Donnerstag , 19. September 2019
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Das Erdgeschoss im Libeskindbau ist immer noch sehr übersichtlich. Das soll sich nun ändern. Foto: t&w

Mehr als eine Cafeteria

Lüneburg. Seit der Einweihung im März 2017 warten vor allem Studenten darauf, dass es im Libeskind-Bau auf dem Leuphana-Campus endlich ein Getränke- und Speisenangebot gibt. Über Filterkaffee und belegte Brötchen geht das, was nun kommen soll, jedoch weit hinaus.

Superfood, Front-Cooking, Design-Coffeeshop: Statt einer Cafeteria plant die Klüh Catering GmbH mit Sitz in Düsseldorf auf der 700 Quadratmeter großen Fläche im Zentralgebäude ein Angebot mit Eventgas­tronomie und Restaurant-Charakter. Geöffnet an sieben Tagen in der Woche von früh bis spät soll das Konzept vor allem auch Anwohner auf den Campus locken. Der Startschuss soll bereits im April fallen.

Familienunternehmen aus Düsseldorf

Für die Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft der Leuphana Universität (LVV) um Geschäftsführerin Nathalie Heinrich ist die Vertragsunterzeichnung der große Coup. Das Familienunternehmen ist international unterwegs, betreut allein in Deutschland 120 Betriebsrestaurants. Der Pachtvertrag läuft über einen Zeitraum von zehn Jahren, mit Option auf eine fünfjährige Verlängerung.

Heinrich spricht von einem „Exklusivvertrag“, der das Catering sämtlicher Events umfasst, die im Zentralgebäude ausgerichtet werden. Auch soll der neue Partner Veranstaltungen wie Geburtstags- oder Jubiläumsfeiern in Eigenregie betreuen, die einen intimeren Rahmen als das Foyer oder Audimax brauchen. Anfragen gab es laut Heinrich schon öfter, doch mussten die bislang abgelehnt werden.

Produkten und Lieferanten aus der Region

Wie berichtet, hat die Klüh Catering GmbH den Vertrag vor knapp einem Monat unterschrieben. Erste Gespräche habe es bereits vor einem Jahr gegeben, sagt die LVV-Chefin. Die Frage, warum es so lange gedauert hat, einen Betreiber zu finden, beantwortet sie so: „Anfangs lief die Ausschreibung über die Uni. Weil ein solches Projekt aber nicht vom Semesterbetrieb allein lebt, sondern auch eine Vermarktung braucht, haben wir das übernommen.“ Acht Interessenten hätten sich gemeldet, das „überzeugendste Konzept“ sei von Klüh eingereicht worden.

Am Donnerstag war Geschäftsführer Thorsten Greth in Lüneburg. „Für uns ist es eine große und neue Aufgabe, einen Uni-Campus mitzubespielen“, sagt er. Ziel sei es, den „kulinarischen Tag“ zu begleiten, mit Produkten und Lieferanten aus der Region: So soll es unter anderem Angebote zur Frühstückszeit geben, später dann Snacks, Streetfood-Variationen wie Burger, einen Mittagstisch und abends eine Bedienung am Tisch mit einer ausgewählten Speisekarte.

Mensa-Mitarbeiter dürften aufatmen

Für Greth dürfte das auch bei Anwohnern gut ankommen, sei es doch um das gastronomische Angebot auf dem Bockelsberg nicht so gut bestellt. Freuen werden sich aber auch Studenten und Mitarbeiter, weil sie ab dem Frühjahr auch an Wochenenden auf dem Campus eine warme Mahlzeit bekommen, sich nicht mehr selbst versorgen müssen.

Aufatmen werden zudem die Mitarbeiter der Mensa. Seit es das Café in Gebäude 9 als alternative Anlaufstelle nicht mehr gibt, staut sich die Schlange der Hungrigen besonders zum Seminar- und Vorlesungsende um 11.45 und 13.45 Uhr bis zum Mensa-Eingang zurück.

Zehn bis zwölf Arbeitsplätze schaffen

Das Konzept der Klüh Catering GmbH sieht zudem vor, zehn bis zwölf Arbeitsplätze in Lüneburg zu schaffen. Lediglich die Führungskräfte sollen aus den eigenen Reihen des Unternehmens kommen.

Noch deutet in dem großen, spitz zugeschnittenen Raum im Zentralgebäude allerdings nichts auf einen gastronomischen Betrieb hin. Nur Kabel, die aus dem Boden hervorlugen, verraten, wo die verschiedenen Tresen aufgebaut werden sollen. Geplant sei, sagt Greth, eine Mischung aus offenen Ausgabebereichen, SB-Theken und einer Station, an der Gäste live bekocht werden. Ein Außenbereich soll im Sommer für Grill-Aktionen genutzt werden. Doch zunächst wartet auch in der künftigen Küche noch viel Arbeit auf die Betreiber: Nackte Betonflächen dominieren das Bild. Die Technik ist zwar installiert, Fliesen, Kühlzellen und Geräte fehlen aber noch.

Von Anna Paarmann