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Rückbau Krümmel
Eine Diesellok brachte den auf einem Waggon verladenen leeren Castor-Behälter der Baureihe V/52 auf den Hof des Kernkraftwerkes Krümmel. (Foto: tja)

Ein wichtiger Schritt beim Rückbau des Meilers

Geesthacht. Mit der Ankunft eines leeren Castor-Behälters wurde gestern ein Meilenstein beim geplanten Rückbau des Kernkraftwerkes Krümmel erreicht. Der Behälter soll die 154 sogenannten Sonderbrennstäbe aufnehmen, für die es bisher keine Lagerlösung gab.

„Das Genehmigungsverfahren läuft noch, geplant haben wir die Einlagerung der Sonderbrennstäbe für November 2019“, berichtet Barbara Meyer-Bukow, die Sprecherin des Energiekonzerns Vattenfall.

Brennstäbe im Lagerbecken

Im Lagerbecken des Kernkraftwerks befinden sich aktuell 78 einzelne Brennstäbe, an denen im Laufe der Betriebszeit des ehemals leistungsstärksten Siedewasserreaktors der Welt Auffälligkeiten festgestellt wurden. Die Stäbe wurden aus den betroffenen Brennelementen entnommen. Außerdem lagert in dem mit Wasser gefüllten Becken ein bereits bestrahltes Brennelement mit 76 Brennstäben, das noch demontiert werden muss.

„Wenn wir diese Brennstäbe aus der Anlage geholt haben, ist Krümmel frei von bestrahltem Material.“ – Barbara Meyer-Bukow, Vattenfall-Sprecherin

Aufgrund einer geometrischen Abweichung kann dieses Element nicht wie gewohnt in einen Castor-Behälter eingebracht werden. Deshalb musste für die Entsorgung der 154 Brennstäbe insgesamt eine Sonderlösung her. „Die haben wir jetzt gefunden“, sagt Barbara Meyer-Bukow. „Die Brennstäbe sollen in einen Köcher, der dann in den Castor-Behälter kommt“, erklärt sie. Das Genehmigungsverfahren für die Einlagerung von defekten Einzelstäben in einem Castor ist als Pilotverfahren auch zur Anwendung in weiteren Kernkraftwerken beim zuständigen Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit zur Prüfung und Entscheidung eingereicht.

Keine Zwischenfälle bei Einlagerung

„Wenn wir diese Brennstäbe aus der Anlage geholt haben, ist Krümmel frei von bestrahltem Material“, sagt Barbara Meyer-Bukow. Die Einlagerungskampagne von 989 Brennelementen aus dem Reaktorbetrieb war nach einem Jahr im Oktober 2017 aus dem Kraftwerk ins benachbarte Standortzwischenlager umgesetzt worden. Dabei habe es nach Mitteilung des Umweltministeriums als Reaktoraufsichtsbehörde keine Zwischenfälle gegeben. Insgesamt befinden sich in dem für 80 Castor-Behälter vom Typ V/52 konzipierten Lagergebäude jetzt 41 Behälter mit 2081 Brennelementen, die alle aus dem Betrieb des Kernkraftwerks Krümmel stammen. Das Lager ist zunächst größer dimensioniert worden, weil man von einer längeren Betriebszeit des Kernkraftwerkes ausgegangen war. Nach mehreren technischen Problemen und der Katastrophe von Fukushima ließ die Bundesregierung den Atommeiler jedoch abschalten.

Erörterungsterminam Dienstag

Krümmel muss frei von Kernbrennstoff sein, um den 2015 durch Vattenfall beantragten Rückbau tatsächlich angehen zu können. Am kommenden Dienstag sind Bürger, die Einwendungen zum Rückbau des Siedewasserreaktors eingereicht hatten, zum offiziellen Erörterungstermin eingeladen.

Nur für die Einwender gibt es im Reinbeker Sachsenwaldforum Zutritt. Die Aufsichtsbehörde will die nach der achtwöchigen Auslegung der Unterlagen eingereichten Einwendungen besprechen, um mögliche Hinweise zum Rückbauantrag verfassen zu können.

Von Timo Jann

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