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Schulausbau
Teile des Gebäudes der Johannes-Rabeler-Schule sollen der Oberschule am Wasserturm zugeschlagen werden. (Foto: t&w)

Millionen für die Schulen

Lüneburg. 30,7 Millionen Euro will Lüneburg 2019 investieren, mehr als die Hälfte davon (58 Prozent) fließt in die Schulen. Welche Umbaumaßnahmen das meiste Geld verschlingen, skizzierte Thomas Wiebe, Schulfachmann der Verwaltung, jetzt im Schulausschuss.

Herausforderung Ganztagsschule

Bei den Grundschulen macht sich die Umwandlung in Ganztagsschulen an mehreren Standorten bemerkbar. In Lüne beginnt der Ausbau, der insgesamt über fünf Jahre rund 6,9 Millionen Euro verschlingen wird. Die Igelschule wird für insgesamt rund fünf Millionen Euro ganztagstauglich gemacht. Weitere große Posten sind eingeplant für die Heiligengeistschule, die Grundschule Kreideberg und Häcklingen. Um die Ganztagsangebote besser planen zu können, soll auch Geld für Koordinatoren fließen. Die Schulsozialarbeit und die Sicherstellung der Nachmittagsbetreuung außerhalb der Ganztagsschulzeit verschlingt weiteres Geld.

Für ihre Gymnasien muss die Stadt ebenfalls eine Menge Geld in die Hand nehmen, die Rückkehr des 13. Jahrgangs kündigt sich an, die dafür benötigten Kapazitäten müssen geplant und gebaut werden. 2,7 Millionen Euro sind für 2019 vorgesehen. Der größte Batzen davon wird am Johanneum verbaut. Aber auch Herder- und Wilhelm-Raabe-Schule dürfen mit Geld rechnen. 1,1 Millionen Euro umfasst das Gesamtschulbudget. Überschaubar ist das Budget für die auslaufende Förderschule mit 213 000 Euro.

Eine Millionen Euro aus dem Integrationsfond

Eine größere Rolle bei den Überlegungen, wie die Schullandschaft gestaltet werden soll, spielt die Oberschule Am Wasserturm. Denn die soll zumindest Teile des Gebäudes der Johannes-Rabeler-Schule zugeschlagen bekommen. Mit Insgesamt 2,5 Millionen Euro kalkuliert die Stadtverwaltung, um die Oberschule für künftige Ausgaben zu wappnen. 1,5 Millionen Euro davon sind im Haushalt eingestellt. Eine Millionen Euro hat die Stadt aus dem Niedersächsischen Integrationsfond beantragt.

Die Pläne im Detail: 900 000 Euro sind angesetzt für Maßnahmen am Hauptstandort, der Ausbau zum DaZ-Zentrum – die Abkürzung steht für Deutsch als Zweitsprache –, die Herrichtung eines Chemieraumes und einer naturwissenschaftlichen Sammlung für Chemie sind geplant. 1,6 Millionen Euro fließen ins Gebäude der Johannes-Rabeler-Schule. Neben einem Physikraum und einer naturwissenschaftlichen Sammlung für Physik soll hier auch die Mensa Platz finden.

Stadt stuft Konzept als vorbildlich ein

Zur Frage, warum die Mensa dort gebaut wird und nicht am Stammsitz, wo die meisten Schüler sind, teilt Stadtpressesprecherin Ann-Kristin Jenckel mit, dass dies in Absprache mit Schulleiter Uwe Wegener erfolgt sei. „Im Hauptgebäude soll vor allem der DaZ-Bereich ausgebaut werden. Das pädagogische Konzept der Schule sieht vor, dass die Kinder, auch nachdem sie dort eigentlich keine Förderung mehr erhalten, den Bereich noch immer als Anlaufstelle für Fragen und Hilfen besuchen können und auch, dass die Elternarbeit dort verstärkt und niedrigschwellig angeboten werden kann.“ Die Stadt stufe das Konzept als vorbildlich ein, daher soll es auch so umgesetzt werden. „Dieser Bereich muss zentral gelegen sein. Dafür bietet sich der Platz der bisherigen Mensa an, die dafür natürlich woanders entstehen muss.“

Einen großen Mensabereich

Die Schule möchte – anders als bisher – die Speiseräume auch nicht mehr auf mehrere Räume verteilt wissen, sondern gerne einen großen Mensabereich haben. Dies sei baulich im Erdgeschoss der Johannes-Rabeler-Schule möglich, nicht aber im Gebäude der Oberschule. Jenckel: „Die Entfernung der beiden Schulen ist nicht so groß, so dass der Besuch der Mensa in der Außenstelle kein Hindernis darstellt.“ Auch ein Anbau an der Oberschule sei geprüft worden. Doch Fragen des Denkmalschutzes und des Stadtbildes hätten ebenso wie ganz konkrete Platzgründe dagegen gesprochen.

Werden die Mittel im Haushalt genehmigt, sei eine Umsetzung des Umbaus in den Jahren 2020/2021 möglich aber das auch nur dann, wenn es dabei bleibt, dass die Johannes-Rabeler-Schule ausläuft. Einen Antrag auf Fortführung der Förderschuldehatte Sonja Jamme (CDU) im Rat gestellt, in der jüngsten Sitzung aber wurde die Entscheidung darüber vertagt.

Von Alexander Hempelmann