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Der Planentwurf zeigt den Digital-Campus, der am Standort Volgershall/Kalkbruchsee entstehen soll, das Wohngebiet an der Stadtgrenze zu Reppenstedt sowie den Grüngürtel West, der 330 bis 580 Meter breit sein soll. Grafik: Stadt

„Der Widerstand geht weiter“

Lüneburg. Die Bürgerinitiative Grüngürtel West ruft die Lüneburger auf, zur „sogenannten Bürgerbeteiligung der Verwaltung“ am Donnerstag, 10. Januar, ins Glockenhaus zu kommen, damit Bürger dort deutlich machen, dass sie nicht mit der geplanten Bebauung im Westen der Stadt einverstanden sind. Gleichzeitig lässt die BI den Entwurf des Bebauungsplanes „in formeller und materieller Hinsicht juristisch überprüfen“. Das erklärte Wolfgang Kreider von der BI auf LZ-Anfrage.

Wie berichtet, hat der Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt jüngst in nicht-öffentlicher Sitzung grünes Licht für den Aufstellungsbeschluss Digital-Campus/Grüngürtel-West gegeben.

330 bis 580 Meter breiter Gürtel

Laut Stadt soll ein Gebiet entstehen, an dem sich Hochtechnologie-Unternehmen und Start-Ups aus der Digitalisierungsbranche ansiedeln können und wo Arbeiten und Wohnen verbunden ist. Gleichzeitig solle über den B-Plan der Grüngürtel West in diesem Bereich auf einer Breite zwischen 330 bis 580 Meter gesichert werden. Mit dem Beschluss des VA startet das Bebauungsplanverfahren. „Was bei den Planungen herauskommt und was dann wirklich umgesetzt wird, entscheidet am Ende der Rat“, macht Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich.

Bürgerversammlung am 10. Januar

Die BI weist erneut darauf hin, dass der Oberbürgermeister mit dem Ratsbeschluss von 2014 den klaren Auftrag erhalten habe, den Grüngürtel von jeglicher Bebauung sowie Verkehrswegen freizuhalten und zu beantragen, dass das Gebiet unter Landschaftsschutz gestellt werde. Die Sicherung des Grüngürtels nehme im Bebauungsplan nun aber nur eine untergeordnete Rolle ein. Aus Sicht der BI ist nicht auszuschließen, dass es der Verwaltung nicht um die Sicherung des Grüngürtels geht und der Oberbürgermeister langfristig eine Bebauung des Areals anstrebe.

Die angekündigte Bürgerversammlung am 10. Januar, bei der die Verwaltung die Planungs­ideen vorstellen und diskutieren will, sowie die frühzeitige Bürgerbeteiligung hält die BI für eine „Farce“, nachdem das Projekt mit großer Eile vor Weihnachten durch die Ausschüsse geschickt worden sei und damit Fakten geschaffen worden seien. „Es soll auf alle Fälle gebaut werden.“ Dabei lägen mehr als 3000 Unterschriften von Bürgern vor, die sich gegen die Bebauung aussprechen.

Klimagutachten gegen Bebauung

„Der Widerstand geht weiter. Öffentlich, politisch und vor Gericht“, kündigt die BI an. Denn gegen die Bebauung spreche unter anderem: Die 3D-Druck-Firma Bionic, die ihren Standort am Uni-Gelände Volgershall hat, wolle zwar wachsen, halte aber den Bau von Wohnungen nicht für relevant. Das Klimagutachten spreche gegen eine weitere Bebauung im Grüngürtel, die auch dem Landschaftsrahmenplan des Landkreises widerspreche.

Außerdem solle ein neues Baugebiet entstehen, das mehr Verkehr nach sich ziehe und weiteren Flächenfraß von freier Landschaft mit sich bringe, ohne dass es das auch von der Politik geforderte Stadtentwicklungskonzept gebe.

Von Antje Schäfer