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Mit dem eigenen Bus in die Apfelallee zu fahren, tut gut, finden v.l. Petra Schatz, Falk Gräntzdörffer, Frank Grote, Julia Steckelberg und Hans Klingbeil. Foto: Sparkasse

Per Bus in die Apfelallee

Lüneburg. „Wir fahren in die Apfelallee“, steht in großen Buchstaben auf dem Heck des Kleinbusses, daneben wächst ein Apfelbaum über die Scheibe. In der Apfelallee in Lüneburgs Stadtteil Alt-Hagen bietet die Alzheimer Gesellschaft Lüneburg e.V. eine Tagesbetreuung für an Demenz erkrankte Menschen an – und mit dem neuen Wagen holen Ehrenamtliche die Gäste sogar morgens zu Hause ab und bringen sie nachmittags wieder zurück.

Für Demenz muss man sich nicht schämen

„Demenz gehört zur Gesellschaft“, sagt Petra Schatz, die beim Verein Schulungen für Angehörige anbietet. „Auch das wollen wir mit unserem Bus signalisieren: Niemand muss sich schämen, um Unterstützung zu bitten oder in den Wagen einzusteigen. Deswegen verstecken wir unser Logo nicht.“

Montags, mittwochs und freitags können Mitglieder des Vereins ihre demenziell erkrankten Angehörigen von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Apfelallee betreuen lassen. „Das ist zur Entlastung des Alltags unglaublich wichtig“, sagt Julia Steckelberg, Leiterin der Geschäftsstelle.

Höchstsumme gewonnen

Vier ehrenamtliche Fahrer haben sich bereits gefunden: Falk Gräntzdörffer und Hans Klingbeil zum Beispiel gehen als Team auf Tour, um die Gäste nach Alt-Hagen zu bringen und anschließend wieder nach Hause. So kann sich einer von ihnen aufs Fahren konzentrieren und der andere auf die Fahrgäste. Weitere Fahrer werden gesucht.

Da die Investition für den Verein allein nicht finanzierbar war, hat sich die Alzheimer Gesellschaft beim Förderprojekt „Das tut gut“ der Sparkasse Lüneburg beworben – und die Höchstsumme von 10.000 Euro gewonnen. „Wir sind begeistert und sehr dankbar“, sagt Julia Steckelberg. „Es ist bereits das dritte Mal, dass wir so viele Stimmen bekommen und gewonnen haben. Damit hätten wir vorher niemals gerechnet.“

Diverse Schulungen und Fortbildungen

Frank Grote von der Sparkasse Lüneburg führt dies darauf zurück, dass das Thema Demenz öffentlich immer stärker wahrgenommen wird. „Was die Alzheimer Gesellschaft anbietet, sorgt für ein gutes Gefühl. Toll, dass unsere Kunden dies auch so sehen und immer wieder dafür sorgen, dass wir als Sparkasse das Engagement der Ehrenamtlichen unterstützen können.“

Neben der Tagesbetreuung bietet die Alzheimer Gesellschaft auch diverse Schulungen und Fortbildungen an: für Angehörige genauso wie für Fachpersonal aus Pflegeeinrichtungen. Außerdem gibt es Selbsthilfegruppen für Angehörige in Lüneburg und Reppenstedt. Wer Interesse hat am Angebot der Alzheimer Gesellschaft oder sich als ehrenamtlicher Fahrer anbieten möchte, kann sich melden unter Tel. (04131) 766656. lz