Aktuell
Home | Lokales | Dahlenburg | Bad-Sanierung trotz Schulden-Hochwasser
Ein Foto aus Sommertagen: Schwimmmeister Andreas Löwrick beim Reinigen des Schwimmbeckens. Die Samtgemeinde möchte das Bad sanieren, hat dazu einen Förderantrag gestellt. (Foto: A/phs)

Bad-Sanierung trotz Schulden-Hochwasser

Dahlenburg. Der Blick auf die Zahlen ließ Jens Uffmann (CDU) unruhig werden: Von 12,5 auf 16,2 Millionen Euro wird der Schuldenstand der Samtgemeinde Dahlenburg 2019 voraussichtlich steigen – „diese Entwicklung muss man erst einmal verdauen“, merkte der Christdemokrat während der Haushaltsebatte an. Der Investitionsdruck in der Samtgemeinde ist hoch – und das geht nicht, ohne neue Schulden zu machen.

Dieses Dilemma ist Rat und Verwaltung bekannt: CDU-Fraktionschef Ulrich Schulz sprach von einer „äußerst schwierigen Verschuldungslage“,, sein SPD-Pendant Franz-Josef Kamp davon, dass „unsere finanziellen Möglichkeiten von Jahr zu Jahr mehr eingeschränkt werden“.

Dabei weist der Ergebnishaushalt 2019 mit 184.200 Euro seit längerem wieder ein positives Ergebnis auf. Zum Vergleich: 2018 stand noch ein Minus von 72.000 Euro in den Bilanzen, 2017 sogar 323.000 Euro.

Investitionsbedarf, offene Darlehen

Der Ergebnishaushalt weist in den ordentlichen Erträgen 5.487.900 Euro und in den Aufwendungen 5 303 700 Euro auf. 1.634.000 Euro sind für Investitionen vorgesehen.

Dass nun auch für 2020 und 2021 positive Zahlen prognostiziert werden, ist für Ulrich Schulz aber kein Grund für Euphorie. „Wir haben an allen Ecken und Enden Investitionsbedarf“, mahnte der CDU-Fraktionschef, das treibe die Verschuldung nach oben. Erschwerend komme hinzu, dass die Tilgung von Darlehen in Höhe von 785 000 Euro nur mithilfe von Kassenkrediten – „also aus dem Dispo heraus“ – geleistet werden könne. „Das“, so Schulz, „sind keine positiven Meldungen.“

Dabei habe die Samtgemeinde viel vor: Straßen müssen erneuert, das marode Abwassernetz saniert, die Fürstenwallschule unterhalten werden. Dazu komme das Löschwesen, erinnerte der CDU-Fraktionschef in seiner Haushaltsrede.

„Wir können nicht alles auf einmal angehen“

Nicht zu vergessen die geplante Sanierung des Schwimmbeckens: 500.000 Euro will die Samtgemeinde investieren, weitere 500.000 Euro erhofft sich die Kommune aus einem Förderprogramm des Bundes. Allerdings: „Das Programm ist bereits komplett überzeichnet“, berichtete Kämmerer Stefan Mondry. Nichtsdestotrotz versuche die Samtgemeinde Dahlenburg, in dieses Programm aufgenommen zu werden, hat einen Förderantrag gestellt. „Wenn das funktioniert, können wir unser Bad auf Jahrzehnte krisenfest machen“, hofft Franz-Josef Kamp.

„Wir können nicht alles auf einmal angehen“, bedauerte Schulz, schon alleine wegen der Schulden. „Andernfalls macht uns der Landkreis einen Strich durch die Rechnung“, befürchtet der CDU-Ratsherr. „Wir haben das schon erleben müssen“, erinnerte Schulz.

Dennoch: Mit nur einer Gegenstimme wurde der Etat verabschiedet.

Das hat die Samtgemeinde vor

Die weiteren Vorhaben der Samtgemeinde Dahlenburg: Für die Herstellung der Hausanschlüsse in den neuen Baugebieten sind 72.000 Euro im Haushalt eingestellt; 170.000 Euro stehen für den Bau des Schmutzwasserkanals im Baugebiet „Dannenberger Landstraße“ bereit; die Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße Pommoissel-Lüben ist mit 150.000 Euro veranschlagt; die Sanierung Lüben-B 216 mit 250.000 Euro.

Der Neubau einer Lagerhalle für den Bauhof kostet 50.000 Euro; der Kauf eines Grundstücks für den Neubau der Feuerwache Nord wird um 70.000 Euro erhöht veranschlagt.

Zur Finanzierung ist die Aufnahme eines Investitionskredites von 2.479.000 Euro vorgesehen. Dabei sind auch die verfallenen Kreditermächtigungen aus 2016 und 2017, die für die Rathaussanierung in Höhe von 530.400 Euro, für die Förderung des Kultur- und Bürgerhauses (300.000 Euro), für die Förderung des Breitbandausbaus (290.000 Euro) und für die Feuerwache Nord (140.000 Euro) enthalten.

Von Klaus Reschke