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So könnte die Arena Lüneburger Land aussehen. Am Montag soll die endgültige Entscheidung zum Bau fallen. Grafik: Landkreis Lüneburg/ Architekturbüro Bocklage & Buddelmeyer

Showdown im Kreistag

Lüneburg. Die Bundesliga-Volleyballer der SVG Lüneburg haben mit dem Einzug ins Pokalfinale am Donnerstagabend vorgelegt (siehe Bericht Seite 25), nun erwarten viele Menschen in Stadt und Kreis, dass die Kreistagsabgeordneten am Montag, 17. Dezember, nachziehen. Bei der Sitzung ab 16 Uhr in der Ritterakademie soll der Bau der Arena Lüneburg Land nach dem Willen der Kreisverwaltung endgültig beschlossen werden – im mittlerweile fünften Anlauf. Dann hätten auch die Volleyballer endlich eine Bundesliga-taugliche Halle für ihre Heimspiele.

Jedoch ist die Anfang November noch satte Mehrheit im Kreistag für den Arena-Bau inzwischen deutlich geschrumpft. Der Grund sind die zuletzt stark gestiegenen Kosten. Lagen diese vor knapp sechs Wochen noch bei 16,1 Millionen Euro einschließlich Grundstück, ist das Investitionsvolumen inzwischen auf 19,4 Millionen Euro geklettert. Bislang nicht eingerechnete Anschlusskosten und die nun zunächst doch fällige Umsatzsteuer sind die Gründe.

Baukosten liegen bei fast 20 Millionen Euro

Die Summe von fast 20 Millionen Euro hat vor allem bei Abgeordneten kleinerer Parteien, aber auch in den Reihen der CDU zu einer Kehrtwende geführt. Lediglich die SPD steht mit ihren 18 Abgeordneten geschlossen hinter dem Mammutprojekt. Doch noch dürfen die Befürworter des Projektes mit einer knappen Mehrheit rechnen. Denn auch von den Christdemokraten werden wohl 10 von 16 Mandatsträgern für den Arena-Bau votieren – ebenso wie die FDP-Fraktionschefin Gisela Plaschka und der Grüne Rolf Rehfeldt. Damit wäre die erforderliche Mehrheit von 30 der 59 möglichen Stimmen auch ohne Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) schon erreicht.

In ihrer Sitzungsvorlage rechnet die Verwaltung erstmals dezidiert vor, was ein Nein des Kreistags den Steuerzahler kosten würde. Demnach wären mehr als zwei Millionen Euro verloren, sollte auf den Arena-Bau verzichtet werden – mindestens. So viel haben die bisherigen Planungen gekostet. Auch wäre eine Entschädigung von 100.000 Euro für den designierten Betreiber der Halle, Klaus Hoppe, fällig.

Der Geschäftsführer der Campus Management GmbH ist derzeit weiter auf Werbetour für die „Arena der Möglichkeiten“. Bereits vor zwei Wochen hatte Hoppe den Fraktionsvorsitzenden im Kreistag eine 26-seitige Präsentation geschickt, in der er anhand von Grundrissplänen die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Arena darstellt. Ob Geburtstagsfeiern oder Firmenfeste mit 150 Personen, Abiturfeiern mit 600 Besuchern, Tagungen mit 1000 Gästen oder Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Konzerte mit 1500 bis 3500 Zuschauern – die Bandbreite an möglichen Veranstaltungen ist enorm. Sein Angebot, die Pläne im persönlichen Gespräch zu erörtern und Fragen zu diskutieren, habe jedoch keine Fraktion genutzt, bedauert der Campus-Geschäftsführer.

Revolverheld, Ina Müller und Max Mutzke als Zugpferde

Pro Jahr rechnet Hoppe mit rund 250.000 Besuchern und Show-Größen wie Revolverheld, Ina Müller und Max Mutzke – oder Bodo Wartke, Greogory Porter und Alphaville in der Kategorie darunter. Mehr als 100.000 Gäste pro Jahr besuchen Hoppe zufolge die von Campus betriebene „Vamos! Kulturhalle“ mit 700 bestuhlten und 1300 Stehplätzen. Eine ähnliche Besucherzahl verzeichne das Lüneburger Theater. „Allein das zeigt schon das Potenzial, das wir für die Arena ausschöpfen können“, sagt der Betreiber. Außerdem werde auch der Volleyball rund 30.000 Zuschauer jedes Jahr in die Halle locken. „Fast 1700 Besucher unter der Woche in Harburg bei einem Pokalhalbfinale sind schon der Wahnsinn“, sagt der Campus-Geschäftsführer. 2500 Zuschauer wären es seiner Schätzung nach in der Arena gewesen. Auch eine Anfrage der Nationalmannschaft habe es bereits gegeben.

Verständnis hat Hoppe für das Bröckeln der Kreistagsmehrheit nicht. „Seit dem Beschluss Anfang November, als noch 80 Prozent der Abgeordneten für den Bau gestimmt haben, hat sich eigentlich nichts verändert“, sagt der Campus-Geschäftsführer. Lediglich eine verbindliche Aussage zum Vorsteuerabzug werde es nicht geben. „Wer aber das Urteil gelesen hat, auf das sich der Landkreis beruft, wird verstehen, warum die Erfolgsaussichten, die Steuer bei einer Klage zurückzuerhalten, bei 90 Prozent liegen.“ Für Hoppe unverständlich: „Wie kann ich dem Bau einer Halle zustimmen, wenn ich keine Steuer zahlen muss, aber dagegen sein, wenn sie fällig wird?“ Zudem ist der potenzielle Betreiber überzeugt, dass die Arena das, was der Kreis möglicherweise an Steuern zahlen muss, wieder einspielt.

Kritiker halten dagegen, dass das vorliegende Konzept noch unvollständig, die Parkplatz-Problematik ebenso wenig geklärt sei wie die Verkehrsführung. Daraus könnte sich ein weiterer Anstieg der Investitionssumme ergeben.

Die Kreistagssitzung beginnt am Montag, 17. Dezember, um 16 Uhr in der Ritterakademie

Von Malte Lühr

Geheime Abstimmung beantragt

Lüneburg . Die neue Diskussions- kultur im Kreistag trägt weiter überraschende Früchte. Mit Tanja Bauschke (Grüne), Christoph Podstawa (Die Linke) und Berni Wiemann (FDP) hat sich ein ungewöhnliches Trio zusammengefunden, um die Arena-Pläne in der jetzigen Form doch noch zu stoppen. „Auch wir wollen eine Halle für die Volleyballer und kulturelle Veranstaltungen, nur können wir ein Ja zum aktuellen Konzept nicht verantworten“, sagt Bauschke, und Wiemann ergänzt: „2015 wurden die Planungen mit einem Investitionsvolumen von sieben Millionen Euro begonnen, jetzt sind wir bei fast 20 Millionen Euro, und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht.“ Das ergibt sich für Pod­stawa allein daraus, dass sowohl die Frage der Parkplätze und die der Verkehrsführung noch ungeklärt sind. „Das wird weitere Ausgaben in Millionenhöhe nach sich ziehen“, schätzt der Linke.

Und die drei Abgeordneten sind sicher: Das Arena-Konzept bereitet nicht nur erklärten Gegnern Bauchschmerzen. „In den großen Fraktionen gibt es eine stille Opposition, die sich nicht traut, offen gegen die Pläne zu stimmen.“ Deshalb haben die drei Kreistagsmitglieder eine geheime Arena-Abstimmung beantragt. Bei der Höhe der Investitionssumme „muss eine freie Gewissensentscheidung aller Kreistagsabgeordneten sichergestellt werden“, so die Begründung. Sollte die Abstimmung tatsächlich geheim sein, glaubt Wiemann, dass die knappe Mehrheit für die Arena ins Wanken gerät

Zugleich schlagen Wiemann und Podstawa in einem Dringlichkeitsantrag die „unverzügliche Gründung einer Arbeitsgruppe zur Prüfung von alternativen Anforderungsprofilen und Standorten einer Sport- und/oder Veranstaltungshalle“ vor, falls der Kreistag den Arena-Bau ablehnt. Neben Verwaltung und Politik sollen auch Kreissportbund, SVG und LSK Vertreter in das Gremium entsenden dürfen. „Der jüngste Erfolg des LSK beim Bau eines eigenen Stadions zeigt, dass private Investoren durchaus für solche Projekte zu gewinnen sind“, sagt Wiemann. Gemeinsam, so die Vorstellung der Antragsteller, soll innerhalb von drei Monaten ein Konzept erarbeitet werden, das die Anforderungen an eine Sport- und Veranstaltungshalle zu vertretbaren Rahmenbedingen untersucht und bestmöglich erfüllt. ml

15 Kommentare

  1. Viele Menschen in Stadt und Kreis erwarten, dass vernünftig mit ihren Steuergeldern umgegangen wird und Unternehmer wie Hoppe für ihre Unternehmen selbst aufkommen. Viele Menschen in Stadt und Land erwarten, das die Abgeordneten die Notbremse zu diesem verkorksten Projekt ziehen und mit einer vernünftigen Bedarfsplanung ein Konzept erarbeiten das nicht wenigen dient sondern vielen und an einem Standort entwickelt wird der ausbaufähig ist.

  2. „Die Bundesliga-Volleyballer der SVG Lüneburg haben mit dem Einzug ins Pokalfinale am Donnerstagabend vorgelegt (siehe Bericht Seite 25), nun erwarten viele Menschen in Stadt und Kreis, dass die Kreistagsabgeordneten am Montag, 17. Dezember, nachziehen“.

    — Dies ist eine durch nichts belegbare Suggestivbehauptung, die ohne jeden journalistischen Anstand für den 30 Millionen Euro-Wahnsinn an der Lüner Rennbahn WIRBT. Es gibt KEINEN irgend greifbaren Zusammenhang zwischen einem in fünf Jahren zum zweiten Mal erreichten sportlichen Erfolgsspektakel und der Notwendigkeit, dass unsere Kommune für die SVG Spielbetriebs GmbH und deren Gesellschafter eine höchstwahrscheinlich mehr als 30 Millionen Euro teure Halle bezahlt. Die Behauptung, dieser Bau werde von „vielen“ Menschen in Stadt und Kreis „erwartet“, ist eine propagandistische Zweckbehauptung, ein Unterstellung, die durch keine belastbare Erhebung gestützt wird. (Wenn ein Journalist das „Bauchgefühl“ hat, er, Herr Zeinert und seine 21 Bekannten empfänden das so, dann ist das noch lange keine adäquate Entsprechung für das unbestimmte Überwältigungszahlwort „viel“!)

    — Die 26-seitige Reklame-Präsentation, die Herr Hoppe, der kommerzielle Hauptnutznießer des kommunalen Baugeschenks am ungeeigneten Standort, seit drei Wochen in alle Himmelsrichtungen herum mailt, ist zu 95 Prozent reines haltloses Wunschdenken. Kaum etwas davon wird sichumsetzen lassen.

    — Bezüglich des Vorsteuerabzugs behauptet Herr Hoppe: „Wer aber das Urteil gelesen hat, auf das sich der Landkreis beruft, wird verstehen, warum die Erfolgsaussichten, die Steuer bei einer Klage zurückzuerhalten, bei 90 Prozent liegen.“

    Herr Hoppe, der fiebernde Arena-Profiteur in spe, der keinen Cent seines eigenen Geldes in dem „Hoffnungsprojekt“ riskiert, weiß nicht, was er redet. Oder er lügt.

    Jedem, der das abschlägige Schreiben vom Finanzamt gelesen (und verstanden) hat, ist klar, (a) dass vom Landrat über die Möglichkeit der Vorsteuerabzugsberechtigung nicht die Wahrheit gesagt wurde und (b) dass die Aussicht, erfolgreich gegen die zu errichtende Umsatzsteuer zu klagen, inexistent ist. Die „Erfolgsaussichten, die Steuer bei einer Klage zurückzuerhalten“, liegen bei null Prozent.

    Die Arena-Baugesamtsumme wird mindestens 30 Millionen Euro betragen. DAS ist gewisser als alles, was der „uneigennützige“ Herr Hoppe und seine multimedialen Claqueure bisher von sich gegeben haben.

  3. Herr Hoppe ist ein Möchtegern-Unternehmer. Er scheut das unternehmerische Risiko und möchte sich gern in das gemachte Subventionsnest setzen und risikolos seine Geschäfte machen. Dass er das kann, hat er als geschickter Fördermittelritter in eigener Sache unter Beweis gestellt.

    Und damit er das wieder kann, mögen ihm die Steuerzahler doch bitte die ARENA DER MÖGLICHKEITEN hinstellen. 250.000 Besucher jährlich sind genauso möglich, wie 70.000 Museumsbesucher machbar. Die Dauer eines Jahres müsste nur neu definiert werden. Mein Vorschlag: Jede vom Steuerzahler subventionierte Einrichtung darf für sich bestimmen, wie lang sein Jahr ist. Das jeweilige Jahr entspricht dem Zeitraum, der vonnöten ist, bis sich die haltlosen Versprechungen, auf denen der Beschluss zum Bau basierte, erfüllt haben. Das Museumsjahr wäre dann z.B. ca. 1.000 Tage lang. Das Leuphana-Audimax/Stadthallenjahr dauerte eine dreiviertel Ewigkeit, nämlich bis Stadt und Landkreis 30 Veranstaltungen dort durchgeführt haben. 20.000 Tage?

    Jährlich 250.000 Besucher der ARENA LÜNEBURGER KLÜNGEL bedeuten, dass dort ca. jeden dritten Tag eine Großveranstaltung stattfindet. Hält das irgendjemand für machbar? Nein. Hat sich sogar Herr Hoppe selbst gedacht und deshalb auch Tagungen, Bankette, Abi-Bälle und Geburtstagsfeiern – selbst im kleineren Rahmen – frei erfunden und aus dem Subventionsbettlerhut gezaubert. Diese „Events“ steigen dann überwiegend unter der Woche, denn am Wochenende sind ja Großveranstaltungen (FKP Scorpio scharrt schon mit den Hufen, um ihre Künstler dort auftreten zu lassen – IRONIE) bzw. dann trainieren vorrangig die Angestellten der SVG Spielbetriebsgesellschaft mbH. Und nicht nur die Größe des nicht benötigten Raums, der verdunkelt bzw. dunkel verhängt ist, wird zur guten Stimmung der Gastgeber beitragen, auch die Tatsache, dass sie mit dem Bodenbelag vorliebnehmen müssen, der dort gerade liegt, es sei denn Sie bezahlen extra (4.000 Euro pro Auf- oder Abbau?), wird begeistern. Und seien Sie ehrlich, es gibt nichts Stimmungsvolleres als 10 Meter Deckenhöhe oder mehr!

    Phantasiebegabt ist er ja, der Herr Hoppe. Keck rechnet er 1.700 Besucher des Pokalhalbfinals in Neugraben auf 2.500 Zuschauer bei Punktspielen in Lüneburg hoch. Leider vergisst er dabei, dass bis vor nicht allzu langer Zeit in Neugraben Damen Bundesligavolleyball gespielt wurde und wohl mindestens ein Drittel der zuschauenden Volleyballfans aus der dortigen Region kam, das zweite Drittel aber aus Belin. Ob die sich bei anderer Gelegenheit regelmäßig auf den Weg nach Lüneburg machen und sich zur Arena shuttlen lassen, ist mehr als fraglich. Aber egal. Ich gönne nicht nur, sondern wünsche den Volleyballern auch möglichst viele Zuschauer bei ihren Spielen.

    Keinerlei Verständnis habe ich jedoch dafür, dass die von überall in der Welt zusammengekauften LüneHünen in der Arena vorrangig und kostenlos trainieren dürfen sollen. 12 Spieler (wer von denen hat Wurzeln in der Region?) vor 3.500 leeren Zuschauerplätzen. Bevorzugt an Wochenendrandterminen? Das ist betriebswirtschaftlicher Schwachsinn! Und das ist jetzt die entscheidende Frage: Ist den Kreistagsabgeordneten dieser Unfug mehrere Hunderttausend Euro (die Differenz zwischen den von FKP garantierten Pachtzahlungen und den Herrn Hoppe gewährten Zuschüssen) jährlich wert? Gehört es wirklich zum Aufgabenkreis unserer Kommune, den gemeinwohlschädlichen Egoismus von zwei Showbiz-Unternehmern zu finanzieren?

    Die Pokerpartie mit gezinkten Karten hhttps://blog-jj.com/2018/12/14/arena-gelduhr-tickt-unerbittlich-ein-kreistag-in-geiselhaft/#comment-4701 hat sich in ein Schwarzer-Peter-Spiel gewandelt. Die Verwaltungshäuptlinge, die SPD-Granden und die geschäftlich Interessierten versuchen jetzt mit medienverstärktem Druck, den Abgeordneten den Schwarzen Peter zuzuschieben. Ich hoffe, diese nehmen ihre Verantwortung gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ernst, sind selbstbewusst genug und entscheiden eigenständig, um dem Druck zu widerstehen, damit nach der Ablehnung DIESER Arena sofort eine sinnvolle Lösung gefunden, beblant und umgesetzt werden kann!

    (Der komplette Text stammt von Herrn Bembel. Quelle ist Hans-Herbert Jenckels Blog.jj vom 16. Dezember 2018 um 17:35 Uhr: https://blog-jj.com/2018/12/14/arena-gelduhr-tickt-unerbittlich-ein-kreistag-in-geiselhaft/#comment-4701)

  4. Was dem Arena-Bau noch dringend fehlt, ist ein kulinarisches Gesamtkonzept, zum Beispiel Stationen, an denen die Gäste live bekocht werden. Anregungen hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/2165152-mehr-als-eine-cafeteria
    Von mir aus könnte man die 30 Millionen aber auch für die Neuanpflanzung eines Mischwaldes östlich der Linie Vastor/Barendorf/Scharnebeck einsetzen (mit überdachtem Übungsplatz für die Volleyballer). Der jährlich erforderliche Gehölzrückschnitt im Sinne der Verkehrssicherungspflicht würde schließlich auch nachhaltig sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse generieren, ganz zu schweigen von der Artenvielfalt und dem Naherholungswert im Sinne einer touristischen Belebung der Metropolregion.

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      bol/LZonline

  5. Der Dringlichkeitsantrag: „Zugleich schlagen Wiemann und Podstawa in einem Dringlichkeitsantrag die „unverzügliche Gründung einer Arbeitsgruppe zur Prüfung von alternativen Anforderungsprofilen und Standorten einer Sport- und/oder Veranstaltungshalle“
    Ist das vernünftigste, was bisher im Kreistag zu der Arena vorgeschlagen wurde.

  6. 15 Millionen Euro sollte die alleräußerste Kostengrenze für die hoppeske Bahlburg sein. Das haben 38 Kreistagsmitglieder am 5. November beschlossen. Jetzt liegen die Kosten schon über 20 Millionen Euro. Und sie raketieren auf die 30 Millionen zu. Alles andere als eine klare Ablehnung des verrückten Verschwendungsprojektes, das NICHT dem Gemeinwohl dient, wäre nicht zu erklären.

  7. 10, 20, 30 , am schluss sind es 100 millionen für die arena, no go,
    nur 2 millionen davon nach echem, dann steht die neue schule,

  8. bauen ohne eine endgültige Kostenaufstellung ! Bauen die Kreistagsleute auch so privat ? Wohl nicht. Unfassbar. Ich bin für die Halle, aber nicht so. Das Volumen passt nicht mehr zum Baukörper !! Was ist bloss mit der Politik los ? Hammerscheisse….

  9. Es sind viele gespannt wie es ausgeht. Das zeigt, dass es einen knappen Ausgang gibt.
    Das ist für alle nicht gut, da es so eine nicht ganz unerhebliche Gegenseite gibt. Das könnte Spalten. Ich hoffe, dass egal welche Seite “gewinnt“, dass man danach wieder gut miteinander umgeht und konstruktiv miteinander arbeitet.
    Die Abgeordneten sind alle ehrenamtlich unterwegs.

    #miteinander

  10. Montag 17.12.18 ca. 18:55h. Aktuell läuft gerade die Kreistagssitzung mit der Abstimmung über den Bau der „Arena“. Sorry… Aber jedesmal wenn ich den Begriff höre oder lese muss ich etwas grinsen. – Die Sitzung beginnt eigentlich positiv. Günter Dubber (CDU) weist darauf hin das der LK ohne Auflagen wieder handlungsfähig ist. Zudem verkündet der Landrat stolz, dass der LK erstmals nach 25 Jahren Investitionsschulden abbauen kann – oder könnte? Immerhin. Nach einem Vierteljahrhundert. Das bleibt mir die Spuke weg. Aber einige spornt dies sofort zu neuen Ausgaben an. “ „Es ist Geld für die #Arena da“, sagt SPD-Fraktionschef Kamp …“. Die FDP versucht das zwar zu dämpfen „FDP-Fraktionschefin Gisela Plaschka bedauert, dass im Kreishaushalt 2019 des @lk_lueneburg kaum etwas außer den Pflichtaufgaben finanzierbar ist.“ Aber die allgemeine Euphorie vermag das kaum dämpfen zu können und auch nicht den Verstand wieder wach zu rütteln. Etwas später nach Annahme des Haushaltes für 2019…
    „17:49 Uhr: SPD-Fraktionschef Kamp: „Wenn wir die #Arena nicht hinbekommen, wird es heißen, wie blöd sind die denn.“ Vorsteuer-Diskussion könne kein Argument sein. „Entscheidend sind die Landkreis-Finanzen. Und die sehen gut aus.“ Herr Kamp ich befürchte die Reaktion könnte absolut identisch sein wenn es die „Arena“ irgendwann vielleicht tatsächlich gibt aber entgegen ihren (nach meinem Empfinden sehr unreflektieren) heutigen Einschätzungen und Erwartungen schlicht nur in einem Finanzchaos endet. Dann wird es die Freude und Euphorie aus dem Beginn der heutigen Kreistagssitzung sobald nicht wieder geben.
    Interessant ist jedoch auf jeden Fall zu beobachten wer relativ spendabel und sorglos mit dem Geld der Steuerzahler umgehen will und wer andererseits eindeutig Verantwortungsbewußtsein den Wählern gegenüber erkennen läßt. Aber da gibt es zwischen Berufs- und Hobby-/Freizeit-/Amateurpolitikern wenig Unterschiede. Bei den Parteien ist in den Verhaltensweisen schon eher eine leicht annähernd „einheitlich“ Linie zu erkennen.
    So. Jetzt muss ich längst schon mal wieder schauen wie es in der Sitzung weiter geht ;-).

  11. Sehr geehrter Herr Rath,

    hatten Sie nicht versprochen, dass die „Wundertüte“ Landeszeitung kritischer werden sollte und sich von Verlautbarungen verabschieden und stattdessen Zusammenhänge zeigen und in den Hintergrund leuchten wollte? Sollten nicht auch Meinungen ins Blatt kommen, die sich kritisch mit der Redaktion auseinandersetzen?

    Worte, Worte, nichts als Worte. Mehr war aber auch nicht zu erwarten, schließlich ist die „Wundertüte“ eine Regionalzeitung und Lüneburg ist nochmal ein besonderes Pflaster. Die Zeitung ist nach wie vor Sprachrohr der lokalen politischen „Größen“ und produziert reinsten Gefälligkeitsjournalismus, von lokalpolitischer Kritik ist nichts zu sehen.

    Das musste man so erwarten, denn wer einen Hans-Herbert Jenckel in seinen Reihen hat, wird nie einen Journalismus produzieren können, der seiner Aufgabe gerecht wird, die fehlende Öffentlichkeit und die fehlende kritische Sichtweise der Rathaustätigkeit (besser: des Oberbürgermeisters) herzustellen. Gleiches gilt für die Kreisebene. Jenckel, selbst von Kollegen als Hofberichterstatter verspottet, hat „seinem“ Oberbürgermeister fünf Jahre als Pressesprecher gedient und hat dann bei der Landeszeitung Karriere gemacht. Seine innige Verbundenheit zum Oberbürgermeister hat Jenckel über die Jahre hinweg nie verbergen können. Damit nicht genug, die Vetternwirtschaft wird fortgesetzt. Denn mit Ann-Kristin Jenckel ist im August auch dessen Ehefrau als Pressesprecherin ins Rathaus berufen worden. Was soll man dazu noch sagen, sehr geehrter Herr Rath? Ist das nur gewieftes Netzwerken des Oberbürgermeisters, oder ist das Kumpanei, Klüngel, Günstlingswirtschaft oder gar Filz? Sind Ihnen eine heimelige Atmosphäre und die Nähe zur lokalpolitischen Führung wichtiger als der Auftrag als vierte Macht, eben diese Lokalpolitiker zu stellen und zu kontrollieren?

    Ich befürchte, dass sich nichts grundlegend ändert. Und so wird die Landeszeitung auch weiterhin überwiegend Nachrichten verbreiten, an deren Veröffentlichung diejenigen Organe und Personen (Oberbürgermeister, Landrat und ihre Dezernenten) welche die Nachrichten ausgeben, ein Interesse haben. Ein anwaltlicher Journalismus für die Bürger ist unter solchen Bedingungen nicht möglich.

    Hatten Sie nicht auch versprochen, die E-Paper-Ausgabe für einen direkten und umfassenden Leserdialog zu nutzen? Warum haben Sie sich an dieses Versprechen im Zusammenhang mit dem Thema „Arena“ nicht gehalten und seit dem 17.12.2018 (19:30 Uhr) keinen Kommentar mehr zugelassen/freigeschaltet? Die Herren Kevin Schnell und Otto Berg haben – neben anderen – zuvor mit exzellentem Vortrag und überzeugenden Argumenten Kritik an dem Bau der Arena vorgetragen. Warum unterdrücken Sie diese Kritik jetzt?

    • Hallo Dustin,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Unser Chefredakteur befindet sich gerade im Urlaub und wird Ihnen nach dem Jahreswechsel antworten.

      Viele Grüße aus der LZ-Redaktion,
      Robin Williamson

    • Dustin
      ein Norbert Kasteinecke hat sich schon bitter böse darüber beschwert, dass die Herrn Schnell und Berg ungestört ihre ,,linken“ Ideologien hier verbreiten können. Was sagen Sie dem?