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Die Bahnbrücke in Wendisch Evern ist sanierungsbedürftig. Jetzt soll das Projekt angegangen werden. 180.000 Euro stehen im Haushalt bereit, davon sind 100.000 Euro Fördermittel. Foto: A/ina

Gemeinde steht gut da

Wendisch Evern. Muss man sich in Wendisch Evern Sorgen um die Gemeindefinanzen machen, weil der Etat für das kommende Jahr ein Minus von 85.300 Euro in der Ergebnisrechnung ausweist? „Nein!“, beruhigte am Montagabend Kämmerin Kristin Müller während der Ratssitzung die Ratsherren und -frauen bei der Vorstellung des Zahlenwerks. Der Fehlbetrag könne problemlos aus der Rücklage gedeckt werden. Schließlich habe die Gemeinde von 2009 an bis heute eine Überschussrücklage in Höhe rund von 972.543 Euro erwirtschaftet. „Der Haushaltsausgleich sollte deshalb kein Problem sein“, ist sich die Finanz-Expertin sicher.

Insgesamt weist der Haushalt 2019 bei den ordentlichen Aufwendungen einen Summe von 1.777.200 Euro auf. Dem gegenüber stehen ordentliche Erträge von „nur“ 1.691.900 Euro – somit ergibt sich unter dem Strich der Fehlbetrag von 85 300 Euro.

Solide Ausgangslage

„Auch wenn der Haushalt 2019 negativ ausfällt, wird er die Gemeinde nicht in Schieflage bringen“, fuhr Müller fort, die in ihrer Haushaltsrede der Kommune ein gutes Zeugnis ausstellte: „Die Gemeinde hat keine Kreditschulden und das Bankguthaben beträgt aktuell 1.237.430 Euro“, rechnete sie vor. Eine solide Ausgangslage also, „um den Herausforderungen der nächsten Haushaltsjahre Rechnung tragen zu können“.

Nicht ganz so rosig sieht dagegen SPD-Fraktionschef Joachim Sellschopp die finanzielle Situation: Denn letztlich blieben von den rund 1,7 Millionen Euro an Erträgen nur etwa 300.000 Euro übrig. Sozusagen als freie Spitze. „Und von diesem Geld wenden wir 185.000 Euro für den Kindergarten auf“, erinnerte der SPD-Fraktionschef: „Da bleibt uns also nicht wirklich viel Spielmasse.“ Erschwerend komme hinzu, dass das Land im Sommer die Kindergarten-Beitragsfreiheit eingeführt habe. „Da müssen wir aufpassen, dass uns das nicht aus dem Ruder läuft“, mahnte Sellschopp.

Zuvor hatte schon Bürgermeister Clemens Leder (CDU) auf das Fehl bei der Kindergarten-Finanzierung durch den Wegfall der Elternbeiträge hingewiesen. „Wir erhalten 220.000 Euro an Zuweisungen, unsere tatsächlichen Kosten aber liegen bei 404.700 Euro“, rechnete Leder vor.

Institutionen und Vereine im Ort werden unterstützt

Nichtsdestotrotz werde man auch 2019 wieder investieren: Unter anderem 5000 Euro in die Anschaffung eines Sonnenschutzes für die Sandkiste. Weitere 10.000 Euro stehen für die Erneuerung des Toilettentrakts im Haushalt bereit, für die Beschaffung einer Müllabtrennung im Kindergarten will die Kommune 1500 Euro investieren. Aber auch andere Institutionen und Vereine im Ort werden unterstützt: Der „Dörferbus“ mit 500 Euro, der Arbeitskreis Timeloberg für das Aufstellen von Info-Tafeln mit 1500 Euro. Die gleiche Summe erhält der KKSV.

Die Sportförderung will sich die Gemeinde auf Antrag von Christian Hauschildt (CDU) künftig 5000 Euro kosten lassen. Bislang standen für die Aufgabe 2500 Euro im Etat bereit. „Zu wenig“, befand der Christdemokrat: „Wenn nicht wir, wer dann sollte denn unsere Sportvereine unterstützen?“, warb Hauschildt erfolgreich um Zustimmung zu seinem Antrag auf Aufstockung des Etats. Weitere 5000 Euro wird die Gemeinde – auf Antrag der CDU – für das Anlegen einer Streuobstwiese im Haushalt einstellen. Einschließlich der beiden letzten Änderungsanträge wurde der Etat einstimmig verabschiedet.

Von Klaus Reschke