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Die Wege der Verkehrsplaner sind manchmal unergründlich. Radler werden wohl noch lange auf einen neuen Weg durch Ochtmissen warten müssen. Foto: t&w

Vier Etappen für Ochtmissen

Lüneburg. Es war nicht das erste Mal – und es wird wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein. Erneut beschäftigten sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses in ihrer jüngsten Sitzung mit möglichen Radwegeverbindungen durch Ochtmissen, drei davon im Gebiet der früheren Buchholzer Bahn. Insgesamt schlug die Verwaltung vier Bauabschnitte vor, zugleich rückte sie von früheren Vorstellungen wieder ab.

Der Kossenweg kommt nicht infrage

Bei einem Ortstermin sei deutlich geworden, dass der ursprünglich als Teil der Wegeverbindung zwischen der Hamburger Straße und Ochtmissen bis nach Vögelsen in Auge gefasste Kossenweg doch nicht infrage komme, machte Lüneburgs Radverkehrsbeauftragter Sebastian Heilmann deutlich. Die Beschaffenheit des Weges, seine Nutzung durch forst- und landwirtschaftliche Fahrzeuge und die Beleuchtungssituation sprächen gegen einen Ausbau. Stattdessen soll nun der nördlich dazu parallel verlaufende Weg An der Buchholzer Bahn ertüchtigt werden.

Konzept mit vier Bauabschnitten

Für das weitere Vorgehen skizzierte Heilmann folgende vier Bauabschnitte.

1. An der Buchholzer Bahn: Ausbau und Befestigung des Weges in 2019 mit einer witterungsbeständigen Decke und Verbesserung der Beleuchtung.

2. Vögelser Straße: Der Geh- und Radweg vom Ortsausgang bis zur Landwehr soll eine witterungsbeständige Decke erhalten. In Höhe des Sportvereins soll der Weg auf die gegenüberliegende Seite geführt und von hier aus mit Holzpollern vom gepflasterten Weg getrennt werden.

3. Anschluss Radwegeverbindung Buchholzer Bahn: In Höhe der Landwehr soll der Weg nördlich durch das Landwehrareal bis zur Anbindung an die Radwegeverbindung geführt werden. Einen Handlungsbedarf für einen Ausbau der Strecke sieht die Verwaltung derzeit nicht.

4. Ochtmissen – Bardowick über Imkerstieg: Der vorhandene Wirtschaftsweg soll im Rahmen des Radschnellweges der Metropolregion Hamburg asphaltiert werden, sobald Fördermittel hierfür zur Verfügung stehen.

Grüne rücken von Veloroute noch nicht ab

Für den Bauabschnitt 1 seien bereits Haushaltsmittel in Höhe von 60.000 Euro beschlossen, erklärte Stadtrat Markus Moßmann in der Sitzung. Der Lückenschluss zwischen den Bauabschnitten 1 und 2 soll über bestehende Straßen erfolgen. Mit dem Ausbau von Abschnitt 2 „könnte gegebenenfalls 2021/22 begonnen werden“. Damit sei auch die vieldiskutierte Veloroute mit Ausbau der Bahntrasse „vom Tisch“, erklärte Moßmann, erfuhr damit aber Widerspruch von Claudia Schmidt (Grüne): „Für mich nicht.“ Die vorgestellten Pläne seien für sie nur die „1B-Lösung“.

Unterhaltskosten wären zu hoch

Auf eine enstprechende Frage von Claudia Schmidt erklärte Moßmann, dass es seit Jahren Verkaufsgespräche zur Bahntrasse mit der Bahn gebe, ein Erwerb sich aber wegen der Altlasten und Unterhaltungskosten nicht rechne. Ulrich Löb (Grüne) wollte wissen, wie Vögelsen dies geschafft habe.

Jens-Peter Schultz (SPD) klärte auf: dieses Thema sei mehrfach im Ortsrat behandelt worden, außerdem könne Lüneburg sich den Erwerb nicht leisten, zudem gebe es beiderseits der Trasse Alternativen.

Heiko Meyer (SPD-Fraktion) begrüßte die Vorschläge auch wegen der Anbindung der Goseburg. In diesem Zusammenhang regten Frank Soldan (FDP) und Burkhard von Roeder vom ADFC eine sinnvolle Querung der Hamburger Straße an.

Für die ehemalige Bahntrasse setzte sich auch Michèl Pauly von den Linken ein, allerdings nur beim zweiten Bauabschnitt. Für den ersten Abschnitt empfahl er, am Kossenweg festzuhalten.

Am Ende stimmte aber auch er wie alle übrigen Ausschussmitglieder für den Beschluss, Planungen für die Bauabschnitte eins bis drei nun zu beauftragen.

Von Ulf Stüwe

Parkraumbewirtschaftung

Neue Automaten kommen später

Der Verkehrsausschuss stimmte der Verlängerung des zum Jahresende auslaufenden Vertrags mit dem Parkscheinautomatenbetreiber Cale-Industrie-Vertrieb Deutschland GmbH bis zum 30. Juni 2019 zu. Als Grund nannte die Verwaltung personelle Engpässe. Zudem informierte sie, dass die Firma LVT Deutschland ab 2019 in die Verträge der Cale-Industrie-Vertrieb Deutschland GmbH einsteigt.

One comment

  1. Anderwo in Deutschland erreicht man für Bahntrassenradwege erfolgreich bis zu 90%-ige Bundesförderung im Bundeswettbewerb Kilimaschutz durch Radverkehr.
    Zum Beispiel hier: http://wuppertalbewegung.de/das-neue-projektschwarzbachtrasse/
    In Lüneburg lehnen Rat und Verwaltung Bahntrassenradwege anscheinend ab wie der Teufel das Weihwasser.
    „Anschluss Radwegeverbindung Buchholzer Bahn: In Höhe der Landwehr soll der Weg nördlich durch das Landwehrareal bis zur Anbindung an die Radwegeverbindung geführt werden. Einen Handlungsbedarf für einen Ausbau der Strecke sieht die Verwaltung derzeit nicht.“ Was will man dort auch ausbauen? Es gibt an der Gemeindegrenze zu Vögelsen keine „Strecke“, sondern einen teils nur Fußbreiten Trampelpfad. Und das soll fahrradfreundlich sein??? Die Landwehr ist Landschaftsschutzgebiet. Ein befestigter Weg ist dort also gar nicht möglich.
    Die Behauptung, die Unterhaltskosten eines Bahntrassenwegs wären zu hoch, wird zumindest im Artikel durch nichts belegt. Lüneburg ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Niedersachsen und Bremen. Kosten soll das aber anscheinend gar nichts. Das Geld „braucht“ man für den KFZ-Verkehr, in dem die Stadt schon jetzt erstickt.