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Metronom Hansenetz
In den nächsten 15 Jahren will Metronom als Betreiber des Hansenetzes die Fahrgastzahlen um 30 Prozent steigern. (Foto: t&w)

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Lüneburg/Uelzen. Mehr Züge, häufigere Fahrten, weniger Verspätungen und keine Zugausfälle wegen Unwetter. „Diese Ziele klingen wie der Traum eines jeden Pendlers – aber sie sind zu erreichen“, sagte Torsten Frahm, technischer Geschäftsführer des Metronom.„Der entscheidende Faktor ist die Infrastruktur, auf der wir fahren.“ So fordert das Unternehmen aus Uelzen den Ausbau des dritten Gleises zwischen Lüneburg und Uelzen zugunsten des Nahverkehrs. Zwischen Uelzen, Lüneburg und Hamburg könnten zudem zwei eigene Gleise für den Nahverkehr langfristig sogar einen 15-Minuten-Takt ermöglichen, heißt es. Diese Ideen der Infrastruktur-Initiative „einfach fahren“ stellten die Metronom-Geschäftsführer gestern bei einer besonderen Zugfahrt vor.

Eine handvoll Kernbereiche

Nach dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember startet für den Metronom der neue Verkehrsvertrag für das Hansesetz zwischen Göttingen, Hamburg und Bremen. Ende 2017 hatte Metronom die europaweite Ausschreibung für den Betrieb des Regionalverkehrs gewonnen, für eine Vetragslaufzeit von 15 Jahren. Gestern luden die Verantwortlichen zur Eröffnungsfahrt von Hannover nach Hamburg ein. Zu den Gästen zählte neben Vertretern des Hamburger Verkehrsverbunds sowie der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen auch Verkehrsminister Bernd Althusmann. Die Metronom-Geschäftsführer Torsten Frahm und Lorenz Kasch nutzten die Gelegenheit, nicht nur die Neuerungen beim Hansenetz vorzustellen, sondern eben auch ihre Ideen für den Schienenausbau.

„Diese Ziele klingen wie der Traum eines jeden Pendlers – aber sie sind zu erreichen.“´– Torsten Frahm, Metronom-Geschäftsführer

Konkret hat Metronom eine handvoll Kernbereiche ausgemacht, in denen die Uelzener die Deutsche Bahn als Netz-Eigentümer sowie Verwaltung, Politik und Naturschutzorganisationen zum Handeln aufffordern. „Mehr als 80 Prozent unserer Verspätungen und Zugausfälle haben ihren Grund in einer defekten oder ausgelasteten Infrastruktur“, sagte Frahm. Hinzu kämen die Unwetter.

Engere Vertaktung und zusätzliche Gleise

So verlangt Metronom einen sofortigen Grünschnitt: „15 Meter rechts und links der Gleise darf kein Baum stehen, der bei einem Sturm Gleise oder Oberleitungen erreichen kann“, heißt es. Mit Blick auf die strapazierten Kapazitäten am Hamburger Hauptbahnhof, fordert Metronom, „umgehend Bahnsteige freizuräumen“ und zusätzlich provisorische Zugänge zu schaffen. Ähnliches hatte vor wenigen Wochen DB-Vorstand Ronald Pofalla schon in Hamburg angekündigt (LZ berichtete).

Nördlich von Lüneburg werde nach Metronom-Angaben das bis 2014 verlegte dritte Gleis zwischen Stelle und Lüneburg nicht optimal genutzt. Oft müssten die Metronom-Züge auf die Überholung durch ICE-Züge warten oder würden von vorausfahrenden Güterzügen gebremst. Eine Lösung könnte nach Ansicht der Uelzener die Nachrüstung von Weichen und Signalen zwischen Hamburg und Lüneburg sein. Zudem wünscht sich Metronom an der Westseite des Lüneburger Bahnhofs einen „Ausbau mit zwei Bahnsteiggleisen und Fahrmöglichkeit nach Uelzen“.

Zwei eigenen Gleisen für den Regionalverkehr

Mit Blick auf eine bessere Vertaktung der Regionalzüge nach Hamburg sprach Frahm sogar von „zwei eigenen Gleisen für den Regionalverkehr“, die wünschenswert wären. Auf LZ-Nachfrage sagte Metronom-Sprecher Björn Pamperin: „Dann würde dort das dritte Gleis nicht mehr ausreichen, dann bräuchten wir zwischen Lüneburg und Hamburg ein viertes.“ Das ist eine Parallele zu den kürzlichen Äußerungen von Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Der hatte auch von einem vierten Gleis zwischen Lüneburg und Hamburg gesprochen, wenn dort langfristig mehr Nahverkehr auf die Schiene gebracht werden sollte.

Und auch an das heftig umstrittene Thema „Alpha-E“ wagte sich die Metronom-Führung heran. Den geplanten Schienenausbau, der vor allem dem steigenden Güterverkehr geschuldet ist, sehen die Uelzener positiv. Ein drittes Gleis zwischen Lüneburg und Uelzen sei auch aus Sicht des Nahverkehrs eine Lösung, „um die Kapazitätsengpässe auf dieser Strecke zu reduzieren“, heißt es in dem Thesen-Papier der Uelzener zu ihrer Infrastruktur-Initiative „einfach fahren“.

Neuerungen im Hansenetz

Mehrgenerationen-Abteile und W-LAN

Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember wird es im Regionalverkehr durch Metronom viele Neuerungen für Reisende geben. Dazu fand Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) gestern bei der Eröffnungsfahrt lobende Worte: „Reisende können im Hansenetz dann zwischen noch mehr Zügen wählen. Durch das gute Zusammenspiel kann das Angebot auf diesen Linien deutlich verbessert werden.“ Insbesondere an den Wochenenden gibt es zusätzliche Verbindungen (LZ berichtete).

Minister Althusmann weiter: „Und dank der neuen zweistündigen Direktverbindung Hannover-Celle-Lüneburg-Hamburg ist dann auch Schluss mit dem lästigen Umsteigen in Uelzen.“ Ab 2020 soll dann mit einer grundlegenden Modernisierung der Zugflotte begonnen werden. „Dann dürfen sich die Fahrgäste zum Beispiel auf Mehrgenerationen-Abteile für junge Familien und ältere Fahrgäste sowie auf zusätzliche Rollstuhlplätze, neue komfortable Sitze und W-LAN freuen.“

Von Dennis Thomas

One comment

  1. Bislang hat die Politik nur gebremst und verhindert.
    Minister Bernd Althusmann und „AKK“ müssen jetzt liefern und nicht nur schwätzen !

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