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Hundeführerin Mandy Mühlbauer präsentiert ihren Labrador Flash im Schulunterricht. Foto: t&w

Einsatz im Klassenzimmer

Adendorf. Jüngst war die Rettungshundestaffel des DRK Lüneburg zur Unterstützung nach Uelzen gerufen worden. Eine demente Seniorin wurde vermisst. Die Flächensuchhunde durchkämmten ein Waldstück. Der nächste Einsatz führte die ehrenamtlichen Hundeführer mit ihren vierbeinigen Begleitern in die Adendorfer Oberschule Am Katzenberg. Dort gingen sie auch auf die Suche. Nach Schülern, die sich versteckt hatten. Das war allerdings Teil einer Vorführung im Unterricht in den sogenannten IgeL-Kursen. „IgeL“ steht dabei für „interessengeleitetes Lernen“. Diese Kurse bieten die Möglichkeit, Unterricht lebendiger und lebensnäher zu gestalten. In diesem Fall kamen die Schüler ausgebildeten Rettungshunden besonders nahe.

Vier Hundeführer der Rettungshundestaffel nahmen sich an einem Nachmittag Zeit, um Schülern der fünften und sechsten Klasse sowie der Kooperationsklasse der Förderschule am Knieberg ihre Tätigkeit im Notfall näher zu bringen. Die Rettungshundestaffel wird in der Regel über die Einsatzleitstelle Lüneburg alarmiert. Das insgesamt 15-köpfige Hundeführer-Team sowie deren Helfer stehen sowohl der Polizei, der Feuerwehr sowie weiteren Katastrophenschutzorganisationen helfend zur Seite. „In der Regel sind wir innerhalb von 30 Minuten einsatzbereit“, sagt Staffelleiter Tim Zeitel.

Mindestkörpergröße ab 40 Zentimetern

Die eingesetzten Hunde gehören den ehrenamtlichen Hundeführern, die ihre vierbeinigen Schützlinge zu Flächensuchhunden oder Mantrailern ausbilden. Am Ende der Ausbildung müssen die Vierbeiner in der Lage sein, auf einem rund 30.000 Quadratmeter großen Suchfeld zwei vermisste Personen innerhalb von 20 Minuten zu finden. Dabei muss auch der Hundeführer darauf achten, das Tier aus der richtigen Windrichtung an das Areal heranzuführen.

Geeignet sei laut Staffelführer Zeitel grundsätzlich jeder Hund für die Rettungsstaffel, in Lüneburg wird aber auf eine Mindestkörpergröße ab 40 Zentimetern geachtet – also kein Chihuahua. Einen Kangal-Schäferhundmischling weiß beispielsweise Birgit Bengsch an ihrer Seite: Shorty ist mit neun Jahren einer der ältesten Vierbeiner im Team. Bengsch sagt: „Er arbeitet viel und er verlässt sich auf mich als Teampartner.“ So würde er sich bei seinen eifrigen Suchen im Einsatzfall immer vergewissern, ob Frauchen noch in der Nähe ist. Grundsätzlich kann man laut Bengsch Suchhunde in zwei Kategorien einteilen: Fresser und Spieler. Die einen Hunde suchen eine Person, in der Erwartung, anschließend ein Leckerli zu bekommen. Andere hingegen sind auf ihr Lieblingsspielzeug getrimmt, das sie als Belohnung erhalten.

„Ich finde toll, dass so ein Unterricht hier angeboten wird“

Eine Belohnung für die Schulkinder, die an dem Tag dem besonderen Unterricht folgten, war nicht nur das Streicheln der Hunde. Die Kinder versteckten sich auf dem Schulgelände und ließen sich auch von Tim Zeitel mit seinem Hund Bommel, ein Elo, aufspüren. Schüler Leif (12) sagte: „Ich finde toll, dass so ein Unterricht hier angeboten wird.“ Selbst für Lehrerin Nadja Krakau war der Schuleinsatz der Rettungshundestaffel „ein tolles Erlebnis“.

Neben dem „IgeL-Kurs „Rund um den Hund“ reicht das aktuelle Angebot an der Oberschule noch viel weiter: Von Zumba und Fußball über Schülerbands bis Kochen und Filmedrehen.

Von Dennis Thomas

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