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Abwässer müssen immer aufwendiger geklärt werden. Das geht ins Geld. Foto: phs

Der Gang zum Klo wird erneut teurer

Lüneburg. Bereits in diesem Jahr mussten die Bürger in Lüneburg bei der Gebühr für Schmutzwasser tiefer in die Tasche greifen. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. In zwei Schritten ist eine erneute Erhöhung geplant. 2019 soll sie um 15 Cent pro Kubikmeter von 1,30 Euro auf 1,45 Euro steigen, im Jahr darauf ist eine weitere Erhöhung von 20 Cent pro Kubikmeter auf 1,65 Euro geplant. Das geht aus der Vorlage zum Wirtschaftsausschuss hervor, der morgen, 12. Dezember, von 16 Uhr an im Albert-Ransohoff-Saal der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, Am Wienebütteler Weg 1, tagt. Endgültig beschlossen wird die Kalkulation in der Ratssitzung am Donnerstag, 20. Dezember.

Seit Juli 2005 gilt in Lüneburg die getrennte Abwassergebühr, bis zu deren Einführung wurde eine Kanalbenutzungsgebühr von 1,60 Euro je Kubikmeter Abwasser erhoben. Mit Einführung der getrennten Gebühr betrug sie für die Schmutzwasserbeseitigung 1,16 Euro pro Kubikmeter Abwasser, für Niederschlagswasser, das über bebaute oder versiegelte Flächen in die Kanalisation gelangt, 44 Cent pro Kubikmeter. Bis 2014 konnten sich die Bürger über sinkende Gebühren freuen: fürs Schmutzwasser waren 80 Cent pro Kubikmeter zu zahlen, fürs Niederschlagswasser 34 Cent. Danach zogen sie an. Aktuell kostet die Beseitigung von Schmutzwasser – also beim Duschen oder Toilettengang – 1,30 Euro, Niederschlagswasser 39 Cent.

Stetige Steigerung der Personalkosten

Als Grund für die geplante zweistufige Erhöhung nennt die Verwaltung in der Vorlage: Um dem erhöhten Unterhaltungs- und Reparaturaufwand sowohl des städtischen Kanalnetzes als auch des Klärwerks gerecht zu werden, sind die Entgelte an die Abwasser, Grün und Lüneburger Service GmbH (AGL) gestiegen. Die Abwasserbeseitigung unterliegt durch die Klärschlammverordnung einem Wandel. Die Klärschlämme werden vermehrt der Verbrennung zugeführt, welche mehr Kosten als die Verwertung durch die Landwirtschaft verursacht. Zusätzlich zu den erhöhten Entgelten ist eine stetige Steigerung der Personalkosten insbesondere durch Neueinstellungen und Tarifabschlüsse zu erkennen. Das waren auch die Gründe, die für die Erhöhung der Gebühr im laufenden Jahr genannt worden waren.

Die Verwaltung gibt Berechnungsbeispiele: Ein Zwei-Personen-Haushalt mit einem Frischwasserverbrauch von 90 Kubikmetern muss im kommenden Jahr 130,50 Euro Schmutzwassergebühr zahlen (bisher 117 Euro). 2020 werden 148,50 Euro fällig. Macht insgesamt ein Plus von 31,50 Euro, beziehungsweise steigt die Gebühr insgesamt um knapp 27 Prozent. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Frischwasserverbrauch von 180 Kubikmeter zahlt 261 Euro in 2019 (bisher 234 Euro). In 2020 wären es dann 297 Euro, macht insgesamt ein Plus von 63 Euro (knapp 27 Prozent mehr).

Happig wird es für Betriebe wie eine Großwäscherei. Bei einem Frischwasserverbrauch von 48.287 Kubikmetern beläuft sich die Gebühr nach den beiden Erhöhungen auf 79.673,55 Euro, macht ein Plus von 16.900,45 Euro.

Von Antje Schäfer

Zur Sache

Stabil geht auch

Unverändert bleiben 2019 laut Vorlage zum Wirtschaftsausschuss die Gebühren für die Straßenreinigung, fürs Marktwesen sowie die Friedhofs- und Bestattungsgebühren. Auch die Müllgebühren sollen, wie berichtet, stabil bleiben. Abschließend dazu beraten wird auch im Rat am 20. Dezember.

One comment

  1. Jahrtausendstark

    Also am besten doch wieder das gute alte Plumpsklo! Schmunzel. Ich frage mich wann mein Gehalt mal steigt um die ganze „Sch#@$%“ zu bezahlen. 😉
    Irgendwann ist nämlich mal die „Spitze der Fahnenstange“ erreicht. Aber Hauptsache schöne, teuere, neue Wohnungen für unsere Hamburg stämmigen Neubürger bauen, da kann die Herberge zur Heimat gleich noch verstärkt neue Buden anmieten.