“ für Schüler die nicht an den jahrgangsübergreifenden Weihnachtsfeiern teilnehmen möchten für alle Schüler unabhängig von der Konfessionszugehörigkeitkeit? Und ist die Teilnahme am Weihnachtskonzert mit Chor und Band sowie an der Feier der ganzen Schule am vorletzten Schultag vor den Weihnachtsferien ebenso für alle Schüler unabhängig von der Konfessionszugehörigkeit freiwillig?

    Falls das jeweils mit „ja“ beantwortet wird kann ich nur bedauern dass das nicht schon vor mehr als vierzig Jahren am Johanneum so möglich war. Doch jetzt wo ich das schreibe frage ich mich, ob es diese Feiern damals überhaupt schon gab. Eine Band die aufgetreten wäre jedenfalls mit Sicherheit nicht soweit ich mich erinnere. Sehr gut kann ich mich dagegen erinnern wie der Lehrkörper reagierte wenn man einer vergleichbaren Schulveranstaltung „freiwillig“ fern geblieben ist.

    • Niemand ist um 1978 herum solchen Veranstaltungen, die es mit Senne und Grunwald am Mikro durchaus gab, freiwillig ferngeblieben. Denn seit 1971 war der Unterricht am Johanneum „koedukativ“, aber erst ab 1976 wurde das für beide Seiten der Schülerschaft so richtig prickelnd und interessant.